Mehr Virtualität in der Realität

PTC akquiriert mit Vuforia eine auf Augmented Reality spezialisierte Tochter des Chipherstellers Qualcomm. Damit baut das Unternehmen seine Kapazitäten aus, um die virtuelle mit der realen Welt zu kombinieren.

11. November 2015

PTC erwirbt mit Vuforia einen der führenden Anbieter von Software für Augmented Reality (AR, erweiterte Realität). Für die bisherige Qualcomm-Tochter bezahlt PTC 65 Mio. USD. Vuforia offeriert Entwicklungsumgebungen für mobile Apps, die laut PTC von Entwicklern in 130 Ländern genutzt werden und auf die derzeit etwa 200 Mio. installierte Apps weltweit entfallen.

PTC hat bereits angekündigt, dass es weiterhin in diese Entwicklungsumgebung investieren will, und dass diese weiterhin am Markt verfügbar sein soll. Darin dürfte sich demnach diese Akquisition von der Übernahme des AR-Anbieters Metaio durch Apple im Mai 2015 unterscheiden: Deren SDK hat Apple schnell vom Markt genommen.

Bei PTC könnte man nun die AR-Technik von Vuforia auf vielfältige Weise nutzen. So könnten zum Beispiel Wartungstechniker zu einer auf einem Tablet betrachteten Anlage technische Daten, Wartungsinformationen oder den Ersatzteilkatalog abrufen. Während der Arbeit am CAD könnte der Ingenieur mit der Maus auf ein Teil zeigen und Informationen wie Werkstoff, Gewicht oder Kosten abrufen. Auf derartige Weise kann PTC die AR-Technik im gesamten Produktportfolio einbinden.

"PTC setzt seine Strategie fort, eine unglaublich innovative Plattform zu bieten, die Kunden nutzen können, um vom sich entwickelnden Internet der Dinge zu profitieren", sagt PTC-CEO Jim Heppelmann. "Durch die Möglichkeiten, die IoT eröffnet, werden mehr und mehr Produkte eine Mischung aus digitalen und physischen Inhalten. Deswegen wird die Art, wie wir mit diesen Produkten interagieren, ebenfalls zunehmend einen gemischten Charakter haben, bei dem sich physische und digitale Interaktion vermengt."