»Kooperationen für Wachstum«

Spezial: Ind.elektr.

Dr. Wilhelm Engst – Der Kabelmarkt ist hart umkämpft, wer oben mitmischen will, muss ständig mit Neuheiten präsent sein. Dazu lohnt es sich auch Kooperationen einzugehen, weiß der CEO der TKD Kabel GmbH.

10. Februar 2014

Wir wollen unsere Kernkompetenzen weiter ausbauen, vor allem in den historisch gewachsenen Bereichen der Schleppkettenleitungen sowie bei fördertechnischen Kabellösungen. Hier sind wir seit Jahrzehnten mit starken Produkten aktiv – und haben uns international einen Namen gemacht. Mit der strategischen Ausrichtung der TKD auf die Segmente »Industrie«, »Kran- und Fördertechnik« sowie »Schleppkettensysteme und Leitungen« verfolgen wir eine noch klarere Positionierung im Markt. Gerade bei Systemen, wo wir mit Murrplastik Systemtechnik kooperieren, haben wir kräftig aufgerüstet – und können unseren Kunden nun auch konfektionierte Servoleitungen und anschlussfertige Schleppkettensysteme bieten.

Wie äußert sich diese Kooperation?

Um die Zusammenarbeit zu unterstützen, ist die Kaweflex Allround neu im Programm, eine Baureihe, die statt der Lagenverseilung in Bündeln verseilt und speziell auch Witterungsbeständig ausgelegt ist. Die Baureihe ist daher eine perfekte Ergänzung, um den Systemgedanken mit unserem Partner Murrplastik voranzutreiben.

Allround heißt vielseitiger einsetzbar?

Ja. Schleppkettenleitungen sind vorwiegend für den Innenbereich gedacht. Die Kaweflex Allround hingegen ist sowohl in der Werkshalle als auch für außen geeignet und unterscheidet sich im konstruktiven Aufbau. Auch wenn die verschiedenen Konstruktionen zumeist das gleiche Ergebnis in der Anwendung finden, gibt es im Detail aber Unterschiede. Deshalb verbreitern wir unser Sortiment.

Und es gibt eine weitere Kooperation.

Seit kurzem sind wir einer von 53 Kooperationspartnern für das Eplan Dataportal und haben unsere Konstruktionsdaten für dieses verbreitete Format aufbereitet. Immer mehr Entwickler arbeiten damit und davon wollten wir auf jeden Fall profitieren.

Wie kam das zustande?

Wir sind von uns aus aktiv geworden, denn wir wollten im Eplan-Portal frühzeitig im Entstehungsprozess sichtbar sein und nicht erst, wenn alle Entscheidungen schon gefallen sind. Dann wird es schwierig, in ein Projekt hineinzukommen. Wir sind einer von drei Anbietern auf der Kabelseite, bei der Größe der Kabelwelt ist das ein erlauchter Kreis. Das lässt einiges erwarten und es gibt auch schon erste Anfragen, die auf Eplan zurückgehen.

Es soll jetzt auch eine sehr flexible Leitung auf Aluminiumbasis geben …

Sie heißt Alinduflex und ist eine innovative Neuentwicklung als Alternative zu den Standard-Gummischlauchleitungen. Sie besitzt einen hochflexiblen Aluminium-Leiter, ummantelt mit hochwertigsten Gummimaterialien, und ist so bei gleicher Flexibilität bis zu 60 Prozent leichter. Auch die Verbindungstechnik ist auf den neuen Leiter abgestimmt. Bisherige Projekte sind wegen der feindrahtigen Aluminiumleiter gescheitert. Heute ist diese Verbindungstechnik absolut sicher.

Wir kennzeichnen die Leitungen sichtbar mit einem grünen Streifen, um zu signalisieren, dass sie kein Kupfer enthalten.

Das ist ein wirksamer Schutz gegen Diebe, denn so sind die Leitungen nicht mehr attraktiv. Für den Anwender bedeutet das weniger Kosten und Störungen. Und durch die deutlich geringeren Metallkosten entsteht zudem ein deutlicher Kostenvorteil.

Gibt es weitere Neuerungen?

Wir werden unser Produktportfolio in trommelbaren Leitungen für die Fördertechnik erweitern. Außerdem sind neue Typen der im letzten Jahr vorgestellten Baugruppe der Tray Cable in Arbeit, die die strenge amerikanische Norm erfüllen und gut angelaufen sind. Auch neu sind die Baureihe Kaweflex ServoDriveQ für Drive-CLiQ-Anwendungen, lagermäßig schwere Gummileitungen sowie halogenfreie Typen. Ich denke, 2014 gibt es eher Ergänzungen, denn das Jahr der Neuheiten bei TKD war eindeutig das zurückliegende 2013.

Das bedeutet doch einen enormen Entwicklungsaufwand …

Der ist überschaubar, da wir zusammen mit unseren Partnern entwickeln. Die innovative Alinduflex stellt eine völlige Neuentwicklung dar und durch die anzupassende Verbindungstechnik war der Aufwand hoch. Aber am Ende muss immer eine zuverlässige Lösung stehen.

Wir wollen mit zusätzlichen Tochtergesellschaften international wachsen und wenn das nicht nur über den Preis geschehen soll, muss TKD sein Angebot erweitern. Das haben wir getan und 2014 sollen die neuen Produkte Früchte tragen. Dazu gehen wir in der Vermarktung richtig in die Vollen, um sie im Markt zu platzieren und zu etablieren, sie den Kunden vorzustellen und diese zu überzeugen.

Aber TKD sieht doch sicher weitere Trends in der Leitungswelt?

Besonderes Augenmerk liegt auf Busleitungen, also den Produkten für Kommunikation und Vernetzung. Hier wollen wir uns stärker engagieren, denn das Potential ist riesig und die Entwicklung erst am Anfang. Industrie 4.0 ist zwar derzeit ein Hype, aber auch ein Trend, den man ernstnehmen muss und der die Produktionswelt beeinflussen wird.

Vita

Dr. Wilhelm Engst

- Geboren in Österreich, aufgewachsen in Deutschland.

- Studium Maschinenbau, promoviert zum Thema Stetigfördertechnik.

- 15 Jahre tätig im Zulieferbereich für Bergbau und fördertechnische Anlagen.

- 12 Jahre Kabelindustrie mit unterschiedlichen Führungsfunktionen in internationalem Konzern.

- Seit zwei Jahren CEO der TKD Kabel GmbH.

Erschienen in Ausgabe: 01/2014