Kabel für Kambodscha

Technik

Kabel – Nicht immer sind Leitungen fein untergebracht in Schaltschränken. In einer Brauerei in Asien sorgen 42 Tonnen Erdkabel für eine zuverlässige Stromversorgung der Brauanlage.

21. März 2011

Der kambodschanische Biermarkt ist auf Wachstumskurs. Das freut auch die Lapp-Gruppe, die für den Bau einer neuen Brauerei in Phnom Penh die komplette Erdverkabelung geliefert hat. Die schlüsselfertige Anlage wird zurzeit von der Ziemann Group aus dem schwäbischen Ludwigsburg aufgebaut. Das Unternehmen entwickelt und realisiert auf der ganzen Welt Sudhäuser, Tankfarmen und schlüsselfertige Brauereianlagen.

Wenn die »Khmer Brewerey« im Sommer 2011 an die Auftraggeber der Chip Mong Group übergeben wird, soll sie 500.000 Hektoliter Bier im Jahr produzieren können. Der Maischefilter hat eine Leistung von 14 Suden am Tag. Zudem umfasst der Auftrag Kaltblock, Prozesstechnik, Automatisierung und die komplette Abfüllanlage für Flaschen und Dosen. In einer weiteren Ausbaustufe ist eine Leistung von ein bis zwei Millionen Hektolitern pro Jahr vorgesehen.

Die gelieferten Erdkabel von Lapp Kabel wiegen allein rund 42 Tonnen. Sie versorgen die verschiedenen Funktionsbereiche der Brauerei mit Energie, zum Beispiel die Wasseraufbereitung, die Schroterei, Sudhaus und Keller, den Kaltblock, in dem das Bier gärt und reift, zudem das Dampfkesselhaus, die Abfüllanlage und die CO2-Rückgewinnung.

Weil die PVC-Erdkabel vom Typ NYY-J/NYY-O für die Stromversorgung der zentralen Schaltstellen in den jeweiligen Bereichen verwendet werden, haben sie besonders dicke Querschnitte von bis zu vier Zentimetern. Thomas Hölzel, Leiter Einkauf für Mechanik und Steuerung bei der Ziemann Group: »Wir haben uns wegen der Qualität und der guten Verfügbarkeit für die Erdkabel von Lapp entschieden. Außerdem baut Lapp in Ludwigsburg ein neues Logistikzentrum, damit sind wir künftig auch gute Nachbarn.«

Ein wesentliches Merkmal der Lapp-Erdkabel ist ihr robuster Aufbau. Die Kupferleiter sind mit einer Aderisolation auf PVC-Basis isoliert, der komplette Aderverband wird mit einer Füllmischung gefestigt, abschließend folgt noch einmal ein Außenmantel auf PVC-Basis. Als festverlegbares Energie- und Steuerkabel lässt es sich im Innen- und Außenbereich, im Erdreich, in Beton und sogar im Wasser einsetzen.

Lieferung inklusive

Lapp musste die Erdkabel für die Brauerei direkt nach Kambodscha liefern. Für Lapp war das nach eigenen Angaben trotz des großen Volumens kein Problem, denn das Projekt wurde über die kundenindividuelle Auftragsabwicklung (KiAA) abgewickelt.

Der Kunde hatte für die Verladung zwei 40- und einen 20-Fuß-Container bereitgestellt, welche dann bei Lapp befüllt wurden. Die nötigen Exportdokumente kamen vom Kunden selbst. Die Packliste mit allen erforderlichen Kollidaten für den Transport sowie die positionsbezogenen Zolltarifnummern und Präferenzkennzeichen für die Exportdokumente liefen über die KiAA von Lapp. Bei der zollamtlichen Beschau war ein KiAA-Mitarbeiter vor Ort.

Denis Huber vom Customer Service bei Lapp: »So musste sich der Kunde um nichts weiter kümmern, und die Container konnten dank der guten Zusammenarbeit der Fachabteilungen erfolgreich nach Kambodscha transportiert werden.«

Erschienen in Ausgabe: 02/2011