Komplette Kontrolle

Zustandsüberwachung Kupplungen sind hoch belastete Komponenten im Antriebsstrang. Ein wartungsfreies Verschleißmesssystem ermöglicht jetzt die vorbeugende Instandhaltung und eignet sich zur kontinuierlichen Überwachung des Antriebssystems.

21. Mai 2008

Ein wichtiges Element der Qualitätssicherung einer Maschine oder Anlage ist eine möglichst kontinuierliche Zustandsüberwachung der Antriebsstränge. In besonderem Maße gilt dies für deren hochbelastete Teile, wie etwa die Wellenkupplungen. Für seine weitverbreiteten Rotex-Kupplungen hat deshalb der Ratinger Kupplungstechnikspezialist KTR ein einfaches System entwickelt, mit dem sich der Verschleiß am Elastomer dieser Maschinenelemente im laufenden Betrieb kontaktlos überwachen lässt. Das optoelektronisch arbeitende System mit der Bezeichnung Monitex ermöglicht damit Rückschlüsse auf die Belastungen im Antriebssystem und erlaubt zugleich eine unkomplizierte Drehzahlmessung.

Zur Kupplungsüberwachung genügt es, ein kompaktes Handgerät auf die rotierende Kupplung zu richten. Das Display präsentiert daraufhin den aktuellen Verdrehwinkel, den die Kupplungsnaben zueinander einnehmen, sowie zugleich die Drehzahl des Antriebs, und zwar unabhängig von Kupplungsgröße und Drehzahl. Überschreitet der gemessene Winkel einen vom Benutzer eingestellten Grenzwert, gibt das System eine Warnmeldung aus.

Dauerhafte Verschleißüberprüfung

Entwickelt wurde das System ursprünglich für die regelmäßige Kontrolle der Beanspruchung der Kupplungen im Dienste der Instandhaltung. Inzwischen nutzen zahlreiche Anwender die Lösung jedoch auch für die dauerhafte Überwachung der Antriebe. Möglich macht dies der Anschluss eines externen Sensorkopfs, der sich problemlos in die Umgebungskonstruktion integrieren lässt. In der Praxis zum Einsatz kommt eine solche Lösung mit externem Sensorkopf jedoch nicht nur für die kontinuierliche Überwachung des Antriebssystems, sondern auch zur Qualitätskontrolle. So steht beispielsweise bei Mischanlagen der Verdrehwinkel einer Kupplung in einem direkten Verhältnis zur Viskosität des Mischgutes. In vielen Fällen ermöglicht der Verdrehwinkel zudem eine relative Aussage über das anliegende Drehmoment. Zur Dokumentation lassen sich die erfassten Daten beispielsweise auf einen Datenlogger schreiben oder an ein übergeordnetes Überwachungsoder Leitsystem weitergeben.

Berührungslose Qualitätskontrolle

Damit eignet sich das System auch für eine kontinuierliche Überwachung von qualitätsrelevanten Produktionsparametern mit extrem geringem Aufwand. Das komplett wartungsfreie System arbeitet berührungslos und benötigt keine Kalibrierung, da der Verdrehwinkel über die Zeitdifferenz der rotierenden Kupplungsnaben berechnet wird. Für Anwendungen ohne Rotex-Kupplungen lässt sich das Gerät zudem als Drehzahlmesser einsetzen, wenn zum Beispiel auf einer Welle zwei Messstreifen aufgebracht werden.

Gerald Scheffels

Erschienen in Ausgabe: 03/2008