»Mehr als nur Katalog«

Frequenzumrichter - Wenn eine neue Frequenzumrichterreihe den Begriff ›customised‹ im Namen trägt, signalisiert der Hersteller Flexibilität. Welche weiteren Vorteile hat der Anwender davon? Der Produktverantwortliche hat das Wort.

30. März 2007

Was heißt denn eigentlich DriveMCI?

DriveMCI steht für modular customised inverter. Der Begriff ›customised‹ deutet an, dass Hanning im Gegensatz zu den Mitbewerbern im Standard-Frequenzumrichter-Markt sich nicht auf die jeweiligen laut Katalog verfügbaren Varianten beschränkt. Sofern es aus Hersteller- und Kundensicht wirtschaftlich vertretbar ist, bietet Hanning den DriveMCI auch in kundenspezifischen Ausführungen an. Dieses gilt vorrangig für die Interface-Baugruppe, kann im Einzelfall aber auch tiefgehende technische Merkmale wie Regelalgorithmen, Kühlkonzept, Eingangsspannung oder spezielle EMV-Maßnahmen betreffen.

War Hanning, wie so viele andere, nicht immer schon auf kundenspezifische Lösungen ausgerichtet?

Unsere Kunden haben nicht zuletzt deshalb Erfolg bei der Umsetzung mit Hanning-Antriebssystemen, weil unsere Produkte fast immer kundenspezifisch für die oft harten oder ungewöhnlichen Rand- und Umfeldbedingungen entwickelt sind. Ziel eines jeden Entwicklungsprojektes ist es für uns, das bestmögliche System für den Kunden bereitzustellen. Deshalb besitzen wir hohes Entwicklungs- und Fertigungs-Know-how zusammen mit geeigneten Prozessen zur schnellen Umsetzung der Kundenanforderungen als eine Kernkompetenz.

Was ist eigentlich modular - sind das die abgestuften Leistungsteile?

Modularität bedeutet, dass alle unterschiedlichen Interface-Baugruppen (SPS-, Bus-, kundenspezifische Interfaces) sowie Zubehörkomponenten (Bedienterminal, PC-Parametriersoftware) über sämtliche verfügbaren Leistungs- und Spannungsklassen verwendet werden können.

Wo hat die Modularität ihre Grenzen?

Die Modularität des DriveMCI hat ihre Grenze dort, wo prägende Merkmale der Typenreihe betroff en sind, also zum Beispiel Schaltungstopologie und konstruktiver Aufbau der Leistungsrechner oder die grundlegende Trennung der Steuersoftware in Antriebs- und Interface-Rechner.

Inwiefern werden diese Geräte im ›Open-Frame‹-Aufbau eingesetzt?

Mit ›Open Frame‹ verbindet Hanning ein Aufbau- und Montagekonzept ohne im Einzelfall überflüssige konstruktive Teile, wie Standardkühlkörper und/oder geschlossenes Gehäuse. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Applikationen, bei denen die jeweilige Funktionalität (Kühlung beziehungsweise Berührungsschutz) durch maschinen- oder geräteseitige Maßnahmen übernommen wird, also niemals der typische Schaltschrankeinbau. Durch den modularen Aufbau lassen sich sehr einfach kundenspezifische Interface-Ausführungen erstellen. Der standardmäßig eingesetzte Interfacerechner bietet einen Analogeingang sowie eine Reihe binärer I/Os und eine serielle Kommunikation über CAN. Kühlkörper und Netzfilter sind serienmäßig integriert, können bei Bedarf aber an die besonderen Bedingungen der Kundenapplikation angepasst werden.

Welche Applikationen sind machbar? Gibt es dabei Favoritenapplikationen?

Bei dem DriveMCI steht nicht die Substitution bisheriger FU-Reihen wie DriveCCI im Vordergrund, sondern vielmehr die Erweiterung unseres Lieferspektrums auf neue Branchen wie den Anlagen- und Maschinenbau sowie anspruchsvolle Applikationen wie Tür- und Torantriebe.

Welche weiteren Verbesserungen am Frequenzumrichter planen Sie?

Im Vordergrund für das Jahr 2007 steht die Vervollständigung der DriveMCI-Baureihe in Form der größeren Leistungsklassen sowie die Schaffung eines möglichst universellen und bedienerfreundlichen Standard- Interfaces. Andere Erweiterungen wie die Portierung der bei Hanning vorhandenen Feldbus-Ankopplungen oder die ersten Projekte mit kundenspezifischer Ausrichtung werden bedarfsabhängig durchgeführt. Spätestens mit den Leistungsklassen ab 2,2 kW aufwärts wird die Baureihe DriveMCI mit einem leistungsfähigen 32-bit-Mikrorechner für die Antriebsregelung ausgerüstet, um damit einen noch effizienteren Betrieb zu ermöglichen.

Peter Schäfer

Erschienen in Ausgabe: 02/2007