Kraftpaket in der Kompaktklasse

Steuerungstechnik

CNC-Steuerung – Eine neue panelbasierte CNC-Steuerung ermöglicht anspruchsvolle Dreh- und Fräsmaschinen im Werkstattbereich.

24. Februar 2010

Aus zwei mach drei: Bisher fehlte im Siemens-Angebot an Werkzeugmaschinensteuerungen ein Modell zwischen der Sinumerik 802Dsl für Standardmaschinen-Anwendungen und der 840Dsl für Premium-Anwendungen. Diese Lücke hat die Siemens-Abteilung »Drive Technologies« nun mit der neuen Sinumerik 828D für die Kompaktklasse geschlossen. Damit stellen die Nürnberger jetzt eine CNC-Steuerung für anspruchsvolle Dreh- und Fräsmaschinen im Werkstattbereich zur Verfügung.

Die Fräsvariante der Sinumerik 828D ist auf die Anforderung von vertikalen Bearbeitungszentren mit zusätzlichen Maschinenaggregaten wie einer A-Achse für die Bearbeitung zylindrischer Werkstücke oder einer Schwenkeinrichtung für die Bearbeitung in schrägen Werkstückebenen zugeschnitten. Mit der Bahnführung Advanced Surface können Anwender die neue Steuerung auch für die Fertigung hochpräziser Formenbauwerkstücke einsetzen.

Die Drehvariante hat Siemens speziell für einkanalige Schrägbett-Drehmaschinen konzipiert. Neben angetriebenen Werkzeugen für die Stirn- und Mantelflächenbearbeitung, mit und ohne Y-Achse, unterstützt die Steuerung auch eine vollwertige Gegenspindel. Für den Anbau der Komponenten im Feld sind keine CNC-Spezialkenntnisse mehr erforderlich. Die Sinumerik 828D eignet sich sowohl für die Herstellung von Einzelteilen und Kleinserien als auch für die Produktion von Großserien: Bei der Herstellung von Kleinserien oder Einzelteilen steht und fällt die Produktivität mit der Programmierzeit. Damit Anwender dafür möglichst wenig Zeit aufwenden müssen, enthält die Sinumerik 828D den CNC-Programmeditor ShopMill/ShopTurn.

Mit diesem programmieren die Anwender die Steuerung in Arbeitsschritten und zwar genauso, wie sie ihre Werkstückbearbeitung auch gedanklich in technologische Schritte einteilen. Bei Bearbeitungssequenzen wie Zentrieren, Tiefloch- und Gewindebohren müssen Anwender die Positionsmuster nur einmal eintragen. Denn dank der automatischen Verkettung leitet die Steuerung die optimale Bearbeitungsfolge ab. Der Anwender spart damit Programmierzeit. Außerdem hilft ihm die Verkettung, wenn er die Bearbeitung an einer Unterbrechungsstelle fortsetzen will.

Sprachtalent mit Dialekt

Bei der Fertigung von Werkstücken in großen Losgrößen ist jede Sekunde Bearbeitungszeit bares Geld. Deshalb beherrscht die Sinumerik 828D eine sehr flexible CNC-Programmiersprache mit lesbaren Hochspracheelementen. Diese Programmiersprache ermöglicht auch beliebige Programmstrukturen, was die Handhabung für den Anwender besonders flexibel gestaltet.

Erheblich verkürzen können Anwender die Bearbeitungszeiten mithilfe des sogenannten »programGuide«, einer Kombination aus CNC-Programmiersprache und der Parametrierung von Technologiezyklen. Dabei stehen dem Anwender Bohr- und Fräszyklen, wie beispielsweise Tieflochbohren, Gewindebohren, Kreistasche fräsen, Gewindefräsen oder Drehzyklen, wie Schulter drehen, Gewindefreistiche oder trapezförmige Einstiche, zur Verfügung. Anwender müssen dann nur noch einen der vorhandenen Technologiezyklen per Knopfdruck auswählen und die gewünschten Parameter eintragen. Bewegtbildsequenzen (Animated Elements) unterstützen die Parametereingabe. Damit Anwender ihre Produkte mit nur einer CNC-Ausrüstung weltweit vertreiben können, ist die Steuerung auch im ISO-Dialekt, wie in Asien und den USA üblich, programmierbar.

Benachrichtigung per Sms

Die Sinumerik 828D unterstützt den Anwender mit moderner PC- und Mobilfunktechnik: Zu jedem Eingabefeld der Bedienmasken blendet die Steuerung automatisch eine Hilfe in Form eines Cursor-Textes ein. Darüber hinaus können Anwender bei Bedarf, wie daheim am PC, ein Hilfesystem mit Details und Grafiken nutzen. USB-, CF-Card- und Ethernet-Schnittstellen ermöglichen den einfachen und schnellen Datentransfer auf Speichermedien oder die Einbindung der Steuerung in Firmennetzwerke. Um immer im Bild darüber zu sein, ob beispielsweise der Fräser von Maschine Nr. 1 in Halle 3 noch im Toleranzbereich liegt, können Anwender sich den Prozessstatus ihrer Maschine per SMS aufs Handy übertragen lassen. Je nach Profileinstellung kann die Steuerung dabei den Status der Werkstückbearbeitung, den Zustand der eingesetzten Werkzeuge oder auch Informationen zur Maschinenwartung übertragen.

Damit Anwender die Steuerung, die mit einer Genauigkeit von 80 Bit arbeitet, je nach Anforderung optimal einbauen können, gibt es sie in einem horizontalen und in einem vertikalen Bedientafellayout, jeweils in sehr geringen Abmaßen. Die Bedientafel der Einheit aus Bildschirm, CNC-Tastatur und CNC-Elektronik besteht aus hoch strapazierfähigem Magnesiumdruckguss und bleibt damit auch unter rauen Einsatzbedingungen in Form. Durch den Verzicht auf Bauteile wie Lüfter, Festplatte und Pufferbatterie ist die CNC zudem völlig wartungsfrei. aru

Erschienen in Ausgabe: 01/2010