Konzentrierte Kompetenz

Branchentreff

Veranstaltung - Das Patentrezept des »Automatisierungstreff Industrie + Gebäude« ist die Mischung aus Kommunikationsplattform, Praxistest und anwendungsbezogenen Workshops. Die Branchenveranstaltung setzt dabei auf Klasse statt Masse und somit auf konstruktive und tiefgehende Gespräche zwischen Ausstellern und Besuchern. Der Treff findet in diesem Jahr zum siebten Mal statt, und zwar vom 23. bis 25. März.

24. Februar 2010

Auch junge Veranstaltungen können von Anfang an sehr erfolgreich sein – wenn sie gut durchdacht sind und eine Nische besetzen. So wie beim Automatisierungstreff. »Nicht eine weitere Messe, sondern ein Treff der besonderen Art« sollte die Branchenveranstaltung laut Sybille Strobl, Geschäftsführerin der Strobl GmbH und Initiatorin des Automatisierungstreffs, von Anfang an sein. »Unseren Automatisierungstreff sehen wir als Kommunikationsplattform für die Präsentation und Diskussion neuer Technologien und Trends der Automatisierung«, sagt Strobl. »Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Anwender-Workshops sowie die Foren und der Benchmark, also der Praxistest, gefolgt von der Fachausstellung.« Als Massenveranstaltung ist die Veranstaltung nicht angelegt. Beim Automatisierungstreff kommen zwar nicht so viele Aussteller wie auf größeren Messen, dafür aber die wichtigen Kernkompetenzen in konzentrierter Form zusammen. Dadurch kann das Team der Strobl GmbH die Aussteller intensiv beraten und sie so weit wie möglich bei den Vorbereitungsmaßnahmen für die Teilnahme am Automatisierungstreff entlasten.

Konstruktive Atmosphäre

»Das ist auf einer klassischen Messe, die meist auch von der Größe her eine andere Dimension einnimmt, gar nicht zu leisten. Bei unserer sehr übersichtlich angelegten Veranstaltung ist diese intensive Betreuung aber möglich«, erläutert Strobl die Vorteile. »Die Besucher loben die besonders konstruktive Atmosphäre des Automatisierungstreffs«, sagt die Initiatorin. »Sie schätzen es, dass sie nicht nur die Möglichkeit haben, sich an den Ständen zu informieren, sondern darüber hinaus noch das professionell gemanagte Forenprogramm verfolgen können sowie in Workshops ihr Wissen sehr praxisnah vertiefen und dort darüber hinaus teilweise selbst Hand anlegen können. Wenn die Besucher zufrieden sind, so sind es auch die teilnehmenden Unternehmen.« Der erste Automatisierungstreff fand im Februar 2004 statt, zunächst noch in Sindelfingen. Die Region um Stuttgart bot sich für die Veranstaltung an, denn im Umkreis von 250 Kilometern befindet sich das Gros des deutschen Maschinenbaus. Und Maschinenbauer sind schließlich die Hauptanwender von Komponenten der elektrischen Automatisierungstechnik.

Von Anfang an waren wichtige Automatisierungshersteller, wie beispielsweise Ade Automation, Baumüller, IBH-Softec, Mitsubishi, Rittal, Weidmüller oder Westermo mit im Boot. Im Jahr 2007 zog der Automatisierungstreff dann nach Böblingen um. »Unser Automatisierungstreff passt besser in die Böblinger Kongresshalle mit ihrem sehr edlen Ambiente. Hier kommt der besondere Charakter unserer Veranstaltung viel besser zum Tragen«, begründet Sybille Strobl den Umzug. Daneben gab es aber noch einen praktischen Grund: Die Teilnehmer nutzten inzwischen in recht großer Anzahl die Möglichkeit, eigene Workshops zu veranstalten. Um 17 Prozent erhöhte sich die Anzahl der aktiv teilnehmenden Unternehmen im Vergleich zum Jahr 2006. Insgesamt besuchten 1.707 Teilnehmer den Automatisierungstreff, was einem Anstieg in Höhe von 14,5 Prozent entsprach. »Geografisch gesehen liegen beide Standorte dicht beieinander, sodass sowohl Böblingen als auch Sindelfingen von der Nähe zu Stuttgart profitieren«, sagt Strobl.

Krisenfestes Konzept

Im Jahr 2007 wartete der Automatisierungstreff aber nicht nur mit einer neuen Halle, sondern auch mit einem neuen Highlight auf: Erstmals waren die sogenannten Benchmarks mit dabei. Bei diesen Praxistests präsentieren und diskutieren unterschiedliche Anbieter ihre jeweilige Lösung für eine öffentlich ausgeschriebene Aufgabe eines Anwenders, während Anwender und Publikum mit Fragen kritisch nachhaken können. Nach dem erfolgreichen Start in Böblingen setzte sich die Erfolgsgeschichte des Automatisierungstreffs auch in den folgenden Jahren 2008 und 2009 fort. So besuchten im Jahr 2008 insgesamt 2.017 und im Jahr 2009 2.367 Interessierte die Veranstaltung. Und die Anzahl der aktiv teilnehmenden Unternehmen stieg 2008 auf 66 und 2009 auf 70. »Demnach ist unsere Veranstaltung gegen den Trend sehr gut gelaufen«, zieht Sybille Strobl das Resümee. »Sicherlich fordern wirtschaftlich angespannte Zeiten wie diese uns als Veranstalter noch mehr heraus. Das ändert aber nichts daran, dass unsere Teilnehmer und wir als Veranstalter fest hinter unserem Konzept stehen.« Dass das Konzept gut ist, trotz der Krise oder vielmehr auch gerade in Krisenzeiten, bestätigen auch die Besucher, wie Angelo Bindi, Senior Manager Zentrale Steuerungs- und Informationstechnik Continental, Division Chassis & Safety: »Als weltweit führender Technologiepartner der Automobilindustrie sind wir gefordert, die Bereiche Fahrsicherheit, Antrieb und Komfort weiter voranzubringen. Dies geht aber nur, wenn wir in unseren weltweiten Produktionsanlagen modernste Automatisierungskonzepte nutzen. In Zeiten, in der die Wirtschaftslage die Innovationskraft von Unternehmen negativ prägt, müssen wir Ideen sammeln, Strukturen verbessern, Kosten senken und Innovationen vorantreiben. Dafür bietet eine Veranstaltung wie der Automatisierungstreff ideale Möglichkeiten.«

Für die Zukunft sieht sich Sybille Strobl mit ihrem Team bestens gerüstet: »Wir sind überzeugt, bereits heute eine neue Veranstaltungsplattform der Zukunft anzubieten. Denn der persönliche Austausch bildet auch in fünf Jahren noch eine wichtige Basis für den Wissenstransfer und für das B2B-Geschäft.

Selbstverständlich werden wir als Veranstalter neue Trends sofort aufgreifen und in Zusammenarbeit mit unserem Beirat in die Veranstaltung integrieren.« Die Besucher können sich auf den diesjährigen Automatisierungstreff, der vom 23. bis zum 25. März stattfindet und auf dem MES-Anbieter besonders aktiv vertreten sein werden, jedenfalls freuen: Die Veranstaltung wartet dieses Jahr mit insgesamt 35 Workshops auf. Darunter sind beispielsweise die Workshops »Die Zukunft hat begonnen: Intelligente Gebäude- und Anlagentechnik«, »Internetfernwartung – Planen und Konfigurieren von VPN-Verbindungen« oder »MES – Leitrechner – Design«. In den Foren werden unter anderem die Themen Maschinensicherheit und industrielle Kommunikation besondere Schwerpunkte bilden. Eines steht übrigens auch schon fest:

Das ansonsten berüchtigte siebte Jahr wird für den Automatisierungstreff mit Sicherheit alles andere als ein verflixtes werden.

Angela Unger

Erschienen in Ausgabe: 01/2010