Kreislauf aus Polyurethan

Werkstoffe

Blockmaterial – Der Trend geht auch bei den Werkstoffen zur Schonung von Ressourcen. Seit Kurzem gibt es für den Modellbau ein neues Öko-Material, das überwiegend aus Recyclingpolyol besteht.

09. April 2010

Kunststoffe haben im Modellbau schon längst ihren festen Platz eingenommen. Es gibt kaum eine Anwendung, in der sie nicht zu finden sind. Jetzt haben die Experten des Grafenberger Spezialisten für Halbzeuge, Modell-, Formenbau und Großvolumenverguss Rampf Tooling, der als Erfinder des Polyurethan-Blockmaterials international bekannt wurde, ein neues Öko-Blockmaterial mit dem Namen »Raku-Tool MB-0540« entwickelt. »Die Kunden setzen ein ressourcenschonendes Blockmaterial ein, das unserem Qualitätsstandard voll und ganz entspricht«, freut sich Heinz Horbanski, Geschäftsführer Rampf Tooling. Die neue Platte überzeugt durch eine feine Oberflächenstruktur, lässt sich einfach fräsen und leicht manuell weiterverarbeiten. Die gute Dimensionsstabilität und ein niedriger Wärmeausdehnungskoeffizient runden das Eigenschaftsprofil ab. Zu den Anwendungsgebieten des MB-0540 zählen Styling-, Ur- und Datenkontrollmodelle. Dabei stammt das Blockmaterial aus den Abfällen, die bei der Herstellung entstehen und die das Pirmasenser Schwesterunternehmen Rampf Ecosystems, das seit dem Jahr 2003 zur internationalen Rampf-Gruppe aus Grafenberg gehört, recycelt.

Wertvolle Rohstoffquelle

Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit sind Polyurethan-Produktionsreststoffe und gebrauchte PET aus Verpackungen (grüner Punkt) für Ecosystems keine Abfälle, sondern wertvolle Rohstoffquellen. Diese bereitet das Unternehmen durch ein spezielles chemisches Verfahren zu (Recycling-)Polyol auf. Das sogenannte Recypol oder Petol fließt erneut in die Herstellung von Polyurethan ein. Für den Recyclingprozess haben die Spezialisten von Rampf eine Anlage für thermische Glykolyse entwickelt. Diese zählt heute zu den größten Anlagen ihrer Art in Europa.

Polyole auf Pflanzenölbasis

Auch im Bereich Forschung und Entwicklung stehen neue Projekte an: Erste Ergebnisse bilden neue Polyole auf Pflanzenölbasis. Zwei dieser sogenannten Natural Polyols stellt das Unternehmen nun standardmäßig her. Im betriebseigenen Forschungslabor und Technikum entwickeln die Mitarbeiter ständig neue Solvolyseverfahren für die unterschiedlichsten PU-Anwendungen. So entsteht aus Recyclingpolyol wieder Polyurethan mit optimierten Materialeigenschaften. Die Rampf-Experten können nun für fast alle Polyurethananwendungen ein chemisches Recycling und somit die Gewinnung qualitativ hochwertiger Recyclingpolyole anbieten. Bester Beweis dafür: das neue Öko-Blockmaterial. Die PU-Verarbeiter erhalten damit die Möglichkeit, ihre Reststoffe zu einem neuen Rohstoff aufarbeiten zu lassen. Damit nicht genug: sie stellen sich ihrer Verantwortung gegenüber der Natur.

Ulrike Jäger, Rampf/aru

Fakten

- Der Werkstoffspezialist Rampf Tooling bietet ein umfangreiches Sortiment von Blockmaterialien über Close-Contour-Pasten bis hin zu Werkzeugharzsystemen an.

- Mit Sitz in Grafenberg hat das Unternehmen die weltweit größte Produktion von Blockmaterialien aufgebaut. Seit 2006 agiert das Mitglied der Rampf-Gruppe selbstständig am Markt.

Erschienen in Ausgabe: 02/2010