Konstant rotieren

Technik

Hydrauklikmotor – Maßgeblich für den Einsatz von Hydraulikmotoren zum Beispiel in der Werkstoffprüfung ist ein möglichst gleichförmiges Drehzahlprofil. Ein innovativer Radialkolbenmotor verspricht jetzt völlig neue Möglichkeiten.

20. September 2011

Eine wichtige Forderung an Hydraulikmotoren ist in vielen Einsatzbereichen eine möglichst exakte Einhaltung des vorgegebenen Drehzahlprofils. Speziell in der Prüfstandstechnik ist dieser Parameter von immenser Bedeutung. Speziell für solche Einsatzfelder hat der Fluidtechnikspezialist Düsterloh aus Hattingen im Ruhrgebiet jetzt eine neue Generation von Radialkolbenmotoren vorgestellt, deren Gleichlaufgüte gegenüber konventionellen Motoren gravierend verbessert werden konnte. Zudem wurde der Betriebsdrehzahlbereich deutlich nach unten ausgedehnt, sodass sich bereits im ungeregelten Zustand Drehzahlen von deutlich unter 1 min-1 mit gutem Gleichlauf erreichen lassen. Mit Hilfe eines Reglers und eines dynamischen Servoventils sind Drehzahlen bis nahe null möglich, und letzte Drehzahlschwankungen lassen sich fast vollständig glätten. Damit erreicht der Motor bei einer mittleren Drehzahl von 1 min-1 eine Standardabweichung von 0,011 min-1. Die Maximaldrehzahl liegt weiterhin je nach Motorgröße bei 2.000-1.

Maßgeblich für die hohe Gleichlaufgüte der Motoren ist eine spezielle Ansteuerung und Anordnung der Kolben. Der Hochpräzisions-Radialkolbenmotor RMHP 90 beispielsweise besitzt insgesamt 21 Kolben, die in drei Reihen radial angeordnet sind, und ist mit einer spielnachstellenden Steuerung ausgerüstet. Bei einem Maximaldruck von 210 bar erreicht der Motor mit einem Schluckvolumen von 88,4 Milliliter pro Umdrehung kurzzeitig ein Drehmoment bis zu 260 Newtonmeter.

Aufgrund des großen Drehzahlbereichs und des hervorragenden Gleichlaufs eignet sich dieser Motor insbesondere für geregelte Präzisionsantriebe – vor allem in Verbindung mit Stillstandshaltebremsen, angebauten Planetengetrieben oder Sensoren für Drehzahl oder Drehwinkel. Dazu kommt eine Vielzahl optionaler Blockaufbauten wie etwa integrierte Druckbegrenzungsventile oder Nachsauge- bzw. Einspeiseventile sowie die Möglichkeit des Anbaus von Proportional- oder Servoventilen unterschiedlicher Nenngröße in unmittelbarer Motornähe.

Optimal für Prüfstände

Im Einsatz ist der Hydraulikmotor zum Beispiel in einem Plastometer-Prüfstand der Fa. Bähr Thermoanalyse GmbH in Hüllhorst, wo die Warmverformung von metallischen Werkstoffen unter Torsion, Zug oder Druck bei hohen Temperaturen analysiert wird. Ziel der Prüfungen ist die Optimierung der geprüften Metalllegierungen. Bei diesen Werkstoffprüfungen wird die eingespannte Probe zunächst über eine Induktionsspirale erhitzt und nach Erreichen der Zieltemperatur dem gewünschten Drehmoment ausgesetzt. Im Torsionsversuch zum Beispiel wird die Probe mit einer Drehzahl von bis zu 900 min-1 um 30 Umdrehungen tordiert. Die Belastung erfolgt dabei schlagartig über ein High-Response-Ventil mit einer Öffnungszeit von 6 Millisekunden bei einem Durchfluss von 63 Liter/Minute und muss mit höchstmöglicher Konstanz verlaufen. Hier bewährt sich der Hydraulikmotor durch die hohe Konstanz der Antriebsdrehzahl mit der Möglichkeit ihrer sehr schnellen, gleichmäßigen Änderung bei schlagartiger Drehrichtungsumkehr.

Alles auf einen Blick:

- Die Düsterloh Fluidtechnik GmbH in Hattingen entwickelt, produziert und vertreibt seit mehr als 100 Jahren Hydraulik- und Pneumatikmotoren.

- Die Radial-, Axial- und Zahnradmotoren bieten exakten Gleichlauf auch bei niedrigsten Drehzahlen.

- Die eigene Entwicklungs- und Konstruktionsabteilung gewährleisten hohe Flexibilität.

Erschienen in Ausgabe: 07/2011