Kosten sparen, aber sicher

Sicherheitssteuerung – Die künftige Maschinenrichtlinie stellt hohe Ansprüche an die Anlagensicherheit. Eine neue Sicherheitssteuerung erfüllt diese Anforderungen schon heute und bietet zudem wirtschaftliche Vorteile.

23. Mai 2008

Eines der wichtigsten Themen in der Automatisierungsbranche ist die Sicherheit von Maschinen und Anlagen. Grund für diesen Trend ist nicht zuletzt die neue Maschinenrichtlinie, die am 29. Dezember 2009 in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Kraft tritt. Von diesem Tag an müssen alle Maschinen auf dem europäischen Markt, die in den Anwendungsbereich der Richtlinie fallen, die festgelegten Sicherheitsanforderungen erfüllen. Dabei müssen die Maschinenbauer mit grundlegenden Änderungen rechnen: So fordert die Norm EN ISO 13849 über den qualitativen Ansatz der Norm EN 954-1 hinaus auch eine quantitative Berechnung der Sicherheitsfunktionen. Eine weitere bedeutende Änderung ist zudem die Verpflichtung, eine Risikobeurteilung und eine Betriebsanleitung für die technische Dokumentation zu erstellen.

Neben solchen rechtlichen Vorschriften machen jedoch auch wirtschaftliche Überlegungen das Sicherheitsmanagement heute zu den bestimmenden Trends in der Automatisierungsbranche, schließlich kann sich kein Unternehmen lange Ausfallzeiten oder einen Produktionsstopp aufgrund von Sicherheitsmängeln leisten. Zudem stellen die Maschinenbetreiber immer höhere Anforderungen an die Anlagenverfügbarkeit. Diesen hohen Marktanforderungen an die Anlagensicherheit kann nur mit technologisch optimierten Sicherheitstechnologien und -systemen Rechnung getragen werden. Für viele Maschinen und Anlagen wird damit spätestens zu diesem Zeitpunkt die Verwendung einer Sicherheitssteuerung erforderlich.

Integriertes Konzept

Der Nürnberger Antriebstechnikspezialist Baumüller hat sich dieses Themas bereits jetzt angenommen und bietet ein durchgängiges integriertes Konzept für hochverfügbare Maschinensicherheit. Das Konzept erfasst zentrale, modular dezentrale und hybride Automatisierungsstrukturen und spiegelt sich in jedem Bereich der Anwendung wider. Hauptbestandteil ist die neue Sicherheitssteuerung b maXX-safePLC in Verbindung mit der antriebsbasierten Erweiterung der b maXX-Baureihe mit antriebsintegrierter funktionaler Sicherheitstechnik.

Die integrierte Sicherheitstechnik soll gewährleisten, dass technisches Versagen, falsche Handhabung oder Manipulationen keine Gefahr für den Produktionsprozess und die Sicherheit der Mitarbeiter darstellen. Neben der Sicherheit erhöht das neue Konzept jedoch auch die Produktivität der Anlage. So gewährleisten die eingebauten Diagnosefunktionen und die gefahrlose Bedienung der Maschine durch den Mitarbeiter, dass Produktionsfehler und ?ausfälle früh erkannt und einfach behoben werden können, sodass ein teurer Anlagenstillstand vermieden wird.

Auch zur Reduktion von Komplexität trägt die neue Sicherheitssteuerung bei, indem komplizierte Verdrahtungen entfallen und der Verkabelungs- und Prüfaufwand minimiert wird. Integrierte Sicherheitssteuerungen machen mehrfach gekoppelte Einheiten sogar völlig überflüssig. Die Kombination von Standard- und sicherer SIL3-Steuerung reduziert damit nicht nur die Komplexität der Maschine und gewährleistet den sicheren Betrieb, sondern sie verschafft dem Maschinenbetreiber auch einen wirtschaftlichen Vorteil.

Die Markteinführung der neuen Sicherheitssteuerung ist für das dritte Quartal 2008 geplant.

Sabrina Löhr, Baumüller Holding

Erschienen in Ausgabe: 03/2008