Leicht ersetzt

Werkstoffe

Kunststoffe – Anspruchsvolle Kunststoff-Spritzgussteile erobern neue Einsatzfelder – wie etwa im Fahrzeugbau, wo die Substitution von Metall durch Kunststoff Kosten und Gewicht spart.

22. September 2012

Konstrukteure von Fahrzeugen und mobilen Arbeitsmaschinen sind heute gezwungen, Gewicht einzusparen, wo es nur geht. Ein guter Weg liegt im Ersatz von Metall durch Kunststoff, der vor allem beim automobilen Leichtbau ein zentraler Bestandteil der Konstruktion ist. Zugleich sind hier extreme Anforderungen an Langlebigkeit und Ausfallsicherheit auch unter ungünstigen Umgebungsbedingungen zu erfüllen – und die Kosten spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Diese Fakten kann Bruno Weiß, geschäftsführender Gesellschafter von Weiss Kunststoffverarbeitung aus Illertissen, nur bestätigen: »Zunehmend werden in Fahrzeugen und mobilen Arbeitsmaschinen Metallteile durch anspruchsvolle Kunststoffkomponenten und komplexe Baugruppen ersetzt. Mit unserer Erfahrung, innovativen Lösungen und technisch anspruchsvollen Komponenten sind wir der richtige Partner für solche Aufgaben.«

Die Leichtbaukomponenten aus hochbelastbarem Polyamid haben sich bereits bei motornahen Bauteilen bewährt. So sind zum Beispiel Kettenspanner aus Hochleistungskunststoff in vielen modernen Motoren schon Standard. Sie funktionieren auch bei hohen Motortemperaturen und bei Abrasion durch schnell laufende Ketten und tragen zur Gewichtsersparnis bei. Allerdings erfordert die Herstellung solcher Bauteile ein hohes fertigungstechnisches Know-how in der Kunststoffverarbeitung, erklärt Weiß: »Der thermisch stabilisierte Kunststoff verlangt ein sehr enges Verarbeitungsfenster und darf nicht geschert werden. Teilweise ist es auch notwendig, metallische Komponenten wie Gewindebolzen mitzuverarbeiten. Im Vergleich zu einem metallischen Kettenspanner spart unser Bauteil rund 30 Prozent Gewicht ohne Einschränkung von Funktion oder Lebensdauer und auch ohne Mehrkosten.«

Weitere Projekte umgesetzt

Auf der Basis dieser Erfahrungen hat Weiss weitere Kunststoffbauteile entwickelt, die bisherige Metallkonstruktionen ersetzen, etwa bei komplexen Bauteilen für ein pneumatisches Federungssystem von Nutzfahrzeugen, wo ein vorhandenes Bauteil aus Aluminiumdruckguss als Vorlage für das Spritzgussteil diente. Auch in dieser Anwendung spart die Komponente bis zu 30 Prozent an Gewicht und kann die Kosten auf ein Drittel reduzieren. Zu den aktuellen Projekten gehören die gemeinsame Entwicklung von Sensorgehäusen für Kfz- und Lkw-Fahrwerke sowie die Optimierung von crashfesten Karosseriestrukturen durch eine Versteifung aus Zweikomponenten-Bauteilen.

Auf einen Blick

Weiss Kunststoffverarbeitung

-Werke in Illertissen und Györ, Ungarn.

-Mitarbeiter: knapp 250, davon 77 in Ungarn.

-Umsatz 2011: 36,6 Millionen Euro.

-Entwicklung und Fertigung von hochwertigen Kunststoff-Spritzgussteilen.

-Insgesamt 75 Spritzgießmaschinen im Einsatz.

Erschienen in Ausgabe: 07/2012