Interdisziplinär entwickeln

CAE - Eine neue Entwicklungsplattform macht bisher Unmögliches möglich: Elektroprojektierung, Fluidtechnik und EMSR-Technik arbeiten direkt zusammen.

21. Juli 2006

Auf einheitlicher Plattform aufgesetzt, werden alle Systeme aus der gleichen Datenbasis gespeist. Erstmalig sind alle Disziplinen ohne zusätzliche Schnittstellen direkt gekoppelt. Von jetzt an gehören Datenverluste oder Inkonsistenzen der Vergangenheit an. Maschinen und Anlagen sind mechatronische Systemlösungen. Sie funktionieren nur optimal, wenn die Lösung jeder der beteiligten Disziplinen der jeweiligen Produktanforderung entspricht. Dabei muss die Steuerungssoftware ebenso funktional und schlüssig sein wie das Hardwarekonzept. Das gilt gleichermaßen für Sensorik und Aktorik, Verkabelung, Schaltschrankaufbau oder die Verschlauchung der Fluidkomponenten. Doch damit nicht genug: Die Herausforderung steckt letztlich im Zusammenspiel der Einzellösungen. Nur das funktionierende Miteinander garantiert effektives, ganzheitliches Engineering.

Disziplinspezifisches Engineering war gestern

Der größte Teil des Engineering resultiert aus individuellen, disziplinbezogenen Tätigkeiten. Hier kamen bisher für den Anwendungsfall konzipierte CAx-Einzellösungen zum Einsatz. Jedoch gibt es Daten, die sich disziplinübergreifend einsetzen lassen. Das führt unweigerlich zu Überlegungen, wie man sich Zugriff zu diesen Daten verschafft; beispielsweise durch die Nutzung entsprechender Schnittstellen. Gewisse Restriktionen wie etwa Dateninkonsistenzen oder die datentechnische Verknüpfung von Disziplinen bleiben aber erhalten.

Plattform erschließt einheitliche Datenbasis

Die neue Eplan-Plattform-Technologie stellt die Weichen für ein effizientes Miteinander unterschiedlicher Disziplinen. Die modulare Plattform stellt Kernfunktionen bereit, die gleichermaßen im Elektro-CAE als auch im Fluid- oder EMSR-Engineering benötigt werden. Neben einer einheitlichen Datenbank enthält die Plattform Basisfunktionen wie den grafischen Editor, zum Beispiel für Stromlaufpläne, Fluidpläne, P& D, eine einheitliche Rechteverwaltung, den Viewer, Online-Fremdsprachenübersetzung und das ausgeklügelte Revisionswesen. Das Frameworkkonzept führt zu schnellen Ergebnissen - nicht zuletzt durch die einheitliche Oberfläche und Benutzerführung quer durch alle Anwendungen.

Eplan Electric P8 als einer der Vertreter dieser neuen Generation setzt auf dieser Plattform auf. Die direkte uneingeschränkte Kopplung zur Fluidtechnik - konkret zu Eplan Fluid - macht die Verbindung zwischen Hardwarekonstruktion und Fluid-Engineering perfekt.

Enge Verbindung von Fluid- und Elektrotechnik

Die gleiche Datenbasis und Objektorientierung sorgen für Online-Verweise zwischen den unterschiedlichen Dokumentenarten. Änderungen an einer Stelle sind unmittelbar für alle relevanten Funktionen verfügbar - unabhängig von der Disziplin Elektro- oder Fluidtechnik.

In Konstruktionsabteilungen kommen nur in den seltensten Fällen »echte« Fluid-Tools zum Einsatz. Zumeist ist der Fluidtechniker der mechanischen Konstruktion zugeordnet und er nutzt die CAD-Systeme seiner Kollegen. Das ist, vorsichtig formuliert, eine »sub-optimale« Lösung, denn die umfassenden Engineering-Tools des CAD-Systems kann der Fluidtechnik-Konstrukteur nur eingeschränkt nutzen. Zudem sind viele Funktionen, wie zum Beispiel die CAM-Anbindung an die Blechbearbeitung, für ihn nicht relevant.

Da moderne Hydraulik und Pneumatik sowohl in stationären als auch in mobilen Anwendungen fast immer gleichzusetzen ist mit Elektrohydraulik und Elektropneumatik, macht also auch aus dieser Perspektive eine Verbindung der beiden Disziplinen Sinn.

Brücke zur Verfahrenstechnik

Auch die EMSR(Elektro-Mess-Steuer-Regelungstechnik)-Welt profitiert, weil mit Eplan PPE die direkte Kommunikation gewährleistet ist. Im Zusammenwirken mit Eplan Electric P8 agieren beide Systeme auf dem gleichen, einheitlichen Datenfundament. Die EMSR-Welt und Elektrotechnik sind vollständig integriert. Änderungen im P& D oder in den Loops sind immer durchgängig und konsistent - ganz gleich an welchem Ort.

Die Eplan Plattform-Technologie bietet durch ihre Offenheit auf Basis der API-Schnittstelle (Application Programming Interface) die Möglichkeit, auch Engineering-Werkzeuge weiterer Disziplinen zu integrieren, selbst von Drittanbietern. Das darf durchaus als nächster Schritt gelten zu mehr Integration und dem direkten Zusammenwirken der unterschiedlichen Disziplinen.

Eplan, mit Sitz in Monheim am Rhein, bietet Softwarelösungen für alle Gebiete der Elektrotechnik, der Fluidik und Mechanik, für die Prozessanlagenplanung der Mess-, Regel- und Automatisierungstechnik, den Industriebau und für die kaufmännische Planung.

Birgit Hagelschuer, Eplan

Erschienen in Ausgabe: DIGEST/2006