Kleben ist doch besser

Klebstoffe - Viele konservative Fügemethoden lassen sich heute durch moderne Strukturklebstoffe ersetzen. In der Vergangenheit oft in Vergessenheit geraten, erleben viele Klebstoffe derzeit eine wahre Renaissance

14. September 2006

Für zahlreiche neue Technologien und Werkstoffe in der Industrie, vor allem bei hochbeanspruchten konstruktiven Anwendungen, sind Strukturklebstoffe geradezu prädestiniert. Vor allem die so genannten Epoxidharzklebstoffe dank der Trennung ihrer Komponenten. Diese Vorgehensweise ermöglicht die Kombination von vielen sonst unverträglichen Rohstoffen, die erst kurz vor der Applikation kombiniert werden. Dadurch lassen sich lagerstabile Rezepturen herstellen und Kombinationen, ähnlich einem Baukastensystem, auf unterschiedliche Anforderungen anpassen.

Der schwäbische Hersteller Kisling z. B. bietet ein Programm an Epoxidharzklebstoffen von 20 verschiedenen Typen. Für spezielle Anwendungen bis 140°C bei 2-K-Klebstoffen und bis zu 180°C bei 1-komponentigen Produkten. Ist für den Anwender zum Beispiel eine schnelle Aushärtung erforderlich, so kann er Produkte mit einer Fixierzeit von nur fünf Minuten wählen. Durch die strukturellen Klebstoffe mit unterschiedlichen Viskositäten können Spalten von praktisch 0 bis 5 mm gefüllt werden. Dabei können die unterschiedlichsten Werkstoffe wie Metalle, Holz, Glas und Keramik, viele Kunststoffe und Ferrite dauerhaft und mit hohen Festigkeitswerten mit- und auch untereinander verklebt werden.

Neben den guten mechanischen Eigenschaften (Druck-, Scher- und Torsionsbelastungen) sind Epoxidklebstoffe auch resistent gegen die meisten aggressiven Chemikalien, Feuchtigkeit, Öle und Kühlflüssigkeiten. Die meisten Produkte werden zudem in Doppelkammerkartuschen geliefert, bei denen jede Kontamination der jeweils anderen Komponente verhindert wird. Die verwendeten Mischrohre verhindern zudem ein Vermischen der Komponenten an der Kartuschenspitze und mischen die zwei Komponenten optimal für die Anwendung. Als Ergebnis dieser kontrollierten Dosierung im Vergleich zu herkömmlichen Mischungs- und Dosier-Methoden sind deutliche Einsparungen an der benötigten Klebstoffmenge möglich. Neben den Epoxidharzklebstoffen führt Kisling auch die umfangreiche Produktpalette der Acrylathklebstoffe.

Diese modifizierten Acrylathklebstoffe eignen sich z. B. für das hochfeste Verkleben von unterschiedlichen Werkstoffen mit- und untereinander und werden im Maschinenbau, für konstruktive Metallverklebungen, und bei der Lautsprecherkonstruktion eingesetzt. Sie ergeben schlagzähe Verbindungen und zeichnen sich gegen­über den Epoxidklebstoffen durch eine höhere Temperaturbeständigkeit aus.

Jasmin Trik, Kisling GmbH

Erschienen in Ausgabe: 06/2006