Maschinennah steuern und visualisieren

Steuerungstechnik

Panel-controller – Visualisierung und Steuerung in einem Gerät bietet die neue Panel-Controller-Serie p500 von Lenze. Die sehr robusten Geräte arbeiten effektiv und maschinennah und eignen sich für anspruchsvolle Anwendungen.

13. November 2012

Es ist immer gut, wenn Geräte mehrere Funktionen in sich vereinen. Ein Beispiel dafür sind die sogenannten Panel-Controller, mit denen der Anwender gleichzeitig steuern und visualisieren kann.

Diese Geräte bieten gleich mehrere Vorteile: Da die separate Steuerung entfällt, wird wertvoller Platz im Schaltschrank gespart. Und weniger Automatisierungskomponenten bedeuten zudem auch Zeitgewinn beim Engineering, der Montage und Inbetriebnahme. Gleichzeitig steigt die Zuverlässigkeit, weil weniger Komponenten und Kabelverbindungen nötig sind. Darum ist es nicht verwunderlich, dass viele Hersteller solche Geräte anbieten.

Mit ihrem neuen All-in-one-Panel-Controller p500 zielt Lenze genau in diese Richtung. Die neuen Module in den Baugrößen 7, 10,4 und 15 Zoll bieten laut Hersteller alles, was heute von einer modernen Automatisierungskomponente für zentrale und dezentrale Architekturen erwartet wird: Sie sind wartungsfrei, leistungsstark, energieeffizient, robust und vielseitig einsetzbar. In der Praxis kann der p500 als reines HMI auftreten oder zusätzlich die Funktion einer Motion- und Logiksteuerung auf Basis von Codesys 3.0 übernehmen.

Der speziell für batteriebetriebene Produkte entwickelte Chip geht ausgesprochen sparsam mit Energie um. Deshalb kommt der kompakt konzipierte p500 ohne Lüfter aus und arbeitet entsprechend stromsparend. Das Einbaugerät, frontseitig in Schutzart IP65, lässt sich auch dort installieren, wo eine Kühlung kaum möglich ist oder Lüfter nicht eingesetzt werden dürfen. Da die Lenze-Ingenieure zudem auf ein konventionelles Festplattenlaufwerk verzichtet haben, ist das Gerät frei von rotierenden Teilen und dadurch besonders robust gegenüber Schock und Vibrationen. So lässt es sich maschinennah einsetzen.

Dass der p500 faktisch wartungsfrei ist, resultiert auch aus zwei weiteren Features: Zum einen wurde die bei Industrie-PCs übliche Pufferbatterie durch einen Supercap-Kondensator ersetzt. Damit entfällt der alle zwei Jahre anstehende Batterietausch. Zum anderen liefern LEDs und nicht die üblichen, anfälligeren Leuchtstoffröhren die Hintergrundbeleuchtung des berührungssensitiven TFT-Displays. Die LED-Technik hat den zusätzlichen Vorteil, dass sie weniger Strom aufnimmt und gleichzeitig eine kompakte Bauweise mit homogener kontrastreicher Ausleuchtung ermöglicht. Dadurch sind die Geräte auch unter ungünstigen Beleuchtungsverhältnissen gut abzulesen.

Die All-in-one-Lösung für den Maschinenbau nutzt als Betriebssystem das echtzeitfähige Windows CE 6.0. Anwender kommen so in den Genuss eines verbreiteten Standardbetriebssystems, ohne auf den für Steuerungsanwendungen erforderlichen Determinismus verzichten zu müssen. Für die hohe Rechenleistung der Panel Controller sorgt ein 1,6-Gigahertz-Prozessor aus der Atom-Familie von Intel. Auf einem zwei Gigabyte großen internen Flash-Speicher sind zum Beispiel Betriebssystem und Treiber abgelegt. Ein Gigabyte interner Arbeitsspeicher und ein SD-Karten-Steckplatz für Anwendungsdaten machen aus dem p500 eine leistungsfähige All-in-one-Lösung für anspruchsvolle Visualisierungsanwendungen, die bei Bedarf mit einer Soft- PLC ausgestattet werden kann.

Eine weitere Besonderheit der Panel Controller p500 ist eine wartungsfreie interne USV, die sämtliche Projektdaten inklusive der Retain-Daten bei einem Stromausfall automatisch abspeichert. Sie kann bei Bedarf sogar mit einer externen USV erweitert werden. Dieses Vorgehen vereinfacht die Serieninbetriebnahme oder einen singulären Gerätetausch.

Für komplexe Abläufe geeignet

Die Stärken des p500 kommen laut Lenze vor allem bei Maschinen mit komplexen Bewegungsabläufen zur Geltung. Dafür sorgt der integrierte Ethercat-Master. Im Parallelbetrieb mit der optionalen Profibus-Schnittstelle eignet sich der p500 ganz speziell für diejenigen Einsatzfälle, in denen mit Profibus automatisierte Anlagenteile eingebunden werden sollen, aber ein moderner, schneller Motion-Control-Bus wie Ethercat und eine leistungsfähige Steuerung erforderlich sind.

Zur Grundausstattung der Panel Controller gehören darüber hinaus zwei 100-Megabit-Ethernet-Schnittstellen mit integriertem Switch und zwei USB-Anschlüsse. Über einen Slot können die Geräte zudem mit Kommunikationskarten wie CAN oder Profibus Slave erweitert werden. Dank des modularen Aufbaus der neuen Geräte lassen sich kundenspezifische Fronten schnell und leicht realisieren.

Der p500 liefert die technischen Voraussetzungen für die Integration von Visualisierungs- und Steuerungsfunktionen in einem Gerät. In Verbindung mit dem großen Produktportfolio von Lenze sind Anwender in der Lage, die optimale Architektur – Drive-based für dezentrale oder Controller-based für zentrale Bewegungsführung – für die jeweilige Anwendung zu wählen, ohne den Systemverbund verlassen zu müssen.

Auf einen Blick

Panel Controller p500

-Logic (PLC), Motion und Visualisierung in einem.

-Maschinennahe und hochpräzise Steuerung für optimale Fertigungsergebnisse.

-Leistungsstark und wartungsfrei auf kleinstem Raum, ohne Zwangskühlung und andere bewegte Bauteile.

-Zukunftssicher durch Industriestandards: IEC 61131-3, PLCopen, PLC Designer basierend auf Codesys 3.

-Industrielle Kommunikation: Ethercat on Board und Ethernet Switch integriert.

Erschienen in Ausgabe: 08/2012