Leicht durch die Lüfte

Gleit- und Wälzlager

Leichtbaulager – Ein neuartiges Kamerasystem könnte ohne Leichtbaulager von Franke seine halsbrechenden Manöver gar nicht ausführen. Denn diese sind bis zu 65 Prozent leichter als herkömmliche Wälzlager und geben viel Freiheit bei der Konstruktion.

28. Mai 2014

Neben den klassischen Anwendungen im Maschinenbau sind auch exotischere Beispiele immer wieder sehr anschaulich. Leichtbaulager von Franke wirken zum Beispiel in einem Shotover-Kamerasystem, das speziell für die Filmindustrie entwickelt wurde. Es ermöglicht stabilisierte Luftaufnahmen, vorrangig vom Helikopter aus, ohne die üblichen Beschränkungen der Beweglichkeit und durch Vibrationen. Unabhängig von den Bewegungen des Fluggerätes lässt sich die Kamera über eine Fernsteuerung individuell neigen und schwenken. So ist es möglich, ein Motiv im Bild zu behalten, auch wenn der Pilot die Richtung oder den Anflugwinkel verändert.

Dazu ist es aber erforderlich, dass das gesamte System möglichst klein und leicht ausgeführt wird, um die Fluggeräte nicht durch zu viel Gewicht zu belasten, und um Bewegungen schnell und präzise ausführen zu können. Maßnahme 1: Das Gehäuse besteht darum aus Carbon. Auf diese Weise wird es leicht und belastbar und bildet einen Rundumschutz für die hochwertige Kamera samt Objektiv. Maßnahme 2: Die beiden Bewegungsachsen ruhen in den besagten Aluminium-Leichtbaulagern von Franke. Das Unternehmen aus Aalen hat die notwendigen Anpassungen bei Bohrbild, Oberflächenbeschichtung und Vorspannung problemlos umsetzen können, und der Kunde erhielt ein exakt an seine Bedürfnisse angepasstes Wälzlager.

Leicht und leistungsfähig

Das geringe Gewicht der Aluminiumlager, gepaart mit der Leistungsfähigkeit und Präzision der integrierten Lagerelemente, ist eine Spezialität des Franke-Systems. Gerade in Zeiten knapper werdender Rohstoff- und Energiereserven gewinnen Leichtbau sowie eine reduzierte Antriebsleistung zunehmend an Bedeutung.

Durch Wälzlager aus Aluminium statt Stahl kann der Anwender 65 Prozent Gewicht sparen, auch die Gesamtkonstruktion wird um einiges leichter. Die bewegten Massen reduzieren sich, die benötigte Antriebsenergie ebenso. Der Kunde spart so Betriebskosten und kann gleichzeitig umweltschonend produzieren.

Durch das besondere Franke-Prinzip findet der Abrollvorgang im Vergleich zu konventionellen Lagern nicht unmittelbar zwischen Wälzkörper und umschließender Konstruktion statt, sondern leichtgängig auf vier offenen Laufringen. Die Laufbahnen werden durch ein spezielles Schleifverfahren auf den Kugeldurchmesser abgestimmt. Dadurch entsteht ein kompaktes Lager, auch für sehr beengte Einbauräume.

Der Kunde hat die freie Wahl bezüglich Geometrie und Werkstoff der Drehverbindung. Für die umschließende Konstruktion lassen sich leichte Materialien wie Aluminium, Bronze, Magnesium oder Kunststoff verwenden – laut Franke ohne Einbußen bei Tragkraft, Präzision und Lebensdauer. Der Konstrukteur hat so auch die Freiheit, Drahtwälzlager direkt in die weiterführenden Bauteile zu integrieren.

Zum Einsatz können die Leichtbaulager überall dort kommen, wo ein geringes Gewicht von entscheidender Bedeutung ist. Von der Konzeption über den Bau von Prototypen bis hin zu umfangreichen Testreihen entwickelt Franke individuelle Lösungen. Dies ermöglicht sowohl die Fertigung von Einzelstücken als auch Großserien – je nach Kundenwunsch. mk z

Auf einen Blick

Vorzüge Leichtbaulager

- Frei wählbares Material der umschließenden Konstruktion.

- Frei wählbare Geometrie in Höhe, Breite, Durchmesser und Bohrbild.

- Eignung für besondere Umgebungsbedingungen.

- Hohe Tragkraft und Präzision.

- Lange Lebensdauer.

Erschienen in Ausgabe: 04/2014