22. OKTOBER 2018

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Effizient gebremst


Spezial Grüne Technologien

Bremsen – Eine Energie- und Kostenersparnis ist nur durch clevere, elektrische Lösungen zu erreichen – das gilt auch für Antriebstechnik. Ein Erlanger Unternehmen macht es mit Brems-Choppern vor.

Energieeffizienz ist 2014 branchenübergreifend eines der meist diskutierten Themen. Zur langfristigen Senkung der Energiekosten in Unternehmen trägt auch elektrische Antriebstechnik in erheblichem Umfang bei. Voraussetzung ist, dass die eingesetzten Lösungen maßgeschneidert sind. Das gilt nicht nur für die Planung von Neuanlagen, sondern auch für die Modernisierung bestehender Anlagen.

Ein Bereich sind drehzahlvariable Antriebslösungen mit Frequenzumrichtern. Hier lohnt es sich, die Prozesse weiter zu optimieren und entsprechend nachzurüsten. Ein guter Grund dafür sind die steigenden Anforderungen durch die Bremslast. Die Erfahrung zeigt, dass eingebaute Brems-Chopper, falls vorhanden, häufig zu schwach dimensioniert sind. Es gibt aber eine energieeffiziente Lösung, die in der Praxis noch viel zu unbekannt ist: Verstärkt durch externe Brems-Chopper lässt sich die technische Leistungsfähigkeit von Frequenzumrichtern durch ein Plus an Bremsleistung erheblich erweitern.

Sparen mit Brems-Choppern

Das ist auf jeden Fall das Credo des Erlanger Anbieters Kimo Industrie-Elektronik. Deren Brems-Chopper der Baureihe Transomik sollen für schnelles Abbremsen von Drehstromantrieben mit Frequenzumrichtern im Leistungsbereich bis 1.200 Kilowatt sorgen. Die Geräte wandeln die überschüssige elektrische Energie des Zwischenkreises durch einen angebauten Widerstand in thermische Energie um. Bei der Auslegung für Spitzenbremsleistungen im Kurz- oder Dauerbremsbetrieb beraten die Experten von
Kimo gern.

Typische Anwendungen mit großen Bremsleistungen sind zum Beispiel Motorprüfstände. Hier entstehen in vielen Fällen unnötige Kosten durch überdimensionierte Frequenzumrichter. Ein an die nominale Antriebsleistung optimal angepasster Frequenzumrichter gelangt hier durch einen zusätzlichen Brems-Chopper ohne jegliche Einschränkungen zu seiner vollen Funktionsfähigkeit.

Hohe Flexibilität ist gefragt bei Modifikationen und kundenspezifischen Anpassungen. So hat etwa ein britischer Hersteller von batteriebetriebenen Lokomotiven im Tunnel- und Bergwerkbetrieb Brems-Chopper des Typs 90BC2 von Kimo integriert. Diese verhindern dort eine Überspannung durch eine Sonderspannung mit einer Einsatzschwelle von 385 Volt.

Einsatz in der Karibik

Eine interessante Anwendung kommt aus karibischen Gewässern: Im Hafen von Fort de France in Martinique galt es, die elektrische Ausrüstung der Laufwerke von Containerbrückenkränen komplett zu modernisieren. Zu diesem Zweck suchte ein französischer Automatisierungsspezialist eine sichere Lösung für das Abbremsen der Motoren. Insgesamt acht Drehstromasynchronmotoren mit je 30 Kilowatt Leistung je Laufwerk werden hier durch Frequenzumrichter gesteuert.

Wenn die hier entstehende Bremsenergie sicher und dauerhaft beherrscht wird, lassen sich die Taktzeiten deutlich verringern.

Gemeinsam mit dem Automatisierungsspezialisten Kimo entschied sich das Team vor Ort für den Einsatz von zwei parallel geschalteten Brems-Choppern der Baureihe Transomik BC2 je Antrieb. Diese externen Geräte bieten die Möglichkeit, die Bremsleistung exakt an den Bedarfsfall anzupassen. Eine optionale Parallelschaltung erlaubt eine weitere, anwendungsspezifische Optimierung. Die integrierten Funktionen der Geräte umfassen die Temperaturüberwachung des Kühlkörpers, Zustands-LEDs sowie eine elektronische Überlastüberwachung des Bremswiderstandes und Störspeicher mit Relaisausgang.

Ausgabe:
:K 04/2014
Unternehmen:
Bilder:

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