Intelligene Datensammler

Teilekonsolidierung - Treffen verschiedene IT-Landschaften bei wachsenden oder fusionierenden Unternehmen zusammen, gibt es Probleme mit dem Teilebestand: Gemeinschaftliche Nutzung eines einzigen Teilestamms ist oftmals nicht möglich. Was tun gegen Dubletten und andere Probleme des Datensammelns?

15. November 2005

Weiterhin werden von Konstrukteuren täglich Teile angelegt oder geändert. Bei vielen Abteilungen mit mehreren Mitarbeitern sind das täglich viele Megabytes, die den Teiledatenbestand aufblähen. Teiledaten von den verschiedenen Herstellern müssen stets aktuell sein. Zudem müssen die jeweiligen Teile von der Normenstelle und dem Einkauf freigegeben sein. Werden die Teile jedoch von jedem einzelnen Ingenieur im Netzwerk oder auf Festplatten abgelegt, ist eine einheitliche Verwaltung und Organisation unmöglich.

Teilekonsolidierung

Das zweite Problem stellt die Art dar, wie die jeweiligen Teile archiviert werden: Gleiche Teile werden mit unterschiedlichen Dateibezeichnungen gespeichert, obwohl ein und dasselbe Teil, bzw. in der Bauart ähnliches Teil eines anderen Lieferanten womöglich schon mehrmals existiert und eine Neuanlage gar nicht nötig wäre. Durch mangelnde Suchfunktionen, bzw. individuelle Dateibezeichnungen ist es oftmals nicht möglich, bereits vorhandene elektronische Bauteile zu finden. Cadenas hat kürzlich das eigenentwickelte Teilekonsolidierungs-Programm ›PARTwarehouse‹ vorgestellt, ein Konzept zur Reduzierung von Teiledatenbeständen jeglicher Art, das auf Basis von intelligentem Teilemanagement aufgebaut ist. Das Programm arbeitet in einzelnen Teilschritten, sodass am Ende ein wesentlich kleinerer Teilebestand sichergestellt wird. Teilekonsolidierung im Unternehmen beginnt mit einer Vergleichsdatenbank, die auf alle im Unternehmen bestehenden Systeme referenziert. Hier findet die Suche nach Dubletten über verschiedene Vergleiche statt. Da von der kompletten Teilebasis ausgegangen wird, können alle Dubletten gefunden werden. Regeln, nach denen gesucht werden soll, werden wie eine Art Fingerabdruck im System hinterlegt.

Textuelle Suche

Der komplexe, zu durchsuchende Teilebestand wird zunächst in einzelne Gruppierungen der Stammdaten zerlegt. Als Grundlage dienen hier textuelle Teilebezeichnungen. Dies dient der Vereinfachung des Teilebestandes, der optimiert werden muss, damit ein möglichst exaktes Ergebnis der Dublettensuche garantiert werden kann. Sind die jeweiligen Strukturen gefunden, wird der geometrische Vergleich mit Hilfe des Softwareprogramms PARTwarehouse erarbeitet. Bei der textuellen Suche spielen die jeweiligen Geometrien der Teiledaten keine Rolle. Hier wird rein anhand der Teilebenennungen gesucht. Auf dieser Ebene des textuellen Vergleichs werden bereits sehr viele Dubletten erkannt und gefiltert.

Geometrische Suche

Die geometrische Ähnlichkeitssuche ist von Cadenas zum internationalen Patent angemeldet worden. Die Technologie ist einmalig und zuverlässig. Dubletten werden nach Regeln gesucht, die sich an den CAD-Geometrien orientieren und genau vordefiniert werden. Gefunden werden alle in der Bauart ähnlichen Teile. So entstehen verschiedene Gruppierungen von Teilen, die sich ähnlich sind.

Kombiniert suchen

Textuelle als auch geometrische Regeln können zusammengefasst und nach ihnen zugleich gesucht werden. Eine Suche nach textuellen und geometrischen Kriterien erhöht die Trefferquote um ein Vielfaches bis zu einer Gesamttrefferquote von 100%. Mittels dedizierter manueller Nacharbeit der gefundenen Ergebnisse werden die Treffer noch stärker optimiert.

Die gefunden Dubletten werden in einer Vergleichsdatenbank gesammelt. Was mit den Dubletten weiterhin passiert, obliegt dem jeweiligen Unternehmen. Folgende Möglichkeiten stehen zur Auswahl:

Wiederverwendung

Sind von einem Bauteil mehrere Dubletten gefunden worden, müssen Regeln definiert werden, welches Teil wiederverwendet werden soll. Diese Regeln könnten sich z.?B. nach Häufigkeit der Verwendung, Aktualisierungsdatum, Preis, Lieferanten, Lager etc. richten.

Ist ein so genanntes Masterteil gefunden, werden gleichzeitig alle anderen gesperrt mit Hinweis auf das Masterteil. Somit werden Dubletten ›lahm‹ gelegt und für zukünftige Verwendungen gesperrt. Möchte man seinen Teilebestand standardisieren, bietet sich die Möglichkeit an, Teile mit möglichst hoher Ähnlichkeit in Ordnerstrukturen zusammenzufassen.

Automatische Klassifizierung

Anhand geometrischer Ähnlichkeiten werden Cluster gebildet, die im Anschluss gebündelt in einem Zug zu klassifizieren sind. Klassifiziert werden kann u. a. nach eCl@ss, UNSPSC, oder auch eigene Klassifizierungssysteme. Die Vorgehensweise ist sehr geeignet, um aufwändige Klassifizierungsprojekte zu optimieren. Es ist nicht mehr nötig, jede einzelne Zeichnung für sich zu kategorisieren, sondern man weist kompletten Bündeln die entsprechenden Klassifizierungsnummern zu.

Teile von nicht mehr benötigten Lieferanten bzw. veraltete Teile werden aus dem Bestand gelöscht. Um zukünftig die Neuanlage von Dubletten zu vermeiden, kann das Konzept ständig angewandt werden. Das System läuft sozusagen mit den Unternehmensprozessen mit. Das intelligente Teilemanagement-System verhindert die Neuanlage, denn das integrierte Recherche-Managementsystem ist so komplex, dass bestehende und in der Bauart ähnliche Teile sofort gefunden werden. Der Trend geht zur Lieferanten-Konsolidierung, da den Unternehmen wesentlich bessere Konditionen, reibungsloser Ablauf und optimale Einkaufsbedingungen zugestanden werden können. So muss sich nicht um jeden einzelnen Lieferanten gekümmert werden, sondern nur noch um einen Konsolidierer, der verschiedenste Lieferanten im Produktportfolio integriert hat. Dies erleichtert zudem die Teile­beschaffung, denn Konsolidierer stehen in engem Kontakt zu den Lieferanten.

Durch die verbesserte Transparenz der Teile, die die geometrische Ähnlichkeitssuche bietet, lässt sich die Lieferantenauswahl optimieren, um bessere Einkaufskonditionen zu erhalten bzw. Verwaltung, Organisation und Lager zu optimieren. Ist der Teilebestand erst einmal reduziert, gewinnt das Unternehmen einen riesigen Mehrwert hinsichtlich Kosten, Zeit, Lager, Organisation, etc. Um das erneute Anwachsen von Teilebeständen jedoch zu verhindern, ist der Einsatz von dem intelligenten Teilemanagement-System PARTsolutions unentbehrlich. Mit PARTsolutions Teilemanagement-System werden Werksnormen, Norm- und Kaufteile von Unternehmensbereichen verwaltet und wiedergefunden. Eine erneute Anlage von Dubletten wird mit einem Recherchesystem verhindert, das bei jedem Speichervorgang kontrolliert, ob es das Teil schon gibt.

Cynthia Lange,Canvas

Erschienen in Ausgabe: 08/2005