In der Welt des Kunststoffs

Branchentreff K-Messe

K-Messe . Alle drei Jahre herrscht in Düsseldorf rege Betriebsamkeit. Die K-Messe ruft und die Kunststoffbranche strömt aus aller Welt zusammen. Auch mancher Hersteller von Komponenten nutzt diese Plattform, um seine Produkte zu zeigen.

30. September 2016

Kunststoff ist einer der Werkstoffe der Zukunft, das wird besonders deutlich angesichts der K-Messe in Düsseldorf, die auch 2016 wieder Wegweiser für die Kunststoff- und Kautschukindustrie weltweit sein wird. Schon vor über einem Jahr war die Ausstellerliste dicht und alle 19 Hallen des Düsseldorfer Messegeländes ausgebucht. 3.000 Unternehmen konnten sich einen der begehrten Standplätze sichern und präsentieren ihre Neuheiten und Lösungen aus den Angebotsbereichen Rohstoffe, Hilfsstoffe, Halbzeuge, Technische Teile und verstärkte Kunststofferzeugnisse sowie Maschinen und Ausrüstung für die Kunststoff- und Kautschuk-Industrie.

»Dank des Angebotsumfangs und der hohen Internationalität der Aussteller und Besucher hat die K in Düsseldorf eine Sonderstellung in der Welt. Sie ist Ausgangspunkt maßgeblicher Entscheidungen für Produkt-, Prozess- und Problemlösungen und weist der gesamten Branche den Weg für die kommenden Jahre«, sagt Werner Matthias Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf. »Das Spektrum der teilnehmenden Firmen reicht vom global agierenden Großkonzern bis zum Start-up-Unternehmen und bietet eine einzigartige Breite und Tiefe.«

Premieren en masse

Die K versteht sich als Premierenplattform der Kunststoff- und Kautschukindustrie. »Von keiner anderen Messe geht eine solche Vielzahl von Impulsen aus. Nirgendwo anders gibt es so viele innovative Produkte, die im Wettbewerb das A und O sind, um sich gegenüber der starken weltweiten Konkurrenz zu behaupten«, sagt Werner Dornscheidt. Um alle Highlights schnell zu finden, ist das Messeareal klar nach den Angebotsbereichen gegliedert. »Jeder Besucher ist so in der Lage, ohne Umwege die Aussteller aufzusuchen, die seinen professionellen Interessen entsprechen.« Als Hilfestellung gibt es den jetzt optimierten Innovation Compass, mit der der Besucher technologische Neuentwicklungen der Aussteller noch besser erkennen und sich so gezielt auf den Messebesuch vorbereiten kann.

Die Messe wendet sich an Hersteller von Kunststoff- und Gummierzeugnissen und Entwickler, Konstrukteure und Fertigungsfachleute aus den Anwenderindustrien. 2013 waren 82 Prozent der Besucher an Investitionsentscheidungen direkt beteiligt.

Auch auf der K-Messe sind Rahmenveranstaltungen ein wichtiges Standbein. Auf der Sonderschau »Über das Heute hinaus« etwa wird gezeigt, wie Kunststoff unseren Alltag prägt und die Probleme von morgen zu lösen vermag. »Und im Science Campus finden Forschung und Lehre ihr Forum«, freut sich Dornscheidt. Weitere Angebote sind die Sonderschau »Plastics shape the future« mit den Entwicklungen von morgen, die Kunststoff-Ausbildungs-Initiative (kai) für den Nachwuchs oder »3D fab + print«, wo sich alles um den Trend 3D-Druck dreht.

Zugeschnittene Bausteine

Unter all den großen Maschinen finden sich auf der K-Messe auch etliche Komponenten und Lösungen. Wie sich die Entwicklung von Spritzgieß-, Extruder- oder Blasformanwendungen vereinfachen lässt, zeigt B&R mit seiner mapp-Technology. Für wiederkehrende Aufgaben gibt es jetzt modulare Softwarebausteine, die mit wenigen Mausklicks parametriert sind und die Entwicklungszeit um durchschnittlich 67 Prozent reduzieren. »Mit speziellen mapp-Komponenten für Kunststoffmaschinen wird das Einsparpotential im Software-Engineering nun noch größer«, sagt Patrick Bruder, Branchenspezialist für die Kunststoffindustrie bei B&R. Industrie 4.0 verlange nach einer Vernetzung von Maschinen und Anlagenteilen, die sich nur mit einer durchgängigen Kommunikation umsetzen lässt.

Das Trendthema »Leichtbau« ist derzeit einer der zentralen Ansatzpunkte in Forschung und Entwicklung. Verbindungsspezialist Ejot hat dazu individuelle Leichtbaustrategien auch für die Kunststoffbranche im Programm. Die Delta-PT-Schraube aus Stahl zum Beispiel ist leistungsfähig, aber leicht und materialoptimiert. Die Variante aus Aluminium ist nochmals 60 Prozent leichter und aus Kunststoff gefertigt, so eignet sich die Schraube für weiche Thermoplaste. Vor allem in Verbindung mit der Insert-Lösung Deltasert P aus Kunststoff entsteht eine prozesssichere Verschraubung. Dank der speziellen Domkonstruktion lässt sich trotz geringer Wandstärken ein Tubusprofil umsetzen, in das das Verbindungselement auch bei geringer Bauraumhöhe sicher und zuverlässig eingeschraubt werden kann.

Speziell für Spritzgießmaschinen mit Servopumpe entwickelte Gefran den energiesparenden Frequenzumrichter ADP200. Er verfügt über eine eigens für Spritzgießmaschinen konzipierte PID-Regelung, die maximale Flexibilität bei der Integration und hohe Leistungen im Betrieb bietet. Alle Frequenzumrichter haben integrierte Sicherheitslösungen an Bord und sind nachhaltig ausgerichtet. Sämtliche Maschinendaten lassen sich gemäß Industrie 4.0 über Ethernetports aufzeichnen und über das Internet zugänglich machen. Dazu passt auch ein neuartiges System aus kompakten Sensoren, Magnetadaptern und einem Anzeigegerät. Es gestattet die einfache und direkte Messung und Anzeige von Düsendruck und Düsenanlagekraft in Kunststoffspritzgießmaschinen.

Stratasys demonstriert, welche Effizienzsteigerung Hersteller erreichen können, wenn sie Lösungen aus dem Bereich der additiven Fertigung in ihr Spritzgussverfahren einbinden. Referenzunternehmen konnten kürzere Produktionszeiten und geringere Kosten von bis zu 90 Prozent erreichen.

Der neue 3D-Drucker J750 produziert live Formen aus Digital-ABS-Materialien. Diese halten selbst dem starken Druck und den hohen Temperaturen einer Spritzgießmaschine stand. Besucher sollen sehen, wie leistungsfähig die so hergestellten Formhohlräume für Kleinserien-Spritzgussverfahren sind und wie sich diese effizienter, profitabler und schneller gestalten lassen.

Erschienen in Ausgabe: 07/2016