Kommunikation von morgen

Schwerpunkt IT & Automatisierung

Kommunikation – In absehbarer Zeit werden cloudbasierte Datenspeicherung und die entsprechende Analyse in der Automatisierungstechnik Stand der Technik sein. HMS bietet dazu die Kommunikationslösungen für die Zukunft schon heute.

10. April 2018

Dezentral anfallende Prozess- und Anlagedaten werden bald meist in der Cloud gesammelt, damit die Anlagenbetreiber, Instandhalter, Gerätelieferanten oder Systemintegratoren zentral darauf zugreifen können. Trotz rechtlicher und technischer Fragen ist die Richtung vorgegeben. Wer sich heute bei der Integration cloudbasierter Kommunikationslösungen zögerlich zeigt, könnte den Anschluss verpassen.

Aktuell sind industrielle Anlagen meist mit SPSen ausgerüstet, oft von verschiedenen Herstellern. Dabei verbleiben Prozess- und Anlagedaten in den meisten Anwendungen noch in der Fertigungsebene, werden also nicht auf Planungsebene genutzt. Vielen Anwendern sind die Vorteile von Industrie 4.0 oder IIoT also noch nicht klar.

Daten effektiv nutzen

Aber die gewaltigen Datenmengen aus der Produktion lassen sich mit entsprechenden Tools analysieren und zur Optimierung von Fertigungsprozessen verwenden. Zentral in der Cloud abgelegt, können Anlagenbetreiber sie gemeinsam mit ihren Geräteherstellern oder Maschinenlieferanten untersuchen und zusammen Prozesse verbessern.

Für Maschinenbauer entsteht über cloudbasierte Datenspeicherung und Analyse die Möglichkeit, Wartungsverträge und -zyklen ideal an die Bedürfnisse der Anwender anzupassen. Zudem werden in vielen Fällen Fernwartung und der Zugriff aus der Ferne möglich. So lassen sich viele Anlagenstillstände vermeiden oder Stillstandzeiten deutlich verkürzen. Auch vorausschauende Wartung wird damit einfacher.

Zudem lassen sich Pay-per-Use-Anwendungen mit Cloudlösungen sehr gut realisieren: Anbieter von Dienstleistungen oder Arbeitsmitteln können ihre Vertriebskonzepte dahingehend umstellen, dass der Verbraucher nur das bezahlt, was er wirklich auch nutzt. Außerdem ist es möglich, Bestellungen automatisiert auszulösen, und zusätzlich profitiert der Anlagenbetreiber durch die cloudbasierte Datenspeicherung und -analyse von der vorausschauenden Wartung und standortübergreifenden Optimierung von Materialfluss und Logistik.

Theoretisch sind diese Argumente für Gerätehersteller, Anlagenbauer, Maschinenbauer und Systemintegratoren überzeugend. Entscheidend ist, die Cloudkommunikation auch praktisch zu nutzen. Hier stößt diese aber auf eine Reihe von Vorurteilen und Hürden. Da Standards fehlen, haben viele Anwender Angst, aufs falsche Pferd zu setzen. Abzuwarten und nicht aktiv zu werden, ist jedoch eine schlechte Lösung.

Denn wer frühzeitig in eine Technologie einsteigt, kann Gefahr laufen, die falsche Technologie zu wählen. Aber mit der gesammelten Erfahrung einen Richtungswechsel einzuleiten ist einfacher, als völlig unerfahren und verspätet in die Thematik einzusteigen und bis dahin Mitbewerbern den Markt zu überlassen.

Eine weitere Einstiegshürde liegt darin, dass in industriellen Anlagen ganz unterschiedliche Steuerungen und Kommunikationsbusse eingesetzt werden. Eine passende Lösung für die Cloudkommunikation zu finden, ist nicht ganz einfach. Auch die verhältnismäßig hohen Investitionen schrecken ab. Richtig genutzt lassen sich eventuelle Mehrkosten für die Kommunikationslösung im laufenden Betrieb sehr schnell durch die erzielten Effizienzsteigerungen wieder einsparen.

Vielen Anlagenbetreibern ist zudem nicht klar, wie sicher die Datenübertragung bei cloudbasierten Kommunikationslösungen ist. Ergeben sich für Hacker Einfallstore in die Produktion? Wem gehören die Prozessdaten, dem Anlagenbetreiber oder dem Maschinenbauer beziehungsweise Gerätehersteller oder Systemintegrator?

Um auf diese Fragen Antworten geben zu können, haben die Experten für industrielle Kommunikation von HMS Industrial Networks auch im vergangenen Jahr ihre Produkte kontinuierlich weiterentwickelt. So wurden die Kommunikationslösungen nach der ISO27001 zertifiziert. Die Norm befasst sich mit Informationssicherheit innerhalb von Organisationen und spezifiziert Anforderungen für Einrichtung, Umsetzung, Aufrechterhaltung und fortlaufende Verbesserung eines gut dokumentierten Managementsystems für die Informationssicherheit. Dank dieser und einer Zertifizierung gemäß Security Test Audit Report (STAR) haben Anwender von HMS-Lösungen die Sicherheit, dass ihre Daten mit den Lösungen der Kommunikationsexperten auch wirklich sicher übertragen und abgelegt werden.

Flexibel anpassen

Für Neuanlagen und Bestandsanlagen gleichermaßen geignet sind die IIoT-Gateways der Serie eWON Flexy. Sie passen sich flexibel an unterschiedlichste Steuerungen an, beherrschen nicht nur neue Kommunikationsstandards, sondern kommunizieren auch über ältere Versionen in Bestandsanlagen. Damit lassen sich unterschiedliche Steuerungen in ein Gesamtkonzept integrieren. Für Gerätehersteller bietet HMS mit den neuen Multiprotokolllösungen Anybus CompactCom die Möglichkeit, die aufkommenden Protokolle OPC UA und MQTT zusätzlich zur Echtzeitkommunikation über Profinet und Ethernet/IP zu nutzen.

Die neuen Kommunikationsmodule sind abwärts kompatibel zu den bestehenden Ausführungen. Gerätehersteller können durch einen einfachen Modultausch ihre Automatisierungsgeräte mit den modernen Kommunikationsstandards nachrüsten. Mit den Kommunikationsmodulen lässt sich so einerseits die Echtzeitkommunikation abwickeln und andererseits die Anbindung an industrielle IT-Systeme über nur einen Ethernet-Anschluss realisieren.

Im IIoT geht es generell weniger um Dinge als vielmehr um Daten. Wie man Big Data analysiert und sinnvoll nutzt, stellt viele Anwender vor ebenso große Herausforderungen wie die Suche nach der passenden Datenkommunikationslösung. HMS hat dazu ein großes Partnernetzwerk aufgebaut, das mit entsprechenden Tools und Know-how beratend zur Seite steht. mk

Auf einen Blick

Router eWON 205 Flexy

• Vielseitiges Gateway für Industrie 4.0 und IIoT.

• Speziell für den Maschinenbauer konzipiert.

• Funktionen: Alarmmanagement, Erfassung von Maschinendaten, Aufzeichnung historischer Daten.

• Wichtige Kennzahlen für Analyse und vorausschauende Wartung erfassen.

• Standardmäßig Ethernetanschluss, Platz für zwei zusätzliche Karten.

• Datenintegration in eigene Systeme oder Cloud-Plattformen. HTTPS-Skripterstellung oder MQTT.

Erschienen in Ausgabe: 03/2018