Im Zentrum des Formenbaus

Branchentreff

WFB – Eine kleine Branchenmesse genau da, wo die Kunden sind: Das will die wfb sein, und das gelingt ihr laut AHP Merkle ziemlich gut.

29. April 2013

Das Schicksal wiederkehrender Veranstaltungen hängt oft an der Premiere. Insofern sollten der wfb, der Fachmesse für Werkzeug- und Formenbau, die Sterne günstig stehen. Denn für den Auftakt 2012 in Augsburg gab es ein durchweg positives Echo – und das übergreifend von Ausstellern und Besuchern.

Ein Grund für den Erfolg ist sicherlich die lokale Ausrichtung der Messe auf Clusterregionen des Maschinenbaus und damit die Zentren für Werkzeug- und Formenbauer. Der Carl Hanser Verlag als Veranstalter hat neben dem süddeutschen Raum die Region Siegerland als ein solches Zentrum ausgemacht. Darum findet die wfb in diesem Jahr in der Siegerlandhalle zu Siegen statt. »Damit unterstützen wir den Werkzeug- und Formenbau allgemein sowie speziell im Branchen-Cluster Siegen«, sagt Petra Ziegler, Leiterin Tagungen/Messen bei Hanser und Projektleiterin der wfb. »Und das Konzept ›Geschäft am Ort‹ trägt deutliche Früchte. Der ausgezeichnete Anmeldestand gerade der Firmen aus dem Umkreis verdeutlicht den Bedarf und die Stärke einer regionalen Fachmesse, also kurze und direkte Wege zur richtigen Zielgruppe.«

Nah am Kunden

Diese Argumentation und damit die Wahl des Veranstaltungsortes kann Christen J. Merkle, Geschäftsführer von AHP Merkle, einem der führenden Hersteller von Hydraulikzylindern, nur begrüßen. »Im Siegerland sitzen einige unserer guten Kunden, darum ist der diesjährige Austragungsort sehr gut gewählt und für uns noch interessanter als Augsburg, und darum freue ich mich auf diese Messe.«

Er hofft, dass die Kunden aus der Region auch vorbeikommen. »Um ganz sicherzugehen, werden wir aber auch noch einmal gezielt einladen und ihnen mitteilen, dass wir in der Nähe sind und sie uns in der Siegerlandhalle besuchen sollen.«

Nach dem guten Erfolg der Eröffnungsveranstaltung ist er sich sicher, dass sich dieser in Siegen wiederholen oder sogar steigern lässt. »Ich würde mir das wirklich wünschen und könnte mir das vom Standort her auch gut vorstellen, dass es funktioniert. Als wir von den beiden Städten gehört haben, wussten wir, es passt.«

Merkle bezeichnet den Formenbau als den Heimatmarkt seines Unternehmens. »Da sind wir Platzhirsch und ganz sicher einer der Marktführer. In diesem Segment haben wir in vielen Jahren einiges bewegt, wie auch unser Slogan besagt. Wir konnten vieles anstoßen, was andere Anbieter übernommen haben. Kurz, wir sind in dem Markt, den die wfb repräsentiert, zu Hause.«

Er nimmt an, dass viele Besucher in Augsburg aus Neugier gekommen sind, weil die Messe neu war. »Aber dann sollte es auch ein paar Aussteller geben, bei denen sie sich etwas anschauen können. Und weil wir wie gesagt den Markt bewegen wollen, gab es für mich nur die eine Entscheidung, dabei zu sein, und das haben wir alle nicht bereut.« Nach der Veranstaltung in Siegen werde AHP Merkle zwar überlegen, wie sie den Auftritt weiter gestalten, aber 2014 in Augsburg will das Unternehmen auf jeden Fall wieder mit dabei sein.

Schnell besucht

Ein wichtiger Gesichtspunkt für Merkle ist der Umfang der Veranstaltung: »Ich mag auch große Messen. In Hannover bin ich zum Beispiel immer sehr gern gewesen, ich liebe die Größe der Veranstaltung und das internationale Flair. Aber als Aussteller haben wir uns dort schwergetan, weil uns die Kunden nicht gezielt finden konnten. Darum sind wir dort nicht mehr vertreten.«

Kleine, lokal angesiedelte Fachmessen haben für ihn den Vorteil, dass sie schnell besucht werden können. »Eine Messe wie die wfb kann der Besucher in zwei Stunden ablaufen. Das hat durchaus Charme, morgens noch zu arbeiten, in höchstens einer Stunde hinzufahren, einen Nachmittag zu bleiben und das Wichtigste gesehen zu haben. Vor allem die schwierige Thematik einer Übernachtung entfällt dabei. Deswegen war ich von der Idee gleich angetan, und der Erfolg war groß, obwohl es das erste Mal war, und trotz des eher ungünstigen Termins wegen der Europameisterschaft und des Deutschlandspiels am ersten Abend.«

Kundenpflege im Fokus

Generell sieht es der Geschäftsführer als positiv an, bei einer Messe von Anfang an oder sehr früh dabei zu sein. »Das war bei der Fakuma so, bei der Euromold und bei der Euroguss, und das ist bei der wfb ähnlich. Man kann sich von vornherein einbringen und auf der anderen Seite wertvolle Ideen sammeln.«

Die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter bezeichnet Christen Merkle als angenehm und unkompliziert. »Einige große und etablierte Messen bekleckern sich da nicht mit Ruhm, aber bei der wfb wurden unsere Wünsche jederzeit gehört und berücksichtigt. Das ist sicher auch durch unser frühes Engagement begründet, da haben wir uns eine günstige Ausgangsposition erarbeitet.«

Viele Exponate sind auf einer kleinen Messe wie der wfb nicht das ausschlaggebende Element. »Natürlich werden wir auch einige neue Produkte mit nach Siegen nehmen, aber einen Blockzylinder kann sich jeder vorstellen. Im Normalfall arbeiten wir dort eher mit Bildern, Darstellungen am Bildschirm oder mit der App, die wir seit der Euromold vorstellen und mit der sich unsere Kunden ihren Zylinder auswählen können«, sagt Christen Merkle.

Hauptsächlich will sein Unternehmen in Siegen aber Kundenpflege betreiben. »Wir betreiben in Deutschland keinen Außendienst, darum ist die Messe eine gute Plattform, mit Kunden zu sprechen und sich zu treffen. Diese Möglichkeit wollen wir aktiv nutzen, und wir freuen uns über jeden, der vorbeikommt. Wenn ein paar neue Interessenten und potenzielle Kunden dabei sind, umso besser.«

Trotzdem zeigt AHP Merkle auch Highlights aus ihrem Produktspektrum. Im Fokus stehen aus gegebenem Anlass diejenigen, die für den Formenbau wichtig sind. Derzeit erstellt das Unternehmen ein standardisiertes Schnelllieferprogramm mit Preisvorteil von häufig eingesetzten Hydraulikzylindern. »Das wollen wir vorstellen und bewerben, vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass wir diese Produkte schneller liefern können und günstiger sind im Preis. Seit der Euromold haben wir auch eine App im Angebot, und wir werden es bis zur wfb schaffen, dieses Schnelllieferprogramm in unseren CAD-Katalog zu integrieren, so dass man gezielt danach suchen kann.«

Fachlicher Dialog

Als Plattform für den fachlichen Dialog zwischen Ausstellern und Besuchern hat der Veranstalter das »Forum PraxisNah« ins Leben gerufen. Hier stellen Experten aus der Industrie erfolgreiche Lösungen für die Branche vor. »Diese Vorträge kann die Standbesatzung von AHP leider kaum besuchen«, bedauert Christen Merkle. »Aber es wäre sicher was für uns dabei.«

Auf einen Blick

Die WFB

- Fachmesse für Werkzeug- und Formenbau.

- Veranstaltungsort: Siegerlandhalle, Koblenzer Straße 151, 57072 Siegen.

- Die Messe findet in Foyer, Halle und Galerie statt.

- Öffnungszeiten: 19. Juni 2013: 9:00 bis 18:00 Uhr, 20. Juni 2013: 9:00 bis 17:00 Uhr.

- Eintrittspreis: Tageskarte 15 Euro.

Erschienen in Ausgabe: 03/2013