Immer gut gelagert

STEHLAGERGEHÄUSE – Zahlreiche Anwendungen erlauben keinen freien Einbau von Wälzlagern. In vielen Fällen ermöglichen deshalb erst maßgeschneiderte Lagergehäuse ihren optimalen Einsatz.

23. Juni 2008

Die bestmögliche Funktion eines Wälzlagers erfordert dessen optimale Einbaulage in der jeweiligen Applikation. In vielen Bereichen gewährleisten daher erst passende Lagergehäuse einen störungsfreien Betrieb der Lager über eine lange Laufzeit. Der französisch-japanische Wälzlagerspezialist SNR hat deshalb jetzt eine Baureihe von zweiteiligen Stehlagergehäusen vorgestellt, mit der sich maßgeschneiderte Lösungen für eine Vielzahl von Anwendungen aufbauen lassen. Im Einsatz sind die Stehlagergehäuse der neuen Baureihe SNC bisher beispielsweise in Transportsystemen, Hebewerken oder Industrieventilatoren.

LANGE LEBENSDAUER

Die zweiteiligen Lagergehäuse kombinieren eine optimierte Steifigkeit und eine lange Lebensdauer mit einer erleichterten Montage. Außerdem verbessert die optimierte Struktur der Gehäuse das Schwingungsverhalten und die Wärmeableitung. Zusammen reduzieren diese Maßnahmen die Belastung der Lager sowie des Schmiermittels und verlängern damit die Lebensdauer des Lagers deutlich.

Das Lieferprogramm des Unternehmens umfasst vier Serien zweiteiliger Lager und bietet eine breite Auswahl an Lösungen zur Abdichtung an. So sind die Baureihen SNC 200 und 300 für einen Einbau mit Lagern mit zylindrischer Bohrung ausgelegt, während die Baureihen SNC 500 und 600 mit Lagern mit kegeliger Bohrung kombiniert werden.

ZAHLREICHE VARIANTEN

Insgesamt bietet das Standardprogramm nicht weniger als 74 verschiedene Abmessungen mit möglichen Wellendurchmessern von 20 bis 160 Millimeter. Standardmäßig liefert der Hersteller die Gehäuse mit seinen Pendelrollenlagern der Premier-Serie aus, die genormten Innenmaße der Gehäuse erlauben aber auch den Einsatz maßgleicher Wälzlager anderer Serien und anderer Hersteller. Auf diese Weise lassen sich auch für sehr spezifische Wünsche maßgeschneiderte Lösungen realisieren.

Der Hersteller optimierte den Aufbau der neuen Baureihe mithilfe der Methode der finiten Elemente und konnte dadurch die Steifigkeit beträchtlich verbessern. Der massive Gehäusefuß verbessert das Schwingungsverhalten und stellt damit eine lange Lebensdauer sicher. Zudem wurden bei den Stehlagergehäusen die Durchmesser der Bolzen verstärkt. Gegenüber Standardlösungen können sie deshalb auf dem Gehäuseoberteil mehr als 15 Prozent höhere Radiallasten aufnehmen.

EFFIZIENTE WÄRMEABFUHR

Eine effiziente Wärmeableitung aus dem Gehäuse im Betrieb gewährleisten die umlaufenden Rippen, die X-förmige Auflagefläche sowie der Einsatz der speziellen Fettmengenreglerscheibe RDC. Nach Angaben des Herstellers senken diese Maßnahmen die Temperatur im Betrieb um etwa zehn Prozent.

Zahlreiche Markierungen sowie zwei zusätzliche Montagebohrungen im Gehäusefuß vereinfachen die Ausrichtung und den Einbau des Gehäuses. Sollte eine Änderung der Gehäuse notwendig sein, lassen sich diese Montagebohrungen für die Ausrichtung auf der Maschine verwenden. Die seitlich auf dem Lagergehäuse aufgedruckten Codenummern ermöglichen die richtige Zuordnung von Ober- und Unterteil.

Beim Einbau mehrerer Lager sind die Ober- und Unterteile nicht untereinander austauschbar, da sie bei der Fertigung zusammengepasst werden. Standardmäßig sind alle Außenflächen blau lackiert. Die bearbeiteten Flächen im Inneren des Lagers sind mit einem Korrosionsschutz versehen. Alle nicht bearbeiteten Flächen sind grundiert.

KORROSIONSFEST

Vervollständigt wird die Gehäusebaureihe durch eine Vielzahl von Dichtungen. Für Standardanwendungen eignet sich eine Doppellippendichtung des Typs DS. Für Anwendungen mit hohen Drehzahlen empfiehlt sich eine Filzdichtung vom Typ FS, die gefettet und mit einem Trägerring aus poliertem Aluminium geliefert wird. Zur optimalen Abdichtung lässt sich eine solche Dichtung außerdem mit einem V-Ring kombinieren. In Verbindung mit einer Auflagescheibe kann eine V-Ring-Dichtung zudem einen Spurfehler bis zu 1,5 Grad ausgleichen. Anwendungen, die schwierigen Umgebungsbedingungen und hohen Temperaturen bis zu +200 °C ausgesetzt sind, wie im Tagebau oder der Glasindustrie, ermöglichen die Labyrinthdichtungen des Typs LA. Abgerundet wird das Programm durch komplette, bereits montierte und gebrauchsfertige Spezialsysteme mit integrierten Wellen.

bt

Fakten

- Die zweiteiligen Stehlager der Reihe SNC kombinieren hohe Steifigkeit und lange Lebensdauer mit einem leichten Einbau.

- Die nach der Methode optimierte Geometrie und die Fettmengenreglerscheibe verbessern die Wärmeableitung.

- Zahlreiche Dichtungen ermöglichen die Anpassung an Drehzahl, Temperatur und Umgebungsbedingungen.

Erschienen in Ausgabe: 04/2008