Komplett durch Service

Mechatronik ? Starke Nachfrage erfreut den Maschinenbauer. Lieferanten von Antriebstechnik müssen jedoch für unterschiedlichste Anwendungen schnell und flexibel die optimale Lösung bereitstellen. Umfassende Konzepte können dabei nur Systemanbieter bieten.

14. November 2007

Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland boomt und kann sich über volle Auftragsbücher freuen. Doch die Branche steht damit auch unter besonderem Druck. Gerade im Bereich der Antriebstechnik sind deshalb Systemanbieter gefragt, die umfassende, flexible Lösungen liefern, welche vielfältige Aufgaben bewältigen. Daneben sollten sie eine hohe Lösungskompetenz besitzen, um die Anforderungen ihrer Kunden analysieren zu können. Sinnvoll ist zudem, wenn ihr Produktsortiment als mechatronischer Baukasten ausgeführt ist, der unterschiedlichste Motoren, Getriebe, Umrichter mit Softwarefunktionen und passenden Erweiterungsmodulen enthält. Nicht zuletzt müssen Softwarelösungen bereitstehen, damit sich die Anwendung auch einfach realisieren lässt. Eine solche Kompetenz als Systemanbieter im Bereich der Antriebstechnik bietet zum Beispiel die Lenze AG aus Hameln. Das Unternehmen hat den Ehrgeiz, für die verschiedensten Antriebsaufgaben die passende Lösung bereitzustellen, ohne dazu jedes Mal eine neue Sonderlösung umsetzen zu müssen. Stattdessen haben die Niedersachsen die unterschiedlichsten Anforderungen an eine Antriebslösung klassifiziert und ihr Produktsortiment entsprechend strukturiert, schließlich finden sich in jeder Fabrik in der Praxis durchschnittlich acht bis zehn dieser klassifizierten Antriebsaufgaben.

Merkmale statt Produkte

Entscheidend für die optimale Wahl der Komponenten aus einem mechatronischen Baukasten ist es, dazu die Ebene der Produkte zu verlassen. Zwar lassen sich allein mit dem Lenze-Antriebsbaukasten rund eine Milliarde sinnvolle Kombinationen realisieren ? wirklich relevant für den Maschinen- und Anlagenhersteller sind aber vielmehr die Prozesswerte der Maschine, die dann zum kombinierten Einsatz der Antriebsbausteine führen: Ihn interessieren mechanische Anforderungen wie Drehzahl, Leistung, Dynamik und Genauigkeit eines Antriebs sowie die Frage, welches Kommunikationssystem für die Ablaufsteuerung seiner Applikation sinnvoll und wie sicher am Ende das Gesamtsystem ist. Unterstützt wird die Kombinationsvielfalt des Baukastens durch Softwarefunktionen, die aus dem Antrieb letztlich eine mechatronische Lösung für konkrete Aufgaben machen und die Produktivität der Maschine bestimmen. Entscheidend ist dabei der einfache Einsatz dieser Software. Lenze bietet deshalb vorbereitete Softwaremodule mit einfachen Funktionen auf Basis umfangreicher Anwendungserfahrung: einen Funktionsbaustein- Editor, einen Verschaltungs- Editor, eine Oberfläche für die grafische Parametrierung, ein Oszilloskop, eine Diagnose- Software und eine Dokumenten-Ablage zur Archivierung von Programmen.

Von der Vision zur Lösung

Die gesamte Funktionsvielfalt für die Antriebs- und Automatisierungstechnik vereinigt das Unternehmen im Lösungsprogramm L-force, das alle Antriebs- und Automatisierungsbereiche abdeckt. Zentraler Bestandteil ist eine geräteunabhängige Runtime-Software mit Funktionen für die Bewegungs- und Ablaufsteuerung. Dazu kommen Lösungen zur Antriebsregelung sowie Motoren und Getriebe. Die Systemintegration der einzelnen Komponenten erfolgt über eine PC-basierte Software, mit der sich einfache Anwendungen ebenso realisieren lassen wie Applikationen mit hohem Automationsgrad. Wenn es bei der Entwicklung neuer Produkte für die Antriebstechnik und Automatisierung nicht nur bei Visionen bleibt, profitieren also vor allem der Maschinen- und Anlagenbau und damit am Ende der Betreiber. Wie hier eine partnerschaftliche Zusammenarbeit funktionieren kann, zeigt das Amberger Automatisierungssystemhaus Baumann. Das Unternehmen entwickelte in enger Kooperation mit Lenze die vielseitig einsetzbare Handhabungslösung sem|box, die Beschleunigungswerte bis 50 m/s² und eine maximale Traglast von 10 Kilogramm bietet. Die Maschine ist damit prädestiniert für schnelle Pick-& Place-Aufgaben oder zum Wafer-Handling, und Marketingleiter Norman Roith ist sich sicher: »Ohne das hohe Maß an Modularität und Anpassungsfähigkeit der Automatisierungstechnik von Lenze hätten wir das breite Einsatzspektrum der sem|box kaum erreichen können.

« Dr. Edwin Kiel, Lenze AG/bt

Fakten

¦Das zentrale und dezentrale Antriebsund Steuerungsprogramm L-Force von Lenze deckt alle Bereiche der Antriebsund Automatisierungstechnik ab.

¦ Die Lösung beruht auf einer geräteunabhängigen Software für alle Bewegungs- und Ablaufprozesse, die sowohl im Antrieb selbst als auch auf dem PC lauffähig ist.

Erschienen in Ausgabe: 08/2007