Inbetriebnahme wird digital

Forschungsprojekt soll 3D-Entwicklung und virtuelle Inbetriebnahme als Bestandteil von Industrie 4.0 erkunden

12. Oktober 2015

Die frühzeitige Erprobung von Fertigungsanlagen mittels Virtual Reality erforscht jetzt das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt VIB-SHP (»Virtuelle Inbetriebnahme mit Smart Hybrid Prototyping«). Ziel des Projekts ist, einen Baukasten für Entwicklungsumgebungen zu entwerfen, mit denen auch Mittelständler Produktionsanlagen konzipieren und dann durch virtuelle Prüfung absichern können. Beteiligt an dem Projekt sind die Institute und Unternehmen Fraunhofer IPK, TU Berlin, Contact Software, Datenflug GmbH, Jonas & Redmann Automatisierungstechnik, Ingenieurbüro Mewes & Partner, nVIZ, Promes, Psipenta Software und Edag GmbH.

Das Projekt arbeitet mit einem Domänen-übergreifenden Konzept für die Produktmodellierung, das exemplarisch in CIM Database PLM von Contact Software implementiert wird. Dieses Unternehmen entwickelt auch die Schnittstellen, um MCAD- und E-CAD-Anwendungen, VR-Software, verschiedene Simulationstools und das ERP in die virtuelle Absicherung einzubinden. CIM Database PLM wird die Aufgaben des Produktdatenmanagements übernehmen und für die angebundenen IT-Werkzeuge die 3D-Geometrie, Produktstrukturinformationen und Simulationsmodelle verwalten. Über die Software werden zudem die digital beschriebenen Anlagenkomponenten in einem standardisierten Baukastensystem abgebildet. Contacts neue Visualisierungssoftware 3D Spatial Connect wird im Rahmen von VIB-SHP verwendet, um neben VR und CAD den direkten Zugriff auf die Geometrie im PLM-System zu ermöglichen.

»Virtual Reality eignet sich hervorragend als Medium zur Abstimmung in interdisziplinären Teams«, sagt Dr. Patrick Müller, Produktmanager PLM bei Contact Software. »Von der starken visuellen Aussagekraft profitieren alle an der Produktentstehung beteiligten Personen«. Durch VR können sich zudem wirtschaftliche Vorteile ergeben wie beispielsweise die Reduzierung von Änderungen durch eine frühe, digitale Produkterprobung. Wegen der bislang hohen Kosten wird diese Technik derzeit fast nur in Großunternehmen genutzt. Das Verbundprojekt soll sie für den Mittelstand verfügbar machen.