»Lineare Evolution läuft gut an«

Lineartechnik - Bewegung ist ihr Thema: Rollon aus Ratingen hat sich auf Linearsysteme spezialisiert - ob in Verpackungs-, Schneide- oder Hightech-Maschinen, in Handling oder in der Automation. Rüdiger Knevels spricht über seine Ziele als neuer Geschäftsführer des Standorts bei Düsseldorf.

12. September 2006

Rollon präsentiert sich mit einem modifizierten Erscheinungsbild und dem neuen Claim »Linear Evolution« - was verbirgt sich dahinter?

Knevels: Jede Anwendung hat ihre eigenen spezifischen Anforderungen an Linear­führungen, die durch den technischen Fortschritt einem ständigen Wandel un­terliegen. Die Rollon-Produkte wurden dementsprechend entwickelt und ausgebaut. Vielseitig, robust, hochwertig, wirtschaftlich, innovativ, korrosionsbeständig, mit Kugelkäfig, Teleskopschienen, Rollenlagern oder als Systemlösung - derzeit bieten wir neun Produktlinien mit linearen Lösungen für unterschiedlichste Applika­tionen. Die ›Evolution‹ wird zudem von

unseren Kunden geprägt - durch die Fertigung im Hause können wir auf individuelle Kundenwünsche eingehen.

Herr Knevels, Sie waren fünf Jahre lang als Leiter der deutschen Niederlassung eines weltweit agierenden japanischen Herstellers von Lineartechnik tätig. Wollen Sie den großen Playern am Markt jetzt Paroli bieten?

Nein. Wir verstehen uns als Komplett-Anbieter, bei dem die Betreuung kleiner und mittelständischer Unternehmen besonders im Vordergrund steht. So genannte Global Player geben kleine Kunden oft an den Handel ab, der aber die Beratungsleistung häufig nur bedingt erbringen kann. Rollon bietet neben dem umfassenden Produktspektrum anwenderorientierte Beratung für individuelle Applikationen nach wirtschaftlichen Kriterien. Diese Service-Leistungen sind natürlich auch für größere Kunden interessant.

Was bedeutet das konkret für einen Anwender?

Nehmen Sie beispielsweise eine Laserschneidemaschine mit drei Bearbeitungsachsen: Die Achse, mit der der Laser verfahren wird, erfordert eine hohe Steifigkeit, Präzision und Laufruhe. Diese Anforderungen erfüllt eine Profilschienenführung wie die MONO RAIL optimal. Beim Zuführtisch, mit dem die Bleche an den Laser geführt werden, ist keine so hohe Präzision erforderlich. Anbieter von ausschließlich Profilschienenführungen würden dem Anwender hier also quasi eine ›überdimensionierte‹

Lösung anbieten. Zudem wäre die entsprechende Bearbeitung der Montageflächen

erforderlich, um die Führungen aufzu­bringen. Wir empfehlen in dem Fall eine COMPACT RAIL-Führung, die deutlich höhere Form- und Lagetoleranzen ausgleichen kann als eine Profilschienenführung. Im Gesamtkostenvergleich ist es für den Kunden die wirtschaftlichere Lösung, da er Bearbeitungs- und Montagezeit einspart. Wir können differenzierte, anwendergerechte Lösungen anbieten.

Und sind Sie in Zeiten des globalisierten Wettbewerbs auch für die Zukunft gut aufgestellt?

Auf jeden Fall. Eine solide Basis, um zukünftige Herausforderungen in Bezug auf Markt und Wettbewerb zu meistern, wurde mit der Entscheidung für den heutigen Standort geschaffen. Er bietet eine langfristige Perspektive im Hinblick auf die Erweiterung der Fertigungskapazitäten und der Räumlichkeiten für Verwaltung, Vertrieb und ähnliches. Die Ratinger Produktionsstätte ist auf flexible, schnelle und kundenorientierte Anpassung der linearen Lösungen ausgerichtet. Ende der 90er-Jahre wurde ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt, das die hohe Produktqualität dauerhaft sicherstellt. Denn dieses ›Kontrollinstrument‹ ist keine Eintagsfliege, sondern wird nach strengen Kriterien vom TÜV immer wieder geprüft.

Wie sieht es bei Rollon mit Vertrieb und Service aus?

Wir verfügen über ein gut strukturiertes Netz aus Vertriebs- und Servicestellen mit kompetenten Außendienstmitarbeitern, die Kunden in Deutschland, Belgien und Luxemburg betreuen. Zur GmbH gehören außerdem die Rollon b.v. im niederländischen Zevenaar sowie die Rollon bei Prag in der Tschechischen Republik als eigenständige Tochterunternehmen, um den Vertrieb der umfangreichen Produktpalette in Europa zu optimieren.

Peter Schäfer

Motek-Neuheiten 2006

Neu im Programm von Rollon sind zusätz­liche Uniline- und ›X-Rail‹-Baugrößen. Die leistungsfähige Linearachse Uniline ist eine Systemlösung aus der bewährten ›Compact Rail-Technologie‹, einem biegesteifem Aluminium-Profil und einem hochwertigen stahlverstärkten Zahnriemen, die in verschiedenen Varianten mit einer oder mehreren Schienen sowie langen oder doppelten Läufern verfügbar ist. Durch einfaches An­einandersetzen der Führungsschienen sind sehr lange Einheiten möglich. Bei geräuscharmem Lauf lassen sich Geschwindigkeiten von bis zu neun Metern pro Sekunde erzielen. Der neue Typ mit einem Querschnitt von 100 x 100 mm nimmt noch höhere radiale Kräfte und Momente auf als bisherige Ausführungen mit max. 75 mm Querschnitt.

›X-Rail‹ ist die Serie der prägerollierten Profile mit standardisierten Längen und Bohrungen. Die Ausführung im 30-mm-Profil ist in Stahl oder Edelstahl mit zwei verschiedenen Läuferkorpussen erhältlich. Zusätzlich bietet Rollon jetzt für die X-Rail-Serie die Größen 20 und 45 mm in Edelstahl an. X-Rail stellt eine besonders wirtschaftliche Möglichkeit dar, eine Anwendung mit korrosionsbeständigen Profilen auszustatten. Die Rollenzapfen sind auf Lebensdauer geschmiert und mit einer Kunstoffabdichtung vor Spritzwasser geschützt. Das macht X-Rail auch tauglich für den Einsatz in schwer zugänglichen Anlagen oder solchen, die häufig Reinigungsflüssigkeiten ausgesetzt sind, wie beispielsweise in der Nahrungsmittelindustrie oder der Medizintechnik.

Die neue Mono Rail-Serie komplettiert das Angebot des Ratinger Linearführungsspezialisten. Es handelt sich um ein vierreihiges kugelumlaufgeführtes System. Mono Rail erfüllt durch seine Bauart die höchsten Ansprüche in allen Belastungsrichtungen an Präzision, Laufruhe und Steifigkeit. Mono Rail ist in sieben Baugrößen (15 bis 55 mm) und in zwei vom Grundquerschnitt abhängigen Ausführungen erhältlich: mit Standard-Läufer (MRS - Mono Rail Standard) von 28 bis 80 mm Systembauhöhe und mit niedrigem Läufer (MRT - Mono Rail Thin) von 28 bis 33 mm Systembauhöhe. Wahlweise sind die Modelle auch mit Flansch lieferbar (MRS: 24 bis 70 mm; MRT: 24 bis 68 mm). Das System mit geschütztem Kugelumlauf wurde selbstschmierend und somit besonders wartungsarm konzipiert. Die Konfiguration von Schiene und Läufer bietet die für Rollon typische Variantenvielfalt. Je nach Einbausituation kann der Anwender zwischen verschiedenen Arten der Befestigungsbohrungen und Läuferlängen auswählen. Abhängig von der auszuführenden Bewegung können die lineare Präzision und die Vorspannklassen gewählt werden. Motek: Halle 4, Stand 4210

Erschienen in Ausgabe: 06/2006