Innovationen en Bloc

Branchentreff Motek

Messe – Mit einer völlig neuen Besucherführung und frischen Themen wollen Motek und Bond Expo auch 2015 wieder viele Ausstellern und Besucher nach Stuttgart locken.

17. September 2015

Der routinierte Besucher wird sich in diesem Jahr auf Motek und Bond Expo vielleicht nicht sofort zurechtfinden, denn es gibt ein neues Hallenlayout. Statt der linearen Anordnung der langen Wege finden die Messen für Produktions- und Montageautomatisierung und Klebtechnologie in einem Block mit den Hallen 3, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 statt, in den später auch die neue Halle 10 integriert wird.

Veranstalter Schall verspricht ein verbessertes Besucher-Führungssystem, das Ausstellern und Fachbesuchern zugutekommen soll. Der Übergang zu den einzelnen Hallen und Fachbereichen soll erleichtert werden und die beiden Eingänge Ost und West gleichwertiger.

Die Akzeptanz für die Neuerungen ist bei den Ausstellern groß: Schon Mitte März hatten rund 800 Aussteller ihre Teilnahme fest zugesagt.

Neu ist auch die Nomenklatur innerhalb der Hallen und auf dem Gelände. Neben den Basisthemen ist jetzt auch eine Orientierung nach durchgängigen Prozessen mit integrierten Prozessstationen gegeben. Für die Produktions- und Montageautomatisierung durch Sondermaschinenbauer, Systemintegratoren und den Roboter-Anlagenbau gibt es auch eine Neuauflage des Spezial-Messeführers.

In enger Zusammenarbeit mit Kooperationspartner Xpertgate wird zudem ein Spezial-Messeführer zur Füge- und Verbindungstechnik erstellt. Dieser umfasst sowohl mechanische und thermische Verfahren als auch das Fügen und Verbinden durch Kleben.

Zum Tragen kommt auf Motek und Bond Expo auch das Überthema Industrie 4.0, denn auch dort geht es um Vernetzung und die Integrationsfähigkeit der Produkte. Noch wird der Nutzen nicht immer sichtbar, aber viele der Zulieferer und Hersteller von Konsumgütern oder Industrieprodukten arbeiten innerhalb vernetzter Strukturen. Von der Ideenrealisierung bis zum Wartungs-, Ersatzteil- sowie Servicesupport findet dabei ein reger Kommunikationsaustausch statt. Dieser schließt die Elemente zur Auftrags- und Prozessteuerung genauso ein wie die Ermittlung, Auswertung und Übermittlung aktueller Qualitäts- und Prozess-Korrekturdaten. Zulieferer und Produzenten sind aber darauf bedacht, sich mit ihren Technologien, Verfahren oder ihrer Prozesskompetenz von den Mitbewerbern abzuheben.

In Kombination der beiden Fachmessen erhalten Kunden und Anwender prozessgerechte Detail- und Komplettlösungen aus einer Hand oder aus kompatiblen Subsystemen verschiedener Hersteller. Ergänzt durch ein breites Angebot an Komponenten, Baugruppen und Subsystemen, ist eine sehr hohe Integrationsfähigkeit gewährleistet, entsprechend der Industrie-Philosophie oder Strategie 4.0.

Bei Montagesystemen und Anlagenbau präsentieren auf der Motek mehr als 130 Hersteller Lösungen und Kompetenz in unterschiedlichen Technologie-, Verfahrens- und Prozessdisziplinen, das sind laut Veranstalter mehr als irgendwo anders.

Davon sollen die erwarteten 35.000 Fachbesucher aus über 100 Ländern profitieren und zwar in Form von konkreten Problemlösungen und durch das Einsparen von Kosten – was auf Seiten der Aussteller bestenfalls zu konkreten Anfragen und Aufträgen führen soll.

Konkrete Lösungen

Darauf hofft auch der Steckverbinder-Spezialist Multi-Contact. Im Brennpunkt steht das modulare Steckverbinder-System Combitac. »Modular aufgebaute Maschinen und immer kleiner werdende Fertigungslose verlangen nach geeigneten Schnittstellen. Das ist das Anwendungsgebiet von Combitac«, sagt Thomas Spindler, Leiter Vertrieb Außendienst und Marketing. Zu den Einsatzmöglichkeiten gehören industrielle Automation, Robotik und automatisierte Fertigungslinien.

Combitac fasst alle Verbindungen in einem einzigen, auf den Einsatzfall gut zugeschnittenen Mehrfachsteckverbinder. Mit einer garantierten Zahl von 100.000 Steckzyklen erlauben die Steckverbinder häufige Umrüstvorgänge, ohne dabei ihre Qualitäten einzubüßen.

Die schwimmende Montage bei automatisierten Dockingvorgängen gleicht Winkelabweichungen aus und ermöglicht Blindstecken. Ein Konfigurator-Tool gibt die Übersicht über alle verfügbaren Steckmodule und hilft bei ihrer Kombination zu einem kompakten Hybrid-Steckverbinder. Kundenspezifisch konfektionierte Steckverbinder können als komplett geprüfte Baugruppe ausgeliefert werden.

Die Bauteile sind geschaffen für den rauen Betriebsalltag mit Vibrationen und heftigen Stößen und sind beständig gegenüber hydraulischen Ölen.

SPN Schwaben Präzision präsentiert maßgeschneiderte Antriebstechnik für Elektrosportwagen im Auftrag vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB). Angewendet wird sie im »IISB-One«, einem anpassbaren Erprobungs- und Demonstrationsfahrzeug für leistungselektronische Fahrzeugkomponenten, das jetzt die Straßenzulassung erhalten hat.

Die Anschlüsse für die Abtriebswellen sind beim IISB-One unterhalb vom Antriebsmotor platziert. Daraus ergab sich eine Verteilergetriebe-Konstruktion mit zwei parallel angeordneten separaten Antriebssträngen.

Kernstück ist die Integration des elektrischen Antriebsverstärkers inklusive Kühlsystem für die Elektronikbauteile. Die so entstandene mechatronische Einheit ist leicht und benötigt wenig Bauraum. Zur Senkung der Reibung und Erhöhung der Tragfähigkeit sind die Triebteile mit einer Wolfram-Carbit-Beschichtung versehen. Die Motor-Nennleistung beträgt 30 Kilowatt je Seite bei einer Nenndrehzahl von 2.500 Umdrehungen pro Minute und einer Getriebeübersetzung von 6:1.

Erschienen in Ausgabe: 07/2015