"Maschinen müssen immer flexibler werden"

Branchenreport

Markus Sandhöfner, B&R-Geschäftsführer Deutschland, Bad Homburg

03. November 2016

Ein wichtiger Trend ist, dass Endkunden mit ihren Produkten immer flexibler werden müssen. Die Losgrößen gehen ganz klar nach unten und die Flexibilisierung der Produkte muss darum nach oben gehen. Das liegt vor allem daran, dass Konsumenten heute Produkte bevorzugen, die auf sie zugeschnitten sind, also mit Namen versehen sind oder genau auf Körpermaße angepasst. Das stellt produzierende Unternehmen vor große Herausforderungen und die Maschinen, die momentan im Betrieb sind, wurden dafür nicht konstruiert, gebaut und automatisiert. Es gilt, diese Konfigurationsdaten auf die Maschine zu bekommen, den Zustand der produzierten Teile nachzuverfolgen und die Bestandsdaten wieder an übergeordnete Steuerungssysteme zurückzumelden.

Gleichzeitig soll über die Flexibilisierung auch eine Produktivitätssteigerung erzielt werden. Denn die Kunden stellen Maschinenbauer vor eine schwierige Aufgabe: »Ich möchte eine Maschine morgen kaufen und übermorgen möchte ich die Maschine abändern können auf neue Produkte, von denen ich heute aber noch nicht weiß, wie sie aussehen.« Wenn also viele Produktwechsel gefordert sind oder sogar Losgröße eins, dürfen die Umstellungen kaum noch Zeit benötigen, sondern müssen im Materialfluss passieren. Verbunden damit wächst der Trend zur vorausschauenden Wartung, sodass der Betreiber erkennt, wann eine Reparatur anfällt, um auf Basis von Parametern im Automatisierungssystem reagieren und Stillstände vermeiden zu können.

In diesem Feld ist B&R an vorderster Front, zum Beispiel bei der Kommunikation über OPC UA in Richtung Usermanagement, Security oder Methoden. Wir können per Powerlink Echtzeitdaten zwischen sehr vielen Achsen austauschen. Supertrak-Shuttles laufen in großen Stückzahlen auf dem System und werden aus einer CPU heraus hochsynchron realisiert. Verschiedene Stationen lassen sich flexibel miteinander verkoppeln, eine Strecke wird zum Puffer. Alle Daten laufen dann in der Automatisierung zusammen und lassen sich weiterleiten oder auswerten. Ein gutes Beispiel ist unser Kunde Bihler, beim dem über elektronische Kurvenscheiben von B&R 89 Achsen auf einem einzigen System gesteuert werden. Über elektronische Fingerabdrücke von Achsen kann er deren Zustand im Betrieb vorhersagen.

Erschienen in Ausgabe: 08/2016