19. JULI 2018

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"Erhebliche Kundenvorteile"


Stauff ist Entwickler und Produzent von Leitungskomponenten für die Fluidtechnik. Im Interview mit :K-Chefredakteur Hajo Stotz erläutert Jörg Deutz, CEO der Stauff Gruppe, die Auswirkungen der Voswinkel-Übernahme im Jahr 2015. Außerdem spricht der Firmenchef über Systemlösungen für Erstausrüster und gewährt einen Blick ins Maintenance-Messegepäck.

Herr Deutz, Stauff ist Entwickler und Produzent von Leitungskomponenten für die Fluidtechnik. 2015 hat Ihr Unternehmen Voswinkel, einen der führenden deutschen Hersteller von Schlaucharmaturen und Schnellverschlusskupplungen, übernommen und im Januar 2018 Logistik und Vertrieb zusammengelegt – ergeben sich daraus auch Vorteile für den Kunden?

Jörg Deutz: Selbstverständlich. Schließlich ist der daraus resultierende Kundennutzen einer der Hauptgründe für die Zusammenführung der Aktivitäten beider Unternehmen. Seit Anfang 2018 haben Kunden nur noch einen zentralen Ansprechpartner für das gesamte Programm an Stauff- und Voswinkel-Leitungskomponenten aus sieben Produktgruppen. Dieser steht für eine unabhängige Anwendungsberatung und Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Komponenten aus technischer und wirtschaftlicher Sicht über die Grenzen der Produktgruppen hinweg zur Verfügung. Diese Kundenberater sind in engem Kontakt zu den Produktmanagern aller Produktbereiche und den Anwendungstechnikern und sind deshalb eine wichtige Schnittstelle auch zu den Konstruktionsabteilungen der Kunden.

Aus der Zusammenführung von Logistik und Vertrieb resultieren auch in der Beschaffung von Leitungskomponenten erhebliche Kundenvorteile: Die Bündelung von Bestellvorgängen und Warensendungen, sowie die Reduzierung der Anzahl an Lieferanten bringen konkrete Zeit- und Kostenvorteile für den Einkäufer. 

Stauff hat Niederlassungen und Büros in fast 20 Ländern weltweit - wo werden denn die Produkte entwickelt und gefertigt?

Deutz:
Wir sind ein deutsches Traditionsunternehmen und bekennen uns zum Sauerland, wo ein Großteil der Stauff- und Voswinkel-Produkte gefertigt und montiert werden. Etwa zwei Drittel unserer weltweiten Investitionen in Fertigungstechnologie werden in diesem Jahr in die deutschen Produktionsstandorte fließen.

Um den Anforderungen internationaler Maschinen- und Anlagenbauern nach ‚Local Content‘, also dem Anteil der im Land der Produktionsstätte produzierten Waren am Wert eines Erzeugnisses, gerecht zu werden, verfügen wir über weitere Werke in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Ozeanien. Hier werden vielfach auch letzte Verarbeitungsschritte, z.B. das Konfektionieren einzelner Komponenten zu Systemen und Baugruppen, ausgeführt.

Was sind Ihre wichtigsten Branchen und am stärksten nachgefragten Produktlinien?

Deutz: Unser Vorteil: Hydraulik kommt in zahlreichen unterschiedlichen Branchen zum Einsatz. Daher sind wir denkbar breit und unabhängig aufgestellt. Die wichtigsten Abnehmer unserer Produkte sind aber zweifellos Hersteller von Mobilhydraulik, also z.B. Bau-, Land- und Forstmaschinen, aber auch Nutz- und Sonderfahrzeuge.

Konjunkturell bedingt verzeichnen wir in sämtlichen unserer insgesamt Produktgruppen deutliches Wachstum. Den stärksten Zuwachs gibt es erwartungsgemäß im Bereich Rohrverschraubungen, die wir seit 2015 in Deutschland anbieten. Hier konnten wir unseren Marktanteil im vergangenen Jahr erheblich ausbauen.

Bei Rohr-, Schlauch und Kabelschellen, so war mein bisheriger Eindruck, sind die Entwicklungspotentiale weitgehend ausgereizt. Doch Sie haben nun neue Möglichkeiten entwickelt zur kosten- und zeitsparenden Montage von Schellen. Wie sieht Ihre Lösung aus?

Deutz: Stauff wendet das in vielen Bereichen bewährte Prinzip des Bolzenschweißens nun auch bei der Montage von Rohr-, Schlauch- und Kabelschellen an. Schweißbolzen mit Innengewinden ersetzen dabei die herkömmlichen Anschweißplatten. Das System bietet für Anwender mit umfangreichen Verarbeitungsmengen erhebliche Einsparpotentiale dank hoher Produktivität und einfacher Handhabung sowie gesteigerte Flexibilität bei der Montage von Schellen. Die Verbindung von Bolzen und Untergrund überzeugt dabei durch die hohe Festigkeit und Sicherheit, die auf dem Niveau herkömmlicher Anschweißplatten liegen.

Kunden fordern statt einzelner Komponenten zunehmend individuelle Sys-temlösungen sowie Service und Beratung. Verspüren Sie diesen Trend auch? Wie reagieren Sie darauf? 

Deutz: Unsere Antwort: Stauff Line. So bezeichnen wir das Angebot, mit dem Erstausrüstern ausgelegte und einbaufertige Hydraulikleitungen von Anschluss bis Anschluss beziehen und auf zahlreiche Zusatzleistungen mit Mehrwert zurückgreifen können. Dies reicht von der Analyse und Optimierung bestehender oder der Auslegung neuer Leitungssysteme bis zur Lieferung sämtlicher Komponenten oder kundenspezifischer Baugruppen direkt an die Montagelinie des Kunden. Für Maschinen- und Anlagenbauer hat der Bezug von Baugruppen inklusive gebogener Rohrleitungen und konfektionierter Schläuche viele Vorteile: Er reduziert Beschaffungsaufwände, Lagerbestände, Montagezeiten und das Risiko von Montagefehlern.

Sie sind auch Aussteller auf der Maintenance, die vom 21.-22.02. in Dortmund stattfindet. Welche Neuheiten erwarten den Messebesucher auf Ihrem Stand A01-4?

Deutz: Eine gänzlich andere, aber ebenso spannende Neuheit steht im Fokus der Mainte-nance in Dortmund: Mit den Einschraub-Druckaufnehmern der Baureihe PT-RF und einem entsprechenden Lesegerät ermöglichen wir die berührungslose Überwachung des Speicherdrucks von hydropneumatischen Membran- und Blasenspeichern – schnell, denkbar einfach und ohne jeglichen Druckverlust. Das besondere dabei: Das Funktionsprinzip der Druckaufnehmer basiert auf innovativer RFID-Technologie. Die im Rahmen einer Messung erforderliche Energie wird also über die Antenne des zugehörigen Lese- und Anzeigegeräts berührungslos an den Druckaufnehmer übertragen, so dass dieser ohne interne oder externe Stromversorgung sowie ohne jegliche Verkabelung auskommt.

Datum:
12.02.2018
Bilder:
Walter Stauffenberg
Walter Stauffenberg
Walter Stauffenberg

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