Lineare Alleskönner

Linearmodule – Ein Anbieter von Schliff- und Strahltechnik für Metallrohre hat seine Arbeitsprozesse automatisiert. Die nötige Lineartechnikkomponenten kommen alle aus einer Hand.

11. September 2008

Die Kombination von Strahl- und Konserviertechniken bei der Herstellung von Metallrohren in einer einzigen Anlage ist keine leichte Aufgabe: In der Regel sind dazu mehrere anspruchsvolle Arbeitsgänge in einer Linie zu verknüpfen, etwa das Umsetzen und Vermessen, das Prägen und Markieren sowie das Umreifen der Rohre. Häufig werden diese Vorgänge deshalb noch heute von Hand ausgeführt. Anders ist das bei der Rösler Oberflächentechnik GmbH im fränkischen Untermerzbach: Der Komplettanbieter von Gleitschliff- und Strahltechnik ist spezialisiert auf die Herstellung von Anlagen und Verfahrenstechnologie für die rationelle Oberflächenbehandlung von Metallen und hat seine Arbeitsprozesse weitgehend automatisiert. Für die Realisierung der Automatisierung mit motorisch betriebenen Linearmodulen bedienten sich die Unterfranken im Produktprogramm der SNR Wälzlager GmbH aus Düsseldorf.

Am Anfang der Fertigungskette bei Rösler steht die Umsetzstation, in der die bis zu 14 Meter langen und vier Tonnen schweren Rohre mit einem Durchmesser bis zu 406 Millimeter vermessen, gewogen und geprägt werden. Speziell beim Vermessen und Prägen kommen dabei Linearmodule von SNR zum Einsatz. Als Führungssystem dienen Laufrollenführungen oder Profilschienenführungen mit Kugelkettentechnologie, als Antriebselemente stehen Zahnriemen, Kugelgewindetriebe oder Zahnstangen zur Wahl.

In der Umsetzstation werden die Rohre unter der Messeinrichtung hindurch gefahren, die sich an einem speziell für den vertikalen Einsatz entwickelten Linearmodul vom Typ AXC80A befindet. Achsen dieses Typs besitzen einen sogenannten Omega-Antrieb, bei dem die Antriebskomponenten eines Zahnriementriebs in die feststehende Schlitteneinheit integriert sind. Dieses Modul eignet sich optimal für hoch dynamische Bewegungen bei leichten bis mittleren Lasten.

Als nächster Arbeitsgang schließt sich das Prägen an. Zum Einsatz kommen hier zwei parallele zahnriemengetriebene Linearachsen vom Typ AXC80Z, die über eine Welle verbunden sind. Eine integrierte Kupplung in der Riemenscheibe sichert eine kraftschlüssige Übertragung des Drehmoments. Im Unterschied zu üblichen Passfederverbindungen gewährleistet dieser Aufbau auch bei höchster Dynamik eine dauerhaft spiel- und verschleißfreie Verbindung.

Anschließend gelangen die Rohre zur Strahlanlage. Hier werden sie vorgetrocknet, danach mit einer Geschwindigkeit von 40 Meter pro Minute lackiert und schließlich nachgetrocknet. In einer Markiereinheit erhalten die Rohre zuletzt eine Farbcodierung in Form von Linien oder Ringen.

Zum Einsatz kommt dabei ein Linienportal aus zahnriemengetriebenen SNR-Linearachsen für die horizontale und vertikale Richtung. Eine besondere Herausforderung ist hier der lange Verfahrweg. Als waagerechte Achse dienen deshalb gleich zwei parallel angeordnete Lineareinheiten AXC80Z, deren Antriebsscheiben über eine Welle verbunden werden. Um den geforderten Verfahrweg von 15 Meter zu erreichen, werden die Module aus zwei Teilen angeliefert und erst vor Ort montiert und entsprechend versteift. Als Hubachse dient das Modell AXC120Z, das aus Gründen der Steifigkeit mit einer langen Schlittenplatte ausgerüstet wurde, die größere Stützabstände im Führungssystem erlaubt und damit unter anderem eine höhere Steifigkeit sowie mehr Sicherheit gegen Vibrationen gewährleistet.

In einer zweiten Markiereinheit werden die Rohre danach mit einem Tintenstrahldrucker beschriftet. Auch hier kommt ein Linienportal mit einem Verfahrweg von bis zu 15 Meter zum Einsatz. Als Hubachse dient ein zahnriemengetriebenes Modul mit Omega-Antrieb mit einer speziellen Profilabdeckung, die gleichzeitig als Montageplatte für den Druckkopf konzipiert ist und deshalb keine besonderen Befestigungselemente erfordert.

Frank Bernhardt, SNR/bt

Erschienen in Ausgabe: 06/2008