19. JULI 2018

zurück

kommentieren drucken  

"Wir sind eine Software-Firma"


Interview

Frank Notz – Digitalisierung ist in aller Munde und Festo will und muss mit den Anforderungen des Marktes Schritt halten. Wie das funktionieren kann, erzählt der Geschäftsführer der Festo Vertrieb GmbH.
Mehrseitiger Artikel:
1 2 3 4 5  

Herr Notz, warum will ein Pneumatik- und Automatisierungsspezialist ein Treiber der Digitalisierung werden, wie Sie Festo in einem Vortrag kürzlich vorgestellt haben?

Wir sehen vor allem beim Thema Digitalisierung eine enorme Dynamik im Markt. Um EU-Kommissar Günther Oettinger zu zitieren: Digitalisierung, Automatisierung und Globalisierung lassen sich nicht aufhalten. Dazu kann man dann entweder zuschauen oder man kann vorne mitlaufen und mitgestalten. Und wir wollen mitgestalten.

Sie sehen Digitalisierung also nicht als einen Trend von vielen?


Nein, Digitalisierung ist einer der wichtigsten Trends nicht nur der Industrie, sondern der Gesellschaft überhaupt. Und dieser Trend entwickelt sich exponentiell. Und die Entwicklung geht immer schneller. Ich will dies am Beispiel des Schachbretts veranschaulichen: Wenn Sie auf einem Schachbrett auf das erste Feld ein Reiskorn, auf das zweite Feld 2 Reiskörner, auf das dritte Feld 4 Reiskörner und so weiter legen, dann haben Sie mit dem 64. Feld ganz Deutschland einen Meter hoch mit Reis bedeckt.

Dies können wir uns nicht mehr wirklich gut vorstellen. Und das gilt auch für die Digitalisierung: Hier können wir vielleicht die erste Schachbrettreihe ganz gut deuten, aber die weiteren Entwicklungen und Chancen können wir noch nicht im Ansatz fassen.

Werden wir mal konkret – wie deuten Sie die erste Schachbrettreihe?


Nehmen wir die Kundenbeziehungen. Digitalisierung bedeutet hier einen grundlegenden Wandel. Kunden übertragen ihre im B2C gemachten Erfahrungen auf das B2B. Themen wie Einfachheit, Schnelligkeit, Transparenz sind morgen viel wichtiger als reine Produktfeatures. Wir haben es zukünftig mit der Generation der Digital Natives zu tun, der Generation Y. Diese Menschen treffen morgen in der Industrie die Kaufentscheidungen – und das auf Basis anderer Kriterien als heute. Und bereits heute wird anders gekauft als gestern noch.

Wie wird denn heute eine Kaufentscheidung getroffen?


Die Kunden haben viel mehr Möglichkeiten, sich vorab zu informieren und alle wesentlichen Produktfeatures sowohl transparent zu machen als auch zu vergleichen. Damit stellt sich die grundlegende Frage, wie können wir uns differenzieren, insbesondere wenn wir Mehrwert nicht nur über den reinen eCommerce-Kanal verkaufen wollen.


Mehrseitiger Artikel:
1 2 3 4 5  
Ausgabe:
:K 02/2018
Unternehmen:
Bilder:
© Festo
© Festo

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Artikel im :K-Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben