Mehr Nichtlinearität

MSC Software erweitert sein Tool MSC Marc in Punkten wie Materialmodellierung und Schweißsimulation. Auch die Ablaufgeschwindigkeit legt dank stärkerer Parallelisierung weiter zu.

09. August 2017

MSC Software veröffentlicht die Version 2017 von MSC Marc, seinem Tool für nichtlineare Simulation. Eine der wichtigsten Erweiterungen betrifft die Materialmodellierung, die über komplizierte Gleichungen geschieht. Die Gleichungen der Materialmodelle werden im Computer so angepasst, dass sie mit den Messwerten aus Versuchen übereinstimmen (Kurvenanpassung oder Data Fitting). Laut MSC ist Marc ein Vorreiter bei dieser Methode der Materialmodellierung. Die Kurvenanpassung wurde nun so erweitert, dass sie auch für Karbongummi, Thermoplaste und Walzbleche mit komplexen anisotropen Flächen zur Verfügung steht.

Mit einer neuen Kontaktmethode werden nun Schweißvorgänge simulierbar. Der Kontakt lässt sich so definieren, dass aber einer bestimmten Temperatur die beiden Teile verschmelzen oder eine Verbindung aufbricht. Das Aufbrechen des Kontakts ist interessant für Delamination von Faserverbund oder anderen verklebten Strukturen. Dadurch kann der Anwender Änderungen im Kontaktverhalten sowohl abhängig von der Position als auch von der Temperatur abbilden.

Die globale adaptive Vernetzung in Marc, die das Netz während der Rechnung an interessanten Stellen verfeinert, ist weitverbreitet bei der Simulation von Gummiteilen, Umformprozessen und Bruchmechanik. Neu ist, dass die globale adaptive Vernetzung nun auch für Tetraederelemente höherer Ordnung unterstützt wird, welche normalerweise für die Simulation des Biegeverhaltens verwendet werden. Außerdem wird die aktuelle deformierte Geometrie besser und mit höherer Netzqualität abgebildet. Die Elementbibliothek wurde erweitert: es gibt nun auch Pyramidenelemente, die einen korrekten Übergang zwischen Hexaeder- und Tetraederelementen ermöglichen. Das ist praktisch bei der Modellierung komplexer Geometrien, und es werden weniger Elemente im Modell benötigt.

Als multidisziplinäre Software bietet Marc 2017 Verbesserungen bei der Modellierung von Gebern, Reglungssystemen, Drucksensoren und Motoren, die piezoelektrische Materialien enthalten. Auch für diese Simulationen werden jetzt 3D-Elemente höherer Ordnung unterstützt, die das Biegeverhalten genauer abbilden. Außerdem wurde die Berechnung weiter parallelisiert, wodurch sich kürzere Rechenzeiten ergeben.