Komplex und kostengünstig

Elektro-Industrie nutzt spangebende Fertigung als Alternative zum Spritzguss

02. August 2007

An Kunststoffteile für die Elektrotechnik und Elektronik werden hohe Ansprüche gestellt. Die Abnehmer wünschen oft kleine Dimensionen, die aber dennoch von komplexer Gestalt sind. Hohe Qualität und günstige Kleinserien-Preise stehen ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste. Die mechanische Bearbeitung technischer Kunststoffe ist hier eine überzeugende Alternative zum Spritzgießen.

Formteile aus technischen Kunststoffen finden sich heute in fast allen elektrischen und elektronischen Produkten. Oft entstehen sie im Spritzguss, der bei der Großserien-Produktion meist das wirtschaftlichste Fertigungsverfahren ist. Immer häufiger allerdings - und vor allem wenn Klein- oder Kleinstserien gefragt sind - rechnet sich auch die mechanische Kunststoff-Bearbeitung. Denn mit spangebenden Techniken wie dem Drehen, Bohren, Fräsen und Gewindeschneiden lassen sich insbesondere aufwändige Geometrien mit hoher Maßhaltigkeit und Formbeständigkeit kostengünstig realisieren. Zudem erlaubt die Vielzahl der einsetzbaren Polymere die Herstellung von Einzelteilen oder Baugruppen mit sehr anwendungsspezifischen Eigenschaften wie sie in Elektrotechnik und Elektronik gefordert sind - also beispielsweise einer hohen Temperaturbeständigkeit oder Leitfähigkeit.

Know-how und Erfahrung

Voraussetzungen dafür, dass Bauelemente wie Wellen, Kabelkanäle, Steckergehäuse oder Stellrädchen den oft hohen konstruktiven Anforderungen gerecht werden, sind neben dem entsprechenden Maschinenpark auch die werkstoff- und fertigungstechnischen Erfahrungen des Kunststoffverarbeiters. Zu den führenden Spezialisten auf diesem Gebiet gehört das hessische Zulieferunternehmen Wagner. Seit mehr als 40 Jahren fertigt es Präzisionsteile aus PEEK, PTFE, POM, PVDF und vielen anderen technischen Kunststoffen für Abnehmer in Elektrotechnik, Elektronik und verwandten Branchen.

Das Leistungsangebot von Wagner deckt ein großes Spektrum möglicher Anwendungen ab, wobei der Schwerpunkt auf gedrehten Formteilen liegt. Hier reicht die Spanne von Werkstücken mit gerade mal 1,5 Millimetern Durchmesser bis hin zu Drehteilen mit bis zu 60 Millimetern Durchmesser. Auch drei Meter lange Gewindestangen umfasst das Lieferprogramm. Dabei verfügen selbst die „Kleinen“ oft über sehr komplexe Formen und - bei Bedarf - äußerst dünne Wände. Beste Voraussetzungen also, um für Anwendungen in den zunehmend miniaturisierten Komponenten und Produkten von Elektrotechnik und Elektronik die passenden Teile zu liefern.

Investition in die Zukunft

Wohin die Zukunft geht, demonstriert Wagner durch seine jüngste Investition in ein top-modernes CNC-gesteuertes Bearbeitungszentrum. Damit baut das Unternehmen sein Leistungsspektrum für hochpräzise Drehteile mit Durchmessern von bis zu 50 Millimetern deutlich aus. Der Vorteil der neuen Maschine ist die große Anzahl von teilweise selbst angetriebenen Werkzeugen, die gleichzeitig im Einsatz sein können, um Querbohrungen oder Fräsungen zu fertigen. Das CNC-Zentrum erlaubt zudem die wirtschaftliche Vorder- und Rückseitenbearbeitung in einem Arbeitsgang und bietet eine Rundlaufgenauigkeit von 0,03 Millimetern.