Industriell verbinden

Lichtwellenleiter – Zur Kommunikation unter rauen Bedingungen ist Lichtwellenleitertechnik bestens geeignet. Mit den richtigen Steckern ist diese zudem wirtschaftlich und zukunftssicher.

10. September 2008

Mit zunehmender Dezentralisierung der Automatisierungstechnik steigt der Kommunikationsbedarf zwischen Geräten, die sich in geschützten Schaltschränken und im rauen Feld befinden. Dabei kann die Kommunikation durch Umweltbelastungen, aber auch durch sehr große zu überbrückende Distanzen negativ beeinflusst werden. Für diese Einsatzbedingungen ist die Lichtwellenleitertechnik (LWL) bestens geeignet. Bei der Entscheidung für ein industrielles Kommunikationssystem stehen heutzutage Feldbussysteme wie Interbus und Systeme des Industrial Ethernet wie Profinet im Fokus.

Licht verbindet

Für den Einsatz im industriellen Bereich muss das Lichtwellenleitersystem zudem komfortabel zu installieren, einfach in Betrieb zu nehmen, zu warten, zu diagnostizieren und im Fehlerfall zu reparieren sein. Erst dann sind Wirtschaftlichkeit und eine hohe Verfügbarkeit der Anlage gegeben. Im Gegensatz zum Einsatz in Büros, mit Dominanz der Glasfaser, werden im Industrieumfeld abhängig von der Streckenlänge andere Fasertypen eingesetzt. Offensichtlichster Unterschied ist hier der Faserdurchmesser. Dieser beträgt bei Glasfasern 125, bei PCF-Fasern 230 und bei POF-Fasern 1.000 Mikrometer. Dabei hat der Faserdurchmesser auch direkten Einfluss auf die Wahl des Steckverbinders, den Präzisionsanspruch und den Installationsaufwand. Für den Betreiber einer Anlage empfiehlt sich deshalb ein durchgängiges LWL-Verbindungssystem zu verwenden. Werden die Komponenten zudem von mehreren Herstellern angeboten und sind genormt, hat er sich für eine wirtschaftliche und zukunftssichere Lösung entschieden. In diesem Zusammenhang bedeutet Wirtschaftlichkeit aber auch, mit einer möglichst einfach zu installierenden Technik die gewünschten Übertragungsstrecken zu realisieren. Neben der Dämpfung in der Faser, ist auch der Dämpfungsverlust in den Steckverbindungen zu beachten. Erst die exakte Zentrierung der Faseroberfläche in radialer und axialer Richtung sowie eine glatte Oberfläche der Faserendflächen, gewährleisten eine geringe Dämpfung. Zum Ausgleich von Toleranzen ist eine gefederte Lagerung der Faserenden in Ferrulen notwendig.

Vom Büro ins Feld

Diesen Anforderungen wird der LWL-Steckverbinder SCRJ von Phoenix Contact gerecht. Seine kompakte Bauweise als SFF-Steckverbinder, ermöglicht die problemlose Integration in bestehende Geräte. Die federnd gelagerten Ferrulen mit einem Durchmesser von 2,5 Millimeter können die LWL-Fasern bequem aufnehmen – Basis für einen optischen Steckverbinder, der alle gängigen Fasertypen unterstützt. Da die schnelle und komfortable Konfektionierung im Feld wichtig ist, wird für jeden Fasertyp die geeignete Schnellanschlusstechnik angeboten. So sind bei der POF-Faser lediglich das Schneiden der Faser sowie die Fixierung in einer Schnellspannhülse erforderlich.

Nützlich bei der Inbetriebnahme und Diagnose ist außerdem die Kompatibilität des genormten SCRJ-Steckverbinders zum weit verbreiteten SC-Stecker. Für den Einsatz im Industrieumfeld stehen entsprechende Komponenten in Schutzart IP 67 wie das Push-Pull-Steckverbindersystem für Profinet zur Verfügung. Ebenso wie im Schutzbereich IP 20 wird der SCRJ-Steckverbinder als optisches Interface eingesetzt, sodass das Push-Pull-Konzept kompatibel zur IP 20-Lösung ist.

B. Horrmeyer, Phoenix Contact

Erschienen in Ausgabe: 06/2008