In rauer Umgebung

Industrieelektronik

Industriecomputer - Mit staubdichtem Aluminiumgehäuse und flüsterleisem Kühlsystem widersteht die Picobox harten Umgebungen.

09. September 2009

Staub, aggressive Dämpfe und Funkenflug sind für viele Rechner ein Knock-out-Kriterium. Selbst feinste Partikel, die in das Gerät eindringen, bedeuten meist das Aus. Der Herrenberger Industriecomputer-Spezialist BEG Bürkle bietet mit der neuen Picobox einen Industrierechner auch für extrem raue Umgebungen und Temperaturen von 5 bis zu 50 Grad Celsius an. Ein staubdichtes, robustes Aluminiumgehäuse, das jeden Luftaustausch mit dem Umfeld verhindert, ermöglicht reibungslosen Betrieb.

Lüfter versus Heatpipe

Der IPC wird mit zwei Kühlkonzepten angeboten. Zur Verfügung stehen ein interner Lüfter, der die Luft im Gehäuse umwälzt, und alternativ eine Heatpipe, also ein rohrförmiger Wärmeüberträger. Klarer Vorteil des internen Lüfters ist, dass sich durch die Luftumwälzung keine Heißpunkte bilden können. Außerdem lässt sich die Picobox locker bei Temperaturen bis zu 50 Grad Umgebungstemperatur einsetzen. Dafür wird die Luft an allen Bauteilen vorbeigeleitet und an die Wärmetauscher der oberen Gehäusewand transportiert.

Die flache, gravitherme Heatpipe, also das schwerkraftbetriebene Wärmerohr, ermöglicht eine energieeffiziente Kühlung des Rechners. Diese beruht auf dem Grundprinzip des Thermosiphonsystems, bei dem Verdampfen und Kondensieren wegen der Schwerkraft einen geschlossenen Kreislauf bilden, und erlaubt eine extrem hohe Aufnahme und einen maximalen Transport von Wärmeenergie. Allerdings läuft der Rechner hier nur bei Temperaturen von 5 bis 40 Grad Celsius optimal. Gerade wenn es um die neuen Atom-Boards geht, die eine geringere Wärmeverlustleistung verursachen, kommen häufiger Heatpipe-Lösungen ins Spiel. Lüfterlose Rechner sind zwar momentan stark gefragt. Jedoch ist nicht jedem Kunden klar, dass es auch größere Nachteile gibt. So hat beispielsweise die erhöhte Temperatur im Gehäuse eine direkte Auswirkung auf die Langlebigkeit der Elektronik, die stark reduziert wird. Die Picobox ist eines der jüngsten Modelle, das in die neue Boxline-Struktur integriert wurde. Sie entspricht dem aktuellen Design und verfügt über standardisierte Hardware, die in vielen Geräten verbaut ist. Zusätzlich kann der Rechner mit Optionen wie Bluetooth, CompactFlash, W-LAN oder SD-Card-Slot aufgerüstet werden. Werden die Kundenanforderungen nicht mit der kostengünstigen Standardversion erfüllt, gibt es mehrere Möglichkeiten, die Picobox zu individualisieren. Elektronische Anpassungen in der Ausführung »Modification« sind eine Variante. Sollten selbst hier noch Wünsche offen sein, kommt die Version »Customized« zum Tragen. Hier können beispielsweise das Gehäuse individuell angepasst und eigene Kundenboards eingebaut werden. Das geht von Fall zu Fall bis hin zu einer kompletten Neukonfiguration.

Für die Picobox stehen entweder Prozessoren von Intel: Atom, Intel Core Duo, Intel Celeron oder von AMD: Turion oder Mobile Sempron zur Verfügung. Die eingesetzte 2,5-Zoll-Festplatte Seagate EE25 ist 40 GB groß und für den 24/7-Dauerbetrieb zugelassen. 1 GB oder wahlweise 2 GB Arbeitsspeicher liefern ausreichend Leistung für komplexe Anwendungen. Je nach Mainboard von Jetway, Fujitsu Siemens oder Kontron, stehen bis zu 8 USB und 6 Audio-Schnittstellen zur Verfügung.

Schnell montierbar

Der neue IPC ist 210 Millimeter lang, 310 Millimeter breit und 99 Millimeter hoch. Er kann über vier passende Haltewinkel in fast jeder Position schnell und einfach montiert werden. Dank seines robusten Baus und seiner Leistungsfähigkeit gibt es fast unbegrenzte Einsatzgebiete und Anwendungsmöglichkeiten. Beispielsweise verwenden Kunden die Picobox für die Verwaltung von Multiscreen-Anlagen, für die mehrere TFTs betrieben werden und gemeinsam ein großes Bild darstellen. Die IPCs sind hier allerdings nicht für die Bilddarstellung, sondern die Verwaltung der Hardware verantwortlich. Für ein anderes Projekt laufen die Industrierechner in einem Warmwalzwerk und steuern Anlagen, welche die Temperatur überwachen, wenn der Stahl aus dem Ofen kommt.

Vorteil ist, dass keine Luft von außen in den IPC eindringen kann. Zusätzlich erledigt die PicoBox auch interne Berechnungen, damit die Farbe auf dem angeschlossenen Monitor korrekt wiedergegeben wird.

Norbert Lüders, BEG Bürkle/aru

Erschienen in Ausgabe: 5-6/2009