14. NOVEMBER 2018

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Kühlen und Kosten sparen


Industrieelektronik

Ventilatoren – Rotorblätter nach dem Vorbild eines Eulenflügels und ein neuartiger Verbundwerkstoff bilden die Basis für einen neuen Ventilator, der sehr leise ist und bis zu 20 Prozent Energie einspart.

Kältemaschinen kommen nicht ohne sie aus, außerdem sorgen sie für gute Luft in der Werkshalle als Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter: Ventilatoren. Darum sollten Konstrukteure diese beim Layout einer Anlage einplanen. Allerdings stellen Ventilatoren aufgrund des hohen Energieverbrauchs einen erheblichen Kostenfaktor dar, weswegen die energieeffiziente Ausführung der Geräte eine große Rolle spielt.

Diesen Umstand hat sich Ziehl-Abegg auf die Fahnen geschrieben und stellt mit dem ZAplus eine neue Generation von Ventilatorensystemen vor. Die Axialventilatoren aus der Reihe FE2owlet sollen dem Anwender nach aktuellen Tests im Dauerbetrieb durchschnittlich 150 Euro pro Jahr einsparen.
Diese Summe ergibt sich bei einer täglichen durchschnittlichen Betriebszeit von 16 Stunden bei einem Strompreis von 13 Cent pro Kilowattstunde sowie durchschnittlich 80 Prozent Nenndrehzahl. Dazu Produktmanager Chris-Marco Besler: »Je nach Einsatzfall sind sogar deutlich mehr als 200 Euro Einsparung pro Jahr möglich und wer weniger Strom verbraucht, schont durch den geringeren CO2-Ausstoß zudem die Umwelt.« Die Energieeinsparung ist darüber hinaus laut Besler ein unschlagbares Verkaufsargument für den Vertrieb: »In größeren Kälteanlagen arbeiten oft mehrere hundert Ventilatoren parallel. Hier kommen dann ganz schnell interessante Einsparpotentiale zusammen, die insbesondere bei den aktuellen und kommenden Energiepreissteigerungen höchst interessant sind.«

Ebenfalls sehr deutlich kommentiert Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg, die Vorzüge des neuen Produkts: »Wir setzen mit dem ZAplus einen neuen Standard in Punkto Effizienz, der der EU-Richtlinie fürs Energiesparen deutlich voraus ist. Wir übertreffen diese weltweit strengsten Einsparvorgaben sowohl mit unseren ECblue-Motoren als auch mit den traditionellen AC-Motoren. Auf diese Weise erhalten Gerätehersteller Sicherheit und Flexibilität und es eröffnen sich ihnen große Chancen im Projektgeschäft.« Der höhere Anschaffungspreis amortisiere sich innerhalb eines Jahres. »Danach spart der Anwender durch den niedrigeren Stromverbrauch jeden Tag bares Geld.«

Ein wesentliches Merkmal der Ventilatoren von Ziehl-Abegg ist vor allem der bionische Ansatz. »Wir lassen die neuesten Erkenntnisse aus Materialentwicklung und Bionik in unsere Ventilatoren einfließen«, erklärt Firmenchef Fenkl. »Die gezackten Flügel zum Beispiel sind dem Beuteflug der Eule nachempfunden, dem Vogel mit den geringsten Fluggeräuschen in der Tierwelt. Daher arbeiten unsere Produkte mit dem Zusatz ›owlet‹ bei gesteigerter Effizienz leiser als alle anderen auf dem Markt vergleichbaren Ventilatoren. Wir konnten die Geräuschkulisse mehr als halbieren.«

Gemeinsam entwickelt

Die Axialventilatoren aus der Baureihe FE2owlet sind in interdisziplinären Teams entstanden. So konnte Ziehl-Abegg laut Peter Fenkl revolutionäre Verbesserungen etablierter technischer Systeme erreichen: »Das innovative Design zeigt schon rein äußerlich, dass wir hier neue Wege beschritten haben, die echten Vorteile stecken aber im Strömungsverhalten.« Die Aerodynamik überzeuge nicht nur unter Laborbedingungen, sondern insbesondere in der Kundenapplikation und vor allem bei kritischen Strömungsbedingungen. »Das beeindruckende Geräuschverhalten zeigt sich nicht nur in der Katalogangabe des Schallleistungspegels. Das ausgewogene Klangbild des Ventilators führt zu einer positiven Beurteilung des Geräuschverhaltens.«

Zusammen mit Motor und Steuerungstechnik bildet der ZAplus eine kompakte, ideal abgestimmte Kombination aus einem Guss. Dazu trägt auch der neu entwickelte und bereits mehrfach ausgezeichnete Verbundstoff ZAmid wesentlich bei. Denn durch ihn ist es möglich, die Ventilatoren ohne Schweißnähte und Verbindungsstellen und in optimierten dreidimensionalen Formen herzustellen. Er weist ähnliche Materialeigenschaften wie Stahl auf, ist aber deutlich leichter. Dadurch wiegt das ZAplus-System acht Kilogramm weniger als heute marktübliche Systeme.

Neben der abgestimmten Verbindung von effizienten Einzelelementen ermöglicht der Verbundwerkstoff ZAmid zudem neue Formen, die den Luftstrom gezielt positiv beeinflussen. »Auf diese Weise produziert der Ventilator eine bis zu 15 Prozent höhere Luftmenge«, erklärt Chris-Marco Besler. »Wenn diese Luftreserve nicht benötigt wird, ist es alternativ möglich, zusätzlich zur Energieeinsparung das Betriebsgeräusch noch einmal deutlich zu reduzieren.«

Sicher vor Kurzschlüssen

Das neuartige System minimiert zudem das Risiko eines thermischen Kurzschlusses, weil ein geschlossener Kabelkanal die elektrischen Leitungen schützt. Für Gerätehersteller, die Schalldämpfer oder Textilschläuche installieren, gibt es auf beiden Seiten des ZAplus genormte Eurovent-Flanschanschlüsse.

Ziehl-Abegg hat bei der Entwicklung auch Transport und Handling der Abdeckplatten bei den Geräteherstellern im Visier gehabt: »Das ZAplus-System erlaubt es, dass die Abdeckungen flache Platten sind«, erläutert Chris-Marco Besler. »Tief gezogene Ventilatorendüsen, die ein Stapeln der Abdeckplatten bisher verhindert hatten, gehören der Vergangenheit an. Jetzt ist es möglich, beim Transport mehrere Platten aufeinander zu setzen.« Zudem können die Gerätehersteller für diese Abdeckplatten normales Blech und sogar Kunststoff oder Holz verwenden. »Das ist gut fürs Design«, unterstreicht der Produktmanager.


Auf einen Blick
Ziehl-Abegg

-Umsatz 2011: 358 Millionen Euro, davon 308 mit Lufttechnik und 50 mit Antriebstechnik.
-Beschäftigte: 3.100 weltweit, davon 1.700 in Deutschland.
-Produkte: Ventilatoren, Motoren und die dazu gehörige Steuerungstechnik.
-Sieben Prozent des Umsatzes werden in Forschung und Entwicklung investiert.
-Die Ausbildungsquote in Deutschland liegt derzeit bei zehn Prozent.

www.ziehl-abegg.de

Ausgabe:
:K 06/2012
Unternehmen:
Bilder:

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