20. SEPTEMBER 2018

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Antriebsregler mit integriertem Bremsenmanagement


Mit dem SD6 hat Stöber Antriebstechnik einen flexiblen Stand-Alone-Antriebsregler im Programm, der sich für komplexe Anforderungen und Aufgaben in der Automatisierungstechnik und im Maschinenbau eignet.

Der SD6 regelt lineare und rotative Synchron-Servomotoren sowie Asynchronmotoren. Durch sein modulares Schnittstellenkonzept und sein umfangreiches Zubehör ist er passgenau konfigurierbar und kann so auch ganz spezielle Antriebsaufgaben lösen. Für die Anbindung an eine überlagerte Steuerung stehen Kommunikationsmodule für CANopen, Ethercat oder Profinet zur Wahl.

Neu im Produktportfolio ist das Sicherheitsmodul SE6, mit dem sich der Antriebsregler SD6 optional ausstatten lässt. Damit eignet er sich für sicherheitsrelevante Anwendungen bis SIL 3, PL e (Kategorie 4) nach DIN 61800-5-2 oder DIN EN ISO 13849-1. Die geringe Worst-Case-Reaktionszeit von unter zehn Millisekunden ermöglicht ein schnelles Abschalten und erlaubt dadurch dem Konstrukteur eine Minimierung der Sicherheitsabstände.

Sicheres Bremsenmanagement laut DGUV

Eines der Produkt-Highlights ist das sichere Bremsenmanagement, das aus sicherer Bremsenansteuerung (SBC) und sicherem Bremsentest mit Testzyklusüberwachung (SBT) besteht. „Unser Antriebsregler wird damit den Anforderungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gerecht, die sie im Fachbereichsinformationsblatt Nr. 005/2012 an schwerkraftbelastete Vertikalachsen stellt“, erläutert Markus Frei, Product Manager Drive Controller Accessories bei Stöber. „Die Fachpublikation der DGUV bildet die Basis für den Normentwurf DIN EN ISO 16090-1:2016-02, in der erstmalig normativ das Thema Absichern von Vertikalachsen beschrieben wird.“

SE6 ermöglicht zusätzlich zu den Stoppfunktionen Safe Torque Off (STO), Safe Stop 1 (SS1) und Safe Stop 2 (SS2) auch Funktionen zur sicheren Bewegungsüberwachung. Die Funktionen Safely-Limited Speed (SLS) und Safe Speed Range (SSR) wachen darüber, dass der Antrieb die projektierten Geschwindigkeitsgrenzwerte nicht überschreitet. Safe Direction (SDI) überwacht die projektierte Bewegungsrichtung, Safely-Limited Increment (SLI) begrenzt zuverlässig das Schrittmaß. Safe Operating Stop (SOS) überwacht den aktiven Stillstand. Das Thema Praxistauglichkeit stand bei der gemeinsamen Entwicklung mit der Pilz GmbH & Co. KG im Vordergrund. So können alle Sicherheitsfunktionen bis SIL 3, PL e (Kategorie 4) eingesetzt werden.

SE6 bietet dem Anwender die Möglichkeit, im Fall einer Grenzwertüberschreitung oder bei Not-Halt variabel reagieren zu können. „Es ist nicht immer sinnvoll, bei einer Grenzwertverletzung den Antriebsregler sofort abzuschalten und den Anrieb unkontrolliert stillzusetzen. In der Regel ist es für eine schnelle und einfache Wiederinbetriebnahme besser, den Antrieb durch die Steuerung gezielt stillzusetzen und nur dann im Antriebsregler einzugreifen, wenn dies steuerungsseitig misslingt“, erläutert Frei.

Für den Betrieb von SE6 sind keine speziellen Motoren, Encoder, Kabel, Stillstands- oder Drehzahlwächter erforderlich. Der Anwender kann bestehende Antriebskonfigurationen weiterverwenden oder auf die für die Anwendung passenden Komponenten wechseln, was in der Regel mit einer Reduzierung der Systemkosten verbunden ist.

Grenzwerte mit minimalem Störabstand anfahren

Um die Produktivität und Verfügbarkeit der Maschine weiter zu steigern, wurden die Überwachungsmechanismen der Sicherheitsfunktionen über die normativen Grundanforderungen hinaus ergänzt. Durch positionsbasierte Grenzwertüberwachung oder das prädiktive Ausblenden von Störsignalen können die angestrebten Grenzwerte mit minimalem Störabstand angefahren werden.
Im Service-Fall muss der Anwender nur den Wechseldatenspeicher Paramodul tauschen und den Tausch bestätigen. Dadurch wird die gesamte Gerätekonfiguration auf den neuen Antriebsregler übertragen. Dafür sind keine speziellen Kenntnisse oder Software-Tools erforderlich.

SE6 mit durchgängig zweikanaliger Struktur testet die integrierten Komponenten bei jedem Geräteanlauf, nach jedem STO und während des Betriebs. Somit kann auf dokumentationspflichtige, zyklische Funktionstests der Sicherheitsfunktionen beim Endkunden verzichtet werden.

SPS IPC Drives, Halle 3A, Stand 451

Datum:
13.09.2018
Unternehmen:
Bilder:
Stöber
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