Kompakt und sicher

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Sicherheitskupplung – Eine neue Kupplung schützt Kettenförderer gegen eine Überlast. Dank der höheren Leistungsdichte kann der Anwender die kleinere Ausführung wählen und spart so Kosten ein.

15. April 2009

Industrielle Anwender stellen an modulare und zweckmäßige Kettenfördersysteme hohe Anforderungen. Neben kompakten Abmessungen beziehen sie auch die flexible und leichte Montage in ihre Entscheidung für oder gegen ein Produkt ein. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherheit für Produkt und Anwender. Und daneben ist auch das Kostenbewusstsein der Anwender gestiegen.

Teurer Stillstand

Vor allem in der Serienfertigung bei Arbeiten im Dreischichtbetrieb verursachen Stillstandszeiten hohe Produktionsausfallkosten, die zwangsläufig eine Erhöhung der Stückkosten zur Folge haben. Der Einsatz einer Sicherheitskupplung, die An-und Abtriebsseite im Millisekunden-Bereich trennt, mindert diese Folgeschäden maßgeblich. Dabei ist der Kaufpreis im Vergleich zu später eventuell auftretenden Folgekosten nahezu unbedeutend. Mit der Weiterentwicklung der bekannten Sicherheitskupplungsserie ist es dem Klingenberger Spezialisten für Präszisionskupplungen und -gelenkwellen R+W gelungen, eine sehr kompakte Sicherheitskupplung für Transport- und Kettenfördersysteme zu entwickeln. Als Kettenförderer gelten nach DIN 15201 Stetigförderer für Schütt- und Stückgüter mit ein- oder mehrsträngiger Kette als Zug- und Tragorgan für waagrechtes, senkrechtes oder geneigtes Fördern. Die neue Sicherheitskupplung schützt sowohl die Anlage selbst als auch das Produkt optimal gegen eine Überlast. Dazu erhöhten die R+W-Ingenieure bei der bestehenden Baureihe SK1 die übertragbaren Momente, indem sie die Tellerfeder optimierten und neue Materialien verwendeten. Somit ist im Überlastfall eine sichere Trennung der Massen im Millisekundenbereich gewährleistet. Durch den federbelastenden Formschluss der Kupplung mittels Kugeln, die in eine Kalotte gedrückt werden, wird – anders als bei Rutschkupplungen – eine hohe Wiederholgenauigkeit des vorgegebenen Ausrastmomentes und die dauerhafte Funktion gewährleistet. Durch die Drehmomentbegrenzung werden dennoch keine Kompromisse hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Qualität der einzelnen Bauteile zugelassen, obwohl bei der Auslegung der Sicherheitskupplung immer der kostengünstige und wirtschaftliche Einsatz im Vordergrund steht.

Preiswert und sicher

R+W konzipierte eine Lösung, die sich über eine preiswerte und sichere Systemintegration auszeichnet. Das Kugel-Kalottensystem der Kupplung wurde in das Antriebszahnrad des Kettenförderers direkt integriert. Mittels einer Feder, die durch einen Sicherungsring vorgespannt wird und die Kugeln in die Ausnehmungen drückt, wird die Kupplung auf ein bestimmtes Moment voreingestellt. Bei einem Überlastfall rastet die Kupplung aus und am nächstmöglichen Punkt wieder ein. Die Vorteile für den Anwender liegen auf der Hand: Durch die extrem niedrigen Massenträgheitsmomente der R+W-Sicherheitskupplungen kann er das Leistungspotenzial der Antriebe höher ausgeschöpfen. Daneben kann er Gewicht einsparen und benötigt einen geringeren Einbauraum als bisher. Denn durch die kompakte Bauweise, die mit einer hohen Leistungsdichte verbunden ist, kann der Anwender kleinere Kupplungen wählen. Dies hat einen enormen Preisvorteil zur Folge. Technisch betrachtet muss bei einem Crash wegen der Gewichtsreduzierung und geringerer Außendurchmesser weniger Masse abgetrennt werden.

Kugel-Rast-Prinzip

Übrigens stehen spielfreie Sicherheitskupplungen der Baureihe SK dem Markt und damit dem Anwender für Drehmomente von 0,1 bis 2.800 Nanometer und Wellendurchmesser von 3 bis 100 Millimeter zur Verfügung. Das verschleißfreie Kugel-Rast-Prinzip garantiert eine Wiederausrastgenauigkeit von ±5 Prozent und benötigt während des Betriebs keine Wartungsintervalle.

Tobias Wolf, R+W/aru

Fakten

Die R+W Antriebselemente GmbH wurde im Jahre 1990 in Klingenberg als Spezialist für die Herstellung von Präzisionskupplungen und -gelenkwellen gegründet. Heute stellt sich R+W allen Fragen der Kraftübertragung. Rund 120 Mitarbeiter sind im Stammhaus, den Tochterunternehmen in China, Italien und USA sowie den weltweit 50 Vertretungen beschäftigt.

Erschienen in Ausgabe: 02/2009