Lineare Leistungsträger

Linearführungen - Hochwertige Wälzlagertechnik ist die Grundlage jeder modernen Linearführung. Eines der umfangreichsten Lineartechnikprogramme weltweit bietet heute die Schaeffler Gruppe mit der Marke INA.

11. Dezember 2007

Führungselemente für lineare Bewegungen gehören heute zu den zentralen Elementen beinahe jeder Maschine: Sie gewährleisten die sichere und möglichst reibungsfreie Translation beweglicher Baugruppen entlang einer linearen Bahn. Einer der traditionsreichsten Hersteller solcher Maschinenelemente ist der Geschäftsbereich Lineartechnik der Schaeffler Gruppe in Homburg an der Saar mit der Marke INA. Das erste Produkt der Wälzlagerspezialisten aus dem Bereich der Lineartechnik stammt aus dem Jahr 1965. Damals präsentierte das Unternehmen den Rollenumlaufschuh der Baureihe PR, das erste »umgreifende« Linearführungssystem mit Wälzkörperrückführung für unbegrenzte Hübe als Basis für alternative Linearführungen. Eine Folge dieser Innovation war unter anderem eine weitgehende Abkehr von den konventionellen Gleitführungen und der Einschabetechnik.

Durchbruch mit Dämpfung

Den Durchbruch für die Lineartechnik im Werkzeug- und Präzisionsmaschinenbau brachten für die Schaeffler-Gruppe jedoch die Rollenumlaufeinheiten der Reihe RUE, die im Jahr 1985 auf den Markt kamen. Ein Mangel dieser frühen Lösung speziell für Anwender aus dem Werkzeugmaschinenbau war allerdings zunächst die im Unterschied zu Gleitführungen vergleichsweise schlechte Dämpfung. Noch im selben Jahr kamen deshalb die Dämpfungsschlitten RUDS hinzu, die es in optimierter Form noch heute gibt. Sie werden als »Zusatzwagen « in ein RUE-System integriert und gewährleisten nicht nur eine hohe Dämpfung und dynamische Steifigkeit, sondern verbessern zugleich die Laufruhe sowie die Langzeit-Genauigkeit der gesamten Maschine und ihrer Maschinenelemente bei dynamischen Verfahr- und Positionierbewegungen. Außerdem wirkt sich die Dämpfung positiv auf den Bearbeitungsprozess und die Werkzeug-Standzeiten aus.

Zahlreiches Zubehör

Nach Optimierungen in den Jahren 1989 (Version RUE-B) und 1992 (RUE-D) folgte 2003 als völlig neue Generation die Baureihe RUE-E, die heute ein zentraler Baustein des Baukastens ist. Dazu zählen neben dem Dämpfungsschlitten RUDS auch mechanische Brems- und Klemmelemente, eine Minimalmengen-Schmiermitteldosiereinheit, eine Langzeitschmierung mit neuartigen Schmierstoff-Reservoiren in den Rollen-Führungssystemen, zahlreiche Dichtungen und Abstreifer, Abdeckbänder, eine spezielle Montagevorrichtung für die Verschlusskappen der Schraubensenkungen sowie Varianten für höchste Tragkräfte oder äußerste Laufruhe bei dynamischen Abläufen und hohen Geschwindigkeiten.

Weitere Meilensteine in der Entwicklung der Rollenumlaufeinheit RUE waren die in den 90er-Jahren zum Patent angemeldete Kunststoff-Ausspritz-Technologie für Führungswagen sowie der Ausbau des Lieferprogramms bis hin zur Baugröße 100. Das Ausspritzen mit Kunststoff verringert zudem die Anzahl der Fügestellen und verbessert damit das Laufverhalten weiter. Außerdem ist das Führungssystem dadurch rundum abgedichtet.

Die neue hydrostatische Führung HLE kombiniert im Kompaktformat die Vorteile der langzeitgenauen Wälzlagerführungen und der hydrostatischen Lagerung. Die Führung besitzt eine Rundum-Abdichtung am Tragkörper, die das Ausfließen des Öls am Druckspalt verhindert. Das drucklose Öl wird an der Absaugseite zurückgeführt. Die hydraulische Steuerung ist im Führungswagen integriert und werkseitig bereits justiert. Die einbaufertigen Kompaktführungen besitzen dieselben Anschlussmaße und das gleiche Lichtraumprofil wie herkömmliche Profilschienenführungen und erfordern deshalb bei einem Austausch keinen zusätzlichen konstruktiven Aufwand.

Jürgen Klein, Schaeffler KG/bt

Erschienen in Ausgabe: Wer macht was?/2008