14. NOVEMBER 2018

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E-Antrieb ändert Konstruktionen


Verbindungstechnik

Fügetechnologien – E-Antriebe verändern die Konstruktionen von Fahrzeugen schneller als jede andere Innovation der vergangenen Jahrzehnte, ist Olaf Leonhardt, Geschäftsführer der Atlas Copco IAS, überzeugt. Wo er die künftigen Herausforderungen sieht und wie Atlas Copco darauf reagiert, erklärt er im Interview. von Hajo Stotz
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Atlas Copco hat gerade über 7 Mio. Euro in die SCA, heute Atlas Copco IAS, investiert. Der Löwenanteil floss in ein Innovationszentrum. Ist das eine modernere Bezeichnung für die Konstruktionsabteilung?

Das kann man schon so sehen. Unsere Innovationszentren sind Teil unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung und eine Erweiterung der Innovationsabteilung unserer Kunden. In den Innovationszentren führen wir gemeinsam mit unseren Kunden jährlich mehrere Hundert individuelle Testreihen mit neuen Klebstoffen oder neuen Bauteilen durch. Sprich, unsere Kunden können auf diese Weise neue Ideen frühzeitig auf Machbarkeit überprüfen und mit unserer Technik in konkrete Applikationen übersetzen. Wir haben unseren Standort in Bretten so stark ausgebaut, weil Atlas Copco in den vergangenen Jahren einerseits mehrere für den Konzern neue Fügetechniken ins Programm genommen hat, andererseits der Trend zum Leichtbau und Multi-Material-Design in der Autoindustrie die Konstruktionsanforderungen enorm vorantreibt. Wo Schweißen bei bestimmten neueren Materialien an seine Grenzen stößt, sind heute alternative Montage- und Fügetechniken gefragt, zum Beispiel das Kleben oder auch das Stanznieten.

In Bretten konzentrieren Sie sich neben dem Kleben auch auf Hybridfügen – was ist das und welche Vorteile bietet das Verfahren?

In der Tat haben wir mit unserer Investition in Bretten vor allem mehr Platz für automatisierte Hybridfügestationen geschaffen. Das ist dem Trend zum Multi-Material-Design und der Erkenntnis geschuldet, dass sich keine Fügetechnik allein für alle Einsatzgebiete und Materialien eignet. Unter »Hybridfügen« verstehen wir die Kombination »Klebetechnik plus eine mechanische oder thermische Fügetechnik«. Die einzelnen Verfahren können sich gegenseitig ergänzen: So kann man eine mechanische Verbindung, die durch Stanznieten oder Fließlochschrauben zustande kommt, durch zusätzliches Kleben verstärken. Ebenso lässt sich eine Klebeverbindung optimieren, indem eine mechanische Technik hinzugefügt wird.

Spüren Sie eine Verschiebung vom Schrauben zum Kleben oder Hybridfügen?

Die Fahrzeuge und ihre einzelnen Bauteile sind in den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren immer komplexer geworden, der Anspruch an Crashsicherheit oder Korrosionsbeständigkeit auch. Diese Anforderungen spielen in der Tat vor allem den konstruktiven Verklebungen sowie zum Beispiel den Nahtabdichtungen in die Karten. Die »geklebten Meter« nehmen noch deutlich zu – bis zu 160Meter Klebstoff können Sie heute in einem modernen Auto finden. Auch die Anzahl der Stanzniete steigt: In einer Aluminiumkarosse können es schon mal bis zu 3000 sein. Das Schrauben ist aber weiterhin vor allem in der Endmontage unverzichtbar.


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Ausgabe:
:K 04/2018
Unternehmen:
Bilder:
© Atlas Copco
© Atlas Copco

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