Mechatronik zum Anfassen

Engineering – Erst wenn eine Fluid-Plattform durchgängig ist, wird es ernst mit dem mechatronischen Engineering. Diese reale Integration trifft exakt den Trend vernetzter integrativer Lösungen.

21. Februar 2008

Denn die Dokumentation des gesamten Engineering, egal ob Fluid-, Elektrotechnik oder Steuerungsdokumentation, basiert auf durchgängigen Daten mit extrem hoher Qualität. Mit entfällt das zeitraubende Abgleichen der Steuerungsdaten. Ein Beispiel: Die IO-Belegung zur Ansteuerung der Pneumatikventile wird dem SPS-Programmierer durch exportierte Zuordnungslisten direkt bereitgestellt. Änderungen des Programmierers können umgehend in die Pneumatikpläne zurückgeschrieben werden – und zwar vollautomatisch. Das ist Mechatronik live und zum Anfassen!

Neue Stärke mit Praxisfeatures

Mit dem neuen Redlining kann dann die komplette Fluid-Dokumentation ins PDF-Format überführt und fortan für Kommentare freigegeben werden. Änderungsinformationen in der Montage sind so einfach per Acrobat Reader zu verzeichnen, aber das ist längst nicht alles. Die Änderungsinformationen im PDF werden vollautomatisch ins Format zurück überführt – genial einfach, einfach genial. So schließt sich der Kreis hin zur schnellen einwandfreien Maschinendokumentation. Flexibler denn je lassen sich künftig die Bauteilstrukturen in Fluid vollkommen frei konfigurieren. Und zum Start profitieren Anwender von voreingestellten Bauteilstrukturen des VDMA e-market, die bereits von vielen Komponentenlieferanten der Fluidtechnik übernommen wurden.

Als gut eingeführtes Standardsystem stellt Fluid seine Plattformtechnologie nun auch Komponentenlieferanten der Fluidtechnik als OEM-Versionen zur Verfügung. Unter dem Motto ›powered by‹ bietet sich so für den Anwender ein kombinierter Nutzen von Fluid mit den Komponentendaten des Herstellers. Der als Einstiegslösung entwickelte ›Ableger‹ von Fluid zeigt sich als Multitalent im Handwerk oder in kleineren, mittelständischen Maschinenbauunternehmen. Passend zum Schwesterprodukt Electric P8 Compact können Fluidtechniker mit Fluid Compact mechatronische Anlagen projektieren. Überschreiten Hydraulikoder Pneumatikanlagen nicht die durch die Compact-Lizenzierung festgelegte Größe von 40 logischen Schaltplanseiten, so gibt es kaum Grenzen für nebenbei »abfallende« Automatikseiten wie Stücklisten, Wartungs-, Schmier- oder Verbindungslisten.

Software wächst mit den Anforderungen

Erzeugt wird stets das Original-Format. Dabei wächst die Software mit den Anforderungen. Anwender können jederzeit auf die Vollversion von Fluid oder P8 umsteigen, wenn die Entwicklung des Unternehmens weitere Profi -Funktionen wie Fremdsprachenübersetzung, Revisionsverwaltung oder die gleichzeitige Bearbeitung im Multiuser-Modus notwendig macht. Das ist flexibel und kostensparend. Fluid Compact ist als Stand-alone-Version oder als Zusatzmodul zu Electric P8 Compact erhältlich – wie üblich inklusive der wertvollen Anbindung an den Festo-Produktkatalog.

Die Plattformtechnologie berücksichtigt sämtliche Disziplinen im Engineering – angefangen bei der Fluid-, Elektro- und Verfahrenstechnik bis hin zur Mechanik. Damit können selbst Teile eines Gerätes oder einer Baugruppe ein eigenes Gewerk führen. So wird zum Beispiel in Fluid einem Ventil das Gewerk Hydraulik, Pneumatik, Kühlung oder Schmierung logisch zugewiesen und mithilfe der Ebenenverwaltung zusätzlich grafisch herausgestellt. Es spielt dabei übrigens keine Rolle, ob der Kollege aus einer Nachbardisziplin wie zum Beispiel der Elektrotechnik die gleiche Sprache spricht oder örtlich anwesend ist. Projekte können dank des Collaborative Engineering weltweit in verschiedenen Sprachen gleichzeitig bearbeitet werden – in eigener Sprache auf einheitlicher Datenbasis.

Beschleunigte Prozesse

Frank Engler ist als Produktmanager verantwortlich für Eplan Fluid. Er beantwortet einige Fragen.

Ihre Engineering-Tools bieten Flexibilität, was versteckt sich dahinter?

Frank Engler: Unsere Applikationen für Fluid-, Elektro- und EMSR-Technik kommunizieren direkt miteinander; sie basieren auf einer revolutionären Plattformtechnologie, die auch jederzeit horizontale und vertikale Erweiterungen zulässt. Alle Systeme sind miteinander verbunden; das bedeutet aber nicht, dass sie ausschließlich im Zusammenspiel genutzt werden können.

Somit kann Fluid auch autark arbeiten ohne Verbund mit anderen Systemen?

Natürlich, gerade für den fluidtechnischen Anwender ohne Elektrotechnik-Know-how wurde die Version Fluid Stand alone geschaffen. Der Anwender kann selbst entscheiden, ob er autark projektiert oder im gemeinsamen Verbund bzw. Projekt mit dem Elektrokonstrukteur eine interdisziplinäre Steuerungsdokumentation erstellen möchte. Beide Wege - Stand alone oder Multiuser - sind möglich und decken somit alle Anforderungen des Kunden ab.

Wer kann eigentlich besonders von Fluid profitieren?

Organisatorisch richten wir uns speziell an die Mitarbeiter in Unternehmen, die im Bereich der mechanischen Konstruktion dedizierte fluidtechnische Funktionalitäten in ihrem CAD-Werkzeug vermissen. Sie erhalten nicht nur zeichnerisch wertvolle Unterstützung – auch eine eigens entwickelte fluid technische Logik bringt das System mit. So ist also die Software als Standalone-Lösung durchaus vollkommen autark zu betreiben und bietet deutlichen Nutzwert in der MCAD-Umgebung. Weitere Potenziale in Richtung Zeit und Qualität erschließen sich für den Anwender, wenn er das System im Zusammenspiel mit der Elektrotechnik einsetzt. Eine solch interdisziplinäre Zusammenarbeit bietet einen durchgängigen Workflow, der die Prozesse im Unternehmen beschleunigt.

Birgit Hagelschuer/ps

Erschienen in Ausgabe: 01/2008