Jetzt auch Elektronik

Autodesk übernimmt die deutsche Cadsoft GmbH, Hersteller des PCB-Tools "Eagle". Damit nimmt Autodesk erstmals eine Software für Elektronikentwicklung in sein Programm auf. Für den Neuzugang setzt Autodesk sogar seine neuen Lizenzbedingungen außer Kraft.

01. August 2016

Mit dem PCB-Tool Eagle und dessen deutschen Hersteller Cadsoft im oberbayrischen Pleiskirchen übernimmt Autodesk eines der weltweit beliebtesten Programme für Leiterplattendesign. Cadsoft entwickelt Eagle bereits seit 1988 - zunächst für DOS, später kamen Versionen für Windows, Linux und OS X hinzu. 2009 hatte der internationale Elektronikdistributor Premier Farnell Cadsoft übernommen. Nun erfolgt ein Weiterverkauf an Autodesk, aber Farnell will weiterhin im Vertrieb von Eagle tätig sein.

Die angebotene Software Eagle umfasst einen Layout-Editor, einen Schaltplan-Editor und einen Autorouter. Cadsoft bietet mehrere Lizenzstufen mit gestaffeltem Leistungsumfang an. Darunter ist eine kostenlose Einsteigerversion, die auf die Größe einer halben Europakarte (100 mm x 80 mm) sowie auf je zwei Schaltplanblätter und Signallagen begrenzt ist. Bei den professionell nutzbaren Versionen will Cadsoft nun nicht mehr nach Anzahl der Signallagen staffeln. Statt dessen bietet man wie Autodesk Pakete mit unterschiedlichen Zusammensetzungen an. Die beiden neuen Lizenztypen beinhalten "Layout + Schaltplan" sowie " Layout + Schaltplan + Router". Die kostenlose Version bleibt laut Eagle erhalten. Die Ausbildungslizenz wird ebenfalls kostenlos mit einer auf sechs erhöhten Anzahl von Signallagen.

Die neue Autodeskstrategie der Abopflicht wird momentan nicht auf Eagle übertragen. Laut Aussage von Cadsoft gibt es keinen verpflichtenden Wartungsvertrag, statt dessen können Kunden Upgrades kaufen. Für ein Upgrade von Version 5 oder 6 auf die aktuelle 7 bietet der Hersteller für begrenzte Zeit das Upgrade für 33 % statt 66 % des Lizenzpreises an.