Im Zeichen der Umwelt

Branchentreff IFAT

IFAT – Der Bereich der Umwelttechnologien ist nicht für alle Hersteller von Komponenten ein potenzieller Geschäftsbereich. Aber bei einer so großen Veranstaltung wie der IFAT in München lohnt ein Blick auf das Messegelände.

19. Mai 2016

Die IFAT ist die führende Branchenveranstaltung für Umwelttechnologien und Innovationsplattform für die Branche. Die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft findet 2016 vom 30. Mai bis 3. Juni 2016 auf dem Messegelände in München statt.

Die Nachfrage der Unternehmen ist ungebrochen hoch. Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München, zeigt sich zufrieden und ist optimistisch, »dass wir erneut mehr als 3.000 Aussteller in München begrüßen können. In einigen Ausstellungsbereichen sind wir überbucht und führen Wartelisten, etwa bei Wasser und Recycling. Wir freuen uns über das erneut gestiegene Interesse, vor allem aus dem Ausland.«

Die IFAT kann in diesem Jahr die Messe auf 50 Jahre Bestehen zurückblicken. Unter dem Namen »Internationale Fachmesse für Abwassertechnik« startete die IFAT 1966 als Präsentationsplattform für die Abwasserwirtschaft. Auf einer Fläche von 18.000 Quadratmetern nahmen 147 Aussteller aus neun Ländern sowie 10.200 Besucher aus 40 Nationen teil. Damals war die Veranstaltung also recht übersichtlich, über die Jahre stellte sie aber in allen Bereichen beachtliche Wachstumsraten auf.

2014 kamen 3.081 Aussteller aus 59 Ländern und 135.288 Besucher aus 168 Ländern, 2016 wird die IFAT insgesamt 230.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche belegen, das sind alle 16 Hallen und Teile des Freigeländes. 115.000 Quadratmeter entfallen dabei auf den Bereich für Wasser und Abwasser und die gleiche Fläche auf den Bereich Recycling und Kommunaltechnik. Zudem werden mehr als 135.000 Besucher erwartet.

Neues aus aller Welt

Begleitend zum Messegeschehen gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Länderspecials, Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen. Die Länderspecials bieten auf der IFAT einen guten Überblick über Märkte und die jeweiligen Herausforderungen. Was bewegt hier die Branche? Welche politischen Voraussetzungen haben sich gegebenenfalls geändert, und was gilt es nun zu tun?

Partnerländer sind etwa Kanada, Südafrika, China oder Mexiko. Außerdem beleuchtet werden der kroatische, türkische, iranische, vietnamesische und indische Markt. Sie werden dabei von verschiedenen Ministerien und Einrichtungen unterstützt.

Ebenso ein fester Bestandteil wie die Länderspecials sind die Vorträge und Diskussionen rund um aktuelle gesellschaftspolitische Fragen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zum Beispiel beschäftigt sich in seinen Vorträgen unter anderem mit »Abfall- und Recyclingtechnik erobert den Weltmarkt« und »Altholzverwertung in der deutschen Sackgasse«.

Das Forenprogramm wird erneut durch Sonderveranstaltungen und Vorträge in Halle B0 ergänzt. Bereits zum zweiten Mal organisiert die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) die Initiative »Think Green – Think Future«. Im Mittelpunkt stehen hier Beiträge rund um die Themen Forschung, Bildung und Personalentwicklung. Premiere feiert zudem die Europäische Ressourcenkonferenz.

Zusätzlich bietet die Messe erstmalig auch Live-Demonstrationen. Themen sind unter anderem Auto- und Baustoffrecycling sowie Hochwasserschutz. Bereits zum dritten Mal findet die Offene Deutsche Meisterschaft der Abwassertechnik statt, bei diesem Berufswettbewerb messen angehende Fachkräfte sowie Profis ihr Können und stellen ihr Wissen unter Beweis.

Präsentiert werden auch moderne und aufgabengerechte Fahrzeuglösungen: Abfallsammelfahrzeuge, Kipper, Kräne oder Kehrfahrzeuge. Und als Premiere werden die Besucher Rohrleitungsbauarbeiten an Wassernetzen live miterleben können. Netzmonteure werden »zu ebener Erde« nicht nur die handwerklichen Schritte norm- und regelwerksgerecht umsetzen, sondern dem Besucher auch Fragen zu Material, Technik und Einsatzgebiet beantworten.

Auch zahlreiche Komponentenhersteller sind auf der Messe vertreten. Intelligente Displays für die mobile Arbeitsmaschine sind IFAT-Thema bei Sensor-Technik Wiedemann (STW). Die VSX-Displayfamilie stellt mit Unterstützung sicherheitsgerichteter Anwendungen nach SIL2, der Verfügbarkeit in verschiedenen Größen und einer ausgeklügelten Toolchain zur grafischen Programmierung nicht nur eine neuartige HMI-Generation dar, sondern bietet dem Anwender skalierbare Funktionalität. Die neue Familie entstand in enger Zusammenarbeit mit einem technologisch führenden Displayhersteller.

Sehr robuste Komponenten

Dank der hohen Qualität des Gehäuses, der Beständigkeit der Elektronik gegen elektromagnetische Einflüsse und einem stabilen Touchscreen sind die Displays äußerst robust. Das wird zum Beispiel in Kommunalfahrzeugen gefordert. Der Touchscreen lässt sich auch mit Handschuhen oder feuchten Fingern bedienen, er ist lichtstark und gut lesbar auch bei Sonnenlicht.

Alle Mitglieder der VSX-Display-Familie basieren auf der gleichen Cortex-A9-Dual-Core-Prozessorarchitektur und sind mit dem Entwicklungs- und Supporttool DevKit programmierbar. Dies sorgt für einfache Skalierbarkeit innerhalb der Familie und Wiederverwendbarkeit von Software.

Mitsubishi ist unter anderem mit seiner Hybrid-Power-Source-Technologie (HPS) vertreten. Diese ermöglicht ein Energiemanagementsystem, um Energiequellen in Echtzeit miteinander zu vergleichen, die jeweils günstigste auszuwählen und unterbrechungsfrei zwischen Anbietern zu wechseln. HPS optimiert den Energieverbrauch und erlaubt die gleichzeitige, automatische Nutzung verschiedener Energiequellen. Dabei wird der Einsatz der jeweils günstigsten Energiequelle maximiert. So führt die HPS-Installation in einer Wasserpumpstation zu über 30 Prozent Energieeinsparungen, wobei sie sich nach rund drei Jahren amortisiert hat. Dabei nutzt das HPS vorrangig eigenproduzierte Solarenergie, nur bei Bedarf wird Netzstrom bezogen.

Festo zeigt auf der IFAT Automatisierungstechnik von der Feld- bis zur Leitebene. So entwickelte der Hersteller von Automatisierung mit Elektrik und Pneumatik für die Wasserbehandlung ein Konzept für die Automation modularer Anlagen, das flexiblere Produktionsprozesse in den Prozessindustrien im Sinne von Industrie 4.0 wirkungsvoll unterstützt. Voraussetzung dafür sind adaptive, sich selbst konfigurierende und selbstorganisierende Produktionsanlagen mit einem hohen Vernetzungsgrad.

Eine modulare Automation ermöglicht nicht nur eine schnelle Produkteinführung, sondern reduziert auch die Kosten bei Planung, Bau und Inbetriebnahme. Diese Anlagen sind zudem durch die kleinere Bauweise energieeffizienter.

Zu den Produkt-Highlights der Feldebene gehören das Standard-Namur-Ventil VSNC sowie die nächste Generation des Stellungsreglers CMSX mit erweiterten Funktionen für lineare und einfach wirkende Antriebe sowie größere Durchflussraten. Bei den Antrieben stehen der neu entwickelte Schwenkantrieb DFPD sowie die neue Sensorbox SRBC im Mittelpunkt. Außerdem integriert die neueste Generation des Linearantriebs DFPI ein potenziometrisches Wegmesssystem. Die geänderte Führung der Kolbenstange erlaubt zusätzliche Einsatzfelder mit auftretenden Querkräften. mk z

Auf einen Blick

Die IFAT in Zahlen

• Die IFAT ist die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft. Auf der IFAT findet der Besucher erfolgreiche Strategien und Lösungen, um Ressourcen in intelligenten Kreisläufen so einzusetzen, dass sie langfristig erhalten bleiben.

• Die stetig steigenden Besucherzahlen und das wachsende internationale Interesse unterstreichen die enorme Bedeutung der Plattform.

STW: Halle A5, Stand 116

Mitsubishi: Halle A5 Stand 243

Festo: Halle A4, Stand 339/438

Erschienen in Ausgabe: 04/2016