Simulation immer wichtiger

Automatisch konstruieren

Produktkonfiguratoren entwickeln sich durch KI, Cloud und die Einbindung in Digitalen Zwilling zu Engineering-Tools, die Anbieter und Nutzer enorm viel Zeit in Konstruktion und Fertigung sparen. Das sagt Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter J. Schmalz GmbH.

11. November 2019
GLATTEN, GERMANY - NOVEMBER 24: Shooting GF J.Schmalz GmbH on November 24, 2017 in Glatten, Germany.  (Photo by Matthias Hangst/Getty Images for J.Schmalz GmbH)
»Ziel ist es, dass Kunden sich individuelle Lösungen zusammenstellen und ihre Eignung unmittelbar simulieren können.« Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter J. Schmalz GmbH. (Bild: Schmalz)

:K: Produktkonfiguratoren sind bisher meist relativ einfache Werkzeuge, mit dem der Kunden die Möglichkeit hat, das Produkt in einigen wenigen Parametern anzupassen. Bieten Clouds, Künstliche Intelligenz und schnelle Simulationslösungen neue Ansätze, um die Funktionalität und den Einsatz von Online-Konfiguratoren erheblich zu erweitern?

Dr. Kurt Schmalz: Klassische Produktkonfiguratoren basieren auf einem definierten Regelwerk, das den Rahmen für die Lösungen des Konfigurators in Form verschiedener Produktvarianten oder einfacher Systemlösungen vorgibt. Mit der Digitalisierung erweitert sich der Funktions- und Leistungsumfang von Konfiguratoren deutlich: Durch Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen können Anwendungsfälle identifiziert und automatisiert klassifiziert werden. Kunden erhalten sehr zielgerichtet Produkte und Lösungen, die zu ihrer individuellen Anwendung passen. KI hilft hierbei, den Produkt-Auswahlprozess kontinuierlich zu verbessern. Bei Schmalz haben wir einen Konfigurator entwickelt, der auf Basis des CAD-Modells eines Werkstücks fertige Greifer mit individuellen Geometrien konfiguriert und automatisiert konstruiert. Per 3D-Druck kann der Greifer dann binnen weniger Tage produziert und geliefert werden.

Auch Simulationslösungen spielen bei der künftigen Produktauswahl eine zunehmend wichtigere Rolle. Je genauer industrielle Abläufe mit digitalen Zwillingen und Modellen zur Prozesssimulation getestet werden können, desto besser lassen sich frühzeitig Rückschlüsse ziehen, wie gut sich die Komponenten eignen und wie die bestmögliche Lösung aussehen kann. Ziel ist es, dass Kunden sich in Online-Plattformen im „Selfservice“ individuelle Lösungen zusammenstellen und ihre Eignung unmittelbar simulieren können. Das reduziert den Zeit- und Ressourcenbedarf in der Engineering-Phase massiv. Die Basis für solche Funktionen ist ein tiefgehendes Know-how in Bezug auf industrielle Anwendungen und Prozesse. Bei Schmalz bauen wir bei der Entwicklung dieser Lösungen auf mehr als 30 Jahre Anwendungswissen in der Vakuumtechnik.

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