Konfigurieren statt konstruieren

Konstruktionsmanagement

Handhabung – Modular aufgebaute Vakuum-Effektoren der J.Schmalz GmbH ermöglichen die flexible Entwicklung von maßgeschneiderter Greiftechnik. Ein neuer Online-Konfigurator hilft jetzt bei der Zusammenstellung der optimalen Komponenten.

04. Juni 2013

Die wichtigsten Anforderungen an industrielle Verpackungsprozesse sind hohe Geschwindigkeit und große Flexibilität bei einem Wechsel des Formats auf der Verpackungsmaschine. Eine besonders große Anpassungsfähigkeit erfordert dabei oft speziell die Greiftechnik, die deshalb in vielen Fällen als Einzelanfertigung zum Einsatz kommt. Einen anderen Weg bietet hier der Handhabungs- und Aufspanntechnik-Spezialist Schmalz aus Glatten im Schwarzwald: Das Unternehmen hat dazu den modularen Vakuum-Endeffektor VEE entwickelt, der sich mit wenig Aufwand flexibel zusammenstellen, konfigurieren und modifizieren lässt. Noch einfacher macht dies jetzt eine neue Online-Konfigurationssoftware, mit der der Anwender sich einen maßgeschneiderten Endeffektor mit nur wenigen Klicks aus unterschiedlichen Flanschen, Verbindungselementen und Sauggreifern zusammenstellen kann. Dieser sogenannte VEE-Konfigurator arbeitet nach dem Prinzip »Konfigurieren statt konstruieren« und reduziert den Aufwand für die Greiferauslegung auf ein Minimum.

Zum Einsatz genügt es, sich im Internet unter der Adresse www.schmalz.com/vee kostenlos anzumelden, die Werkstückdaten einzugeben und Saugeranzahl und -größe sowie die gewünschte Greifervariante auszuwählen. Nach der Definition der Saugerposition und der Anbindungskomponenten wie Roboterflanschplatten oder Flanschmodule für die Vakuum-Einleitung erstellt die Lösung danach in weniger als zehn Minuten einen optimalen Greifer als 3D-Modell, bei dem alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Dazu liefert die Software für jede geeignete Anwendung den optimalen Endeffektor mit bis zu 12 Sauggreifern aus dem hoch spezialisierten Angebot von Schmalz zur Handhabung der unterschiedlichsten Güter, seien es empfindliche Folien- oder Blisterverpackungen, stabile Kartonagen, geringfügig labile Produktverpackungen oder gefüllte Beutel und Flow-Wrap-Verpackungen. Unmittelbar nach der Konfiguration erhält der Anwender per E-Mail die vollständigen CAD-Daten des Greifers, die sich einfach in bestehende CAD-Konstruktionsprogramme einbinden lassen, sowie eine Stückliste im PDF-Format mit der Möglichkeit zur unmittelbaren Online-Bestellung des Endeffektors. Diese einfache Methode verkürzt nicht nur die Entwicklungszeit deutlich, sondern hilft zugleich auch, Konstruktionsfehler zu vermeiden.

Minimale Wechselzeiten

Unabhängig von der Art des Produkts bewegt der VEE Traglasten bis 2.000 Gramm und eignet sich mit Beschleunigungen bis 10g für alle typischen Pick-&-Place-Prozesse. Der serienmäßige Schnellwechseladapter des VEE beschränkt zudem die Wechselzeiten auf ein Minimum. Damit eignet sich der Greifer besonders für den Konsumgüterbereich mit seinem Trend zu immer variantenreicheren Produkten in immer kleineren Chargen mit manchmal nur wenige Stunden dauernden Verpackungsprozessen.

Die schlauchlose Vakuumverteilung im Greifsystem reduziert nicht nur mögliche Leckagestellen, sondern gewährleistet auch einen höheren Wirkungsgrad und eine schnelle Reaktionszeit. Alle Elemente des VEE sind aus dem FDA- und BfR-konformen Kunststoff Polyphenylsulfon (PPSU) gefertigt, der beständig ist gegenüber alkalischen Reinigungslösungen.

Erschienen in Ausgabe: 04/2013