Leistung zählt

Branchentreff

PCIM Europe – Ganz im Zeichen der Leistungselektronik steht die PCIM mit ihrem europäischen Ableger in Nürnberg. Auch Automatisierer sind mit dabei.

18. April 2011

Die heutige Messelandschaft besteht nicht mehr nur aus wenigen Zentralmessen, der Trend geht hin zu spezialisierten Nischenmessen. So pilgert die Elektrowelt jedes Jahr nach Nürnberg zur PCIM Europe, der europäischen Leitmesse für Leistungselektronik.

Aber was ist das überhaupt, was sagt Wikipedia zum Beispiel? »Leistungselektronik bezeichnet das Teilgebiet der Elektrotechnik, welches die Umformung elektrischer Energie mit elektronischen Bauelementen zur Aufgabe hat. Dagegen wird in der übrigen Elektronik, früher als Schwachstromtechnik bezeichnet, die elektrische Leistung nur zur Signal- und Datenverarbeitung benutzt.«

Und wie definiert der Veranstalter Mesago die PCIM? So steht es auf der Webseite: »Die PCIM Europe ist die internationale Leitmesse für Leistungselektronik, intelligente Antriebstechnik und Power Quality. Vom 17. bis 19. Mai 2011 treffen sich die branchenrelevanten Anbieter aus aller Welt in Nürnberg und informieren über die neuesten Trends und Entwicklungen sowie aktuelle Problemlösungen.«

Mehr als 270 Aussteller und 6.500 Besucher erwartet die Mesago in diesem Jahr. Mit über 13.000 Quadratmetern ist die Ausstellungsfläche im Vergleich zur letzten Veranstaltung deutlich angewachsen. Diese Eckpfeiler bestätigen laut Udo Weller, Geschäftsführer der veranstaltenden Mesago PCIM GmbH, den positiven Branchenausblick für 2011: »Die PCIM Europe unterstreicht ihre weltweit führende Stellung erneut mit 55 Prozent internationalen Ausstellern.«

Ein zentraler Bestandteil der PCIM ist die internationale Konferenz. Udo Weller ist auch hier zufrieden: »Die Konferenz liegt mit über 600 erwarteten Teilnehmern im Wachstumstrend.« Das Programm der Konferenz legt den Fokus auf Leistungselektronik, Intelligente Antriebstechnik, Power Quality und Energy Management. Es bietet mehr als 200 Vorträge und Posterpräsentationen in Erstveröffentlichung.

Dr. Uwe Scheuermann von Semikron ist einer der Direktoren der PCIM-Konferenz. Er beschreibt die Highlights: »Schwerpunkte sind in diesem Jahr die Herausforderungen von Smart Grid und E-Mobility für die Leistungselektronik, die Experten von ABB und Renault in Keynote-Beiträgen vor einem internationalen Fachpublikum zur Diskussion stellen werden, sowie Special Sessions zu den Themen Interleaved Converters und High Frequency Switching Devices and Applications«.

In zehn Tutorien vermitteln am Vortag der Konferenz renommierte Fachleute ihr Wissen zu aktuellen und komplexen Fragestellungen in der Leistungselektronik. In diesem Jahr neu ist das Tutorial »Technology Trends in Automotive Power« von Dan Jitaru, Delta Energy Systems.

Alle Tutorial-Teilnehmer haben zusätzlich die Möglichkeit, kostenlos beim erstmals angebotenen Halbtagesseminar »Frequency Response Measurements on Switching Power Supplies and Components« von Ray Ridley dabei zu sein. Aussteller finden auf dem Forum mitten in Halle 12 die Gelegenheit, ihre Messeneuheiten kostenlos einem interessierten Fachpublikum zu präsentieren. Insgesamt gibt es zwei Podiumsdiskussionen und über 50 Produktpräsentationen.

Mit dem Students Day kümmert sich das European Center for Power Electronics e.V. (ECPE) auch dieses Jahr um den Ingenieursnachwuchs. Am Donnerstag besuchen die Studenten unterschiedliche Aussteller und erleben so die Leistungselektronik live. Die Jobplattform »semica.de« bietet nicht nur Berufseinsteigern sondern auch erfahrenen Ingenieuren Karrieremöglichkeiten.

Big Player an Bord

Nicht nur die Elektronikbranche mit Big Playern wie Infineon, Fairchild, International Rectifier oder Bosch ist breit vertreten, auch Anbieter aus der Automatisierungstechnik betrachten die PCIM als eine wichtige Angelegenheit: Unternehmen wie Semikron, Phoenix Contact, Weidmüller oder Mitsubishi Electric präsentieren in Nürnberg ihre Innovationen im Bereich der Leistungselektronik. Aus aktuellem Anlass sind vor allem Lösungen der Leistungselektronik für die Nutzung alternativer Energiequellen oder Elektromobilität ein Schwerpunkt auf den Ständen.

Kontakte ausbauen

Auch Michael Koch von der gleichnamigen GmbH macht sich von Ubstadt-Weiher auf den Weg nach Franken. Im Gepäck hat er aber nicht wie zu erwarten seinen nagelneuen dynamischen Energiespeicher DES: »Der ist wie die dynamische Energieversorgung eher etwas für Maschinenbauer. Generell stehen die Serienprodukte bei der PCIM nicht so sehr in Vordergrund.«

Vielmehr geht es Michael Koch um das Gespräch und den persönlichen Kontakt zu potenziellen Kunden. »Wir können dort eine unserer Zielgruppen direkt erreichen, nämlich die Entwickler von Leistungselektronik für die Antriebstechnik und deren Einkäufer. Darum ist die PCIM unser wichtigster Marktplatz und Treffpunkt.« Die Michael Koch GmbH ist seit 2001 durchgängig auf der Messe vertreten und das soll auch in Zukunft so bleiben. Koch weiter: »Auf der PCIM trifft man die technischen Spezialisten, man erhält eine Orientierung für die weitere Entwicklung. Das Konzept ist so stimmig, dass wir uns auch eine internationale Beteiligung an der PCIM überlegen, zum Beispiel in China.«

Für Leistungselektroniker genau richtig sind, so Koch, sichere Leistungswiderstände, die kurze und heftige Energieimpulse klaglos aufnehmen können: »Sie werden sehr gerne als Ballast-, Lade- oder Entladewiderstände eingesetzt. Drahtbasiert oder mit PTC-Technologie sind unsere Bauteile darauf ausgelegt, bei Spannungen bis 1.100 Volt DC zu funktionieren.«

Erschienen in Ausgabe: 03/2011