Kopierschutz für 3D-Druck

Womit Hersteller von Markenartikel leidvolle Erfahrungen gemacht haben, könnte in Zeiten der Digitalisierung auch der Fertigungsindustrie blühen: Umsatzerosion durch Raubkopien. Ein Forschungsprojekt unter Koordination von Prostep soll nun eine sichere Kette für 3D-Druck entwickeln.

28. Februar 2017

Das Forschungsprojekt SAMPL (Secure Additive Manufacturing Plattform) entwickelt eine Plattform, mit der nur autorisierte Personen Zugang zu 3D-Daten erhalten, der Druck nur mit Originaldaten erfolgt und die Echtheit von gedruckten Teilen nachprüfbar ist. Das soll geschehen, indem die Übertragung der Druckdaten über eine gesicherte Softwarekette an ebenfalls gesicherte 3D-Drucker erfolgt. Die fertigen Produkte weisen ihre Echtheit durch integrierte RFID-Chips aus. Als technische Basis dient im Rahmen des Projekts die Datenaustauschsoftware OpenDXM GlobalX von Prostep. Die Spezialisten für Datenaustausch übernehmen auch die Projektkoordination. Beteiligt an dem Projekt sind einige weitere Unternehmen und Institute sowie Airbus als assoziierter Partner.

Hintergrund ist die zunehmende weltweite Vernetzung durch den 3D-Druck: Die an einem Ort entwickelten Daten lassen sich auf geeigneten Maschinen weltweit produzieren. Im Unterschied zu kopierten Handtaschen und Kugelschreibern ist bei Verwendung der Originaldaten die Qualität gleich. Wer die Druckdaten eines Autoersatzteils hat, kann dieses auf einer gleichwertigen Maschine selbst herstellen. Durch das Projekt verspricht sich Prostep die Erschließung neuer Märkte in der Additiven Produktion und anderen Anwendungsbereichen, in denen die Echtheit von Produktdaten sichergestellt werden muss.

Prostep will die Methode Blockchain nutzen, bei der der Hashwert jedes Datenblocks im nächsten mitgespeichert wird. Diese Verfahren wird auch bei Bitcoin genutzt. "Unsere Schlüsselinnovation ist die Integration eines digitalen Lizenzmanagements auf Basis der Blockchain-Technologie in OpenDXM GlobalX“, erläutert Dr. Martin Holland, Leiter Business Development bei Prostep. „Sie ergänzt die heute schon verfügbaren Mechanismen für die Verschlüsselung von 3D-Daten und macht unsere Datenaustauschlösung noch sicherer.“ Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren - Ergebnisse sind somit für 2020 zu erwarten.