In jeder Variante stark

Spezial

Greifer – Zimmer bezeichnet seine Greiferserie 5000 als unschlagbar robust und technisch ausgereift. Die pneumatisch angetriebenen Premiumgreifer GPP5000 und ihre elektrischen Pendants GEP5000 sind seit zwei Jahren auf dem Markt und jetzt auch mit IO-Link erhältlich.

30. September 2016

Wenn Greifer möglichst universell eingesetzt werden können, ist das ein Pluspunkt in Anwendungen der Automatisierung. Genau darauf zielt Zimmer mit seiner Serie 5000 ab. Die Komponenten sind laut Hersteller schon in der Standardausführung schnell, bieten hohe Greifkräfte und große Fingerlängen, sind korrosionsgeschützt und IP64-abgedichtet, darüber hinaus können sie für eine maximale Anlagenverfügbarkeit mit einer sehr hohen Genauigkeit gegeneinander austauschen. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis bezeichnet Zimmer als sehr gut.

Die Greifer der 5000er-Serie sind mit einer extrem robusten, DLC-beschichteten Stahl-in-Stahl-Profilnutenführung ausgestattet, der sie ihre laut Hersteller praktisch unschlagbare Robustheit und die hohen Greifkräfte verdanken. Diese Stahl-Stahl-Profilnutenführung ist extrem widerstandsfähig und braucht den Vergleich mit Ausführungen in Aluminium nicht zu scheuen. Überall in der Industrie und im Maschinenbau sind Führungen auf Stahl-Stahl-Basis seit langer Zeit Standard.

30 Millionen Zyklen

Die DLC-Beschichtung der Backen sorgt mit einem niedrigen Reibungskoeffizienten, der extremen Härte und den guten Notlaufeigenschaften dafür, dass die Greifer 30 Millionen Zyklen ohne Wartung bewältigen können und dabei auch widrige Einsatzbedingungen überstehen.

Solche Dauerleistungen sind möglich, weil die Greiferbacken schon von jeher mit Schmiertaschen für eine sichere Schmierstoffversorgung ausgestattet sind und die Entwickler von Zimmer für die Abdichtung der Prismenführungen zudem einen Doppelabstreifer eingesetzt haben.

Die äußere Dichtlippe streift dabei Schmutz und Staub ab, die innere Dichtlippe sorgt dafür, dass der Fettvorrat über die gesamte Lebensdauer erhalten bleibt.

Mit dieser doppelten Abdichtung weisen die Greifer schon in der Standardversion die Dichtigkeitsklasse IP64 auf. Mit einem Protektor lässt sich die Dichtigkeit sogar auf IP67 steigern, so dass diese Greifer auch unter schwierigen Umgebungsbedingungen wie in Bearbeitungszentren oder Schleifmaschinen eingesetzt werden können.

Stahl-Stahl-Führungen sind gegenüber den Stahl-Aluminium-Führungen unempfindlicher gegenüber Überlastung. Aluminium weist ein niedriges Elastizitätsmodul auf und neigt bei hohen Belastungen zum Kriechen, was Schäden verursachen kann. Bei Stahl hingegen ist dieses Elastizitätsmodul hoch. Darum bestehen Greifer mit Stahlführungen auch starke Überlastung problemlos.

Trickreiche Details

Zimmer setzt bei den Greifern der Serie 5000 auf trickreiche Detaillösungen, die den täglichen Einsatz erleichtern und die Verwendung von Zubehör überflüssig machen sollen. Beispielsweise sind sie grundsätzlich mit durchgängigen Sensornuten ausgestattet. Die Magnetsensoren können daher sehr einfach ausgetauscht werden, ohne dazu den Greifer abzumontieren. Für die Klemmung der Sensoren genügt eine einzelne Schraube, und die Feinjustierung der Schaltposition erfolgt feinfühlig über eine selbstsicherende Einstellschraube.

Zur Befestigung haben die Ingenieure von Zimmer etliche Möglichkeiten integriert, zudem sind sie unter dem Abdeckblech mit zusätzlichen Stiftbohrungen ausgestattet, die beispielsweise die Montage von kundenspezifischen Anbauteilen wie etwa Einführdorne ermöglichen.

Pneumatisch und elektrisch

Die Baureihe 5000 steht in einer pneumatisch und in einer elektrisch angetriebenen Variante zur Verfügung. Beide Ausführungen bieten fast identische Greifkräfte und Öffnungs- oder Schließzeiten mit vergleichsweise sehr hohen maximalen Greifkräften und Fingerlängen.

In den elektrischen Varianten ist neben der Steuerung und einem Hall-Sensor für die Backenabfrage auch ein absolutes Wegmesssystem mit einem hoch auflösenden Resolver integriert, das permanent die Position der Greiferbacken ermittelt. Dadurch weiß die Greifersteuerung nach dem Einschalten sofort, in welcher Position die Backen stehen. Die integrierte Steuerung macht es auch möglich, den Greifer direkt zu teachen. Über ein kleines Bedienfeld am Gehäuse lässt sich zudem die Greifkraft in fünf Stufen einstellen.

Die Greifer sind für echtes Plug & Play ausgelegt, der elektrische Anschluss ist ebenso einfach durchzuführen wie die pneumatische Verschlauchung. Der Nutzer muss lediglich ein standardisiertes Einzelkabel verbinden, das sowohl die Anbindung an die 24-Volt-Stromversorgung als auch den Anschluss an die Steuerung übernimmt. Sobald dann ein Signal an der Steuerleitung anliegt, öffnet sich der Greifer, um sich bei einem weiteren Steuersignal wieder zu schließen.

Um die elektrischen Varianten an die zentrale Maschinensteuerung anzubinden, setzt die Zimmer Group das benutzerfreundliche Kommunikationssystem IO-Link ein. Der Anwender kann so die Einstelldaten der Greifer direkt eingeben oder teachen. Sie lassen sich zentral abspeichern und schnell und fehlerfrei auf andere Greifer übertragen. Das gewährleistet ein hohes Maß an Maschinenverfügbarkeit. IO-Link eröffnet zudem zahlreiche Optionen für die erweiterte Diagnose und vorbeugende Wartung, so dass Greifer und andere Komponenten schon bei ersten Anzeichen von Verschleiß ausgetauscht oder gewartet werden können, lange bevor es zu einem Ausfall kommen kann.

Die Serie 5000 ist seit einiger Zeit im Praxiseinsatz und hat sich zum Beispiel bei Heitec Auerbach bewährt. Der mittelständische Systemanbieter für Industrielösungen sieht seine Kompetenzen im Sondermaschinenbau, der Automatisierung oder in Schaltschrankbau und Blechbearbeitung und realisiert dort Automatisierungslösungen für Zerspanungs- und Reinigungsprozesse, aber auch für Montage- und Fügeprozesse sowie für Mess- und Prüfaufgaben.

Kleinere Baugrößen möglich

»Wir haben mit der Zuverlässigkeit der Greifer und Schwenkeinheiten aus dem Programm der Zimmer Group in vielen Jahren nur gute Erfahrungen gemacht«, sagt Thomas Müller, Konstruktionsleiter bei Heitec Auerbach. »Das hat uns bewogen, in unseren neuen Anlagen möglichst schnell pneumatische Greifer der Serie 5000 einzusetzen. Durch die höheren Greifkräfte können wir nun kleinere Baugrößen einsetzen, und die verschleißfesten Führungen bieten uns eine extrem lange Lebensdauer, einen reduzierten Wartungsaufwand sowie eine höhere Anlagenzuverlässigkeit und -produktivität.«

Damit könne das Unternehmen seinen Kunden zuverlässigere und zugleich wirtschaftlichere Anlagen anbieten. »Und das verbessert sowohl unsere eigene Wettbewerbsfähigkeit als auch die unserer Kunden«, resümiert Müller. mk

Erschienen in Ausgabe: 07/2016