Leicht in den Crash

Moderne Fahrzeuge enthalten immer mehr Teile aus Verbundwerkstoffen. Das neue Release von ESIs Virtual Performance Solution soll dem gerecht werden durch verstärkte Einbeziehung neuer Werkstoffe. Darüber hinaus soll die Software dazu beitragen, dass Autos leiser werden.

22. November 2016

Die Virtual Performance Solution als Nachfolger der Crash-Simulationssoftware Pam-Crash legt ESI jetzt als Release 2016 vor. Crash-Simulation ist weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt der Software, sie kann aber auch Parameter für Komfort, NVH (Noise, Vibration, Harshness), Akustik, Steifigkeit und Haltbarkeit simulieren. Ein wesentliches Merkmal ist dabei der Single-Core-Ansatz, das heisst die verschiedenartigen Simulationen werden mit dem gleichen Modell ausgeführt. Diese lassen sich auch wechselweise auf dem gleichen Cluster berechnen.

 

Das Release 2016 bietet neue Crash- und Festigkeitsmodelle für Verbundwerkstoffe zur Vorhersage des Bruchverhaltens von Verbundwerkstoff-Strukturen und deren Fähigkeit, Energie während eines Crashs zu absorbieren. Auch ist laut ESI die Vorhersagegenauigkeit des Strukturverhaltens von Verbundwerkstoffen wesentlich verbessert worden, da nun Informationen aus der Fertigung berücksichtigt werden, etwa die Faserausrichtung. Details zur Crash-Simulation mit Faserverbundwerkstoffen bei der Virtual Performance Solution sind einem Technical Paper zu entnehmen.

 

Zudem soll die Software dabei helfen, neue Vorschriften zur Begrenzung des Geräuschpegels zu erfüllen. Die EU-Kommission hat hierzu Grenzwerte eingeführt, die 2026 in Kraft treten. In diesem Zusammenhang hat ESI die Funktionen der Software für den NVH-Bereich (Noise, Vibration & Harshness) erweitert. Die Vorhersage von Geräuschabstrahlungen ist nun möglich, indem die Finite-Elemente-Methode für die Fahrstruktur und die Boundary-Element-Methode für das Fahrzeugäußere kombiniert werden. Dabei wird weiterhin das Single-Core-Modell genutzt. Um genauere Vorhersagen zu erreichen, sollen die Anwender dieses Modell um Informationen zur Frequenzabhängigkeit und Fertigungsgeschichte erweitern. Neben Crash- und NVH-Tests können außerdem Anwender auch virtuell die realen Fahrzustände untersuchen. Dazu gehört ein Wasserströmungs-Modul. Das soll undichte Stellen entdecken aufzeigen und darstellen, wie Regen die Sicht beim Fahren beeinflusst.