Kraft in der Kälte

Fluidtechnik

Hydraulikzylinder – Bei Einsätzen unter extremer Kälte geraten Hydraulikantriebeoft an ihre Grenzen. Maßgeschneiderte Hydraulikzylinder aus speziellen Werkstoffen könnenauch bei tiefen Temperaturen bis zu -50 Grad Celsius zuverlässig arbeiten.

04. Mai 2012

Das Mittel der Wahl zum Aufbringen von hohen Kräften mit hoher Präzision sind ölhydraulisch getriebene Zylinder, mit denen sich eine Vielzahl von Aufgabenstellungen auch unter rauen Umgebungsbedingungen lösen lassen. Probleme bereitet solchen Antriebslösungen jedoch oft der Einsatz bei sehr tiefen Temperaturen, etwa in den Polarregionen der Erde. So werden Kolben und Gehäuse der Zylinder bei großer Kälte spröde, sodass es zu Materialbrüchen mit möglicherweise verheerenden Folgen kommen kann. Zudem sind die eingesetzten Dichtungen bei tiefen Temperaturen oft nicht mehr flexibel genug, um Undichtigkeiten dauerhaft zu vermeiden. Zusätzlich wird bei sehr tiefen Temperaturen der Fließpunkt herkömmlicher Hydraulikflüssigkeiten unterschritten.

Kältetaugliche Materialien

Speziell für derartige Anwendungen hat der Hydraulikspezialist Hoven aus Stolberg im Rheinland jetzt leistungsfähige Tieftemperaturzylinder entwickelt, die auch bei bis zu -50 Grad Celsius dauerhaft zuverlässig und sicher arbeiten. Konstruktion und Materialien der Zylinder wurden dahingehend überarbeitet, dass auch unter den schwierigen klimatischen Bedingungen teure Reparaturen und Wartungsarbeiten weitestgehend vermieden werden. So sind Kolben und Gehäuse der Zylinder aus speziellen, bei Bedarf auch aus nicht rostenden Stählen mit einer besonders hohen Kerbschlagzähigkeit gefertigt.

Die Stähle entsprechen der Werkstoffnorm für Druckbehälter gemäß AD-2000-Merkblatt W10 für tiefe Temperaturen. Abnahmeprüfzeugnisse nach DIN EN 10204/3.1 belegen die mechanisch-technologische Eignung aller Materialien. Auch Hydraulikleitungen, Anschlüsse und Schrauben sind konstruktiv angepasst und aus geeigneten Materialien gefertigt. Der Einsatz spezieller Tieftemperaturöle mit ausgewählten Additiven gewährleistet einen sehr hohen Viskositätsindex des Hydrauliköls. Auch die Dichtungen aus Spezial-Elastomeren sind an die extreme Kälte angepasst und bleiben über den gesamten Temperaturbereich flexibel.

Hoven Hydraulik liefert die Zylinder in allen denkbaren Abmessungen und Druckbereichen, für jeden Anwendungsfall individuell ausgelegt. Für Einsatzfälle, bei denen trotz der arktischen Umgebungsbedingungen Explosionsgefahr bestehen kann, bieten die Hydraulikspezialisten die Tieftemperaturzylinder zudem auch mit einer ATEX-Zertifizierung an.

Auf einen Blick

-Die Wilhelm Hoven Maschinenfabrik GmbH & Co. aus Stolberg im Rheinland entwickelt und fertigt Hydraulikkomponenten und -anlagen.

-Die Spezialität des 1929 gegründeten Familienunternehmens mit 100 Mitarbeitern ist die Realisierung maßgeschneiderter kundenspezifischer Lösungen.

Erschienen in Ausgabe: 03/2012