Meister aller Vorgänge auf einen blick TRW Automotive Werma

Maschinenelemente

Datenerfassung – Dank eines umfangreichen, aber trotzdem einfach zu bedienenden Meldesystems von Werma kann ein Automobilzulieferer sichere, effiziente Prozesse im Betriebsablauf realisieren.

28. Mai 2014

Ungeplanten Stillstandzeiten entgegenzusteuern und ungehobene Kapazitätsreserven aufzuspüren ist per se ein großer Gewinn für ein Unternehmen und auch eine Herausforderung. Vor einer solchen stand auch TRW Automotive aus Blumberg. »Bei uns fehlte es oft an Transparenz in der Produktion, denn das Werk wurde immerzu erweitert«, sagt der Fertigungsentwickler Bernd Müller. Gebäude kamen im Laufe der Jahre hinzu und es wurde immer schwieriger, die zahlreichen Maschinenzustände zu überblicken, deren Steuerungen waren sehr uneinheitlich.

Anfang 2010 wurde er auf das Maschinendaten-Erfassungssystem »Wireless Information Network« (WIN) des Signaltechnikspezialisten Werma aufmerksam, das er nach kurzer Testphase einführte.

Begonnen hat TRW mit der Überwachung von zehn Schwerpunktmaschinen mit je einem Sender zur Zustandsüberwachung. Mit WIN konnte sich das Unternehmen innerhalb weniger Minuten einen genauen Überblick über deren Zustände verschaffen.

»Das funkbasierte System war ohne Vorkenntnisse schnell per Plug & Play installiert und ließ sich sofort in Betrieb nehmen«, erinnert sich Müller. »Es stellte sich schnell heraus, dass das WIN alle Anforderungen an Flexibilität, Modularität und Erweiterbarkeit erfüllte.« Per Funk ereichen die Signale einen zentralen PC, eine komplexe Schnittstelle zu den Maschinen war nicht notwendig, als Basis diente die vorhandene Signalsäule.

»Die mitgelieferte WIN-Software führt sicher durch die einzelnen Schritte zum eigenen Wireless-Netzwerk und die Installation gelingt auch ohne Programmierkenntnisse«, sagt Elmar Giner, Datenbankexperte bei TRW. »Das integrierte Routingmodul zeigt über eine Baumstruktur Qualität und Aufbau der Funkverbindungen zwischen den einzelnen Komponenten an.« So sieht der Nutzer auch, wo er Funkverbindungen verstärken sollte, damit das WIN-Netzwerk sicher funktioniert und die Daten problemlos übertragen kann.

Giner legt großen Wert auf Transparenz in der Fertigung: »Die WIN-Software erlaubt es, alles auf einen Blick am PC zu überwachen. Kinderleicht kann man Fehler suchen, die Produktivität einzelner Schritte analysieren und somit die Effizienz steigern.« Eine einfache, übersichtlich gestaltete Menüführung in der Software erleichtert dabei die intuitive Bedienung und Maschinenüberwachung.

Ständig erweitert

80 WIN-Slaves hat TRW heute in seinen Maschinen installiert und weitet das Netzwerk ständig aus. Dank Funk steht einer schnellen und einfachen Nachrüstung nichts im Wege. Die einfache Infrastruktur ermöglicht es, weitere WIN-Elemente ohne spezielle Verkabelung in das Netzwerk zu integrieren, auch in älteren Gebäuden und ohne großen Aufwand.

Insgesamt fünf Großbildschirme sind zur Visualisierung in der Produktion im Einsatz: In der Wartung, bei der Linienproduktion, in der Elektroabteilung sowie bei der mechanischen und elektrischen Instandhaltung lassen sich die Zustände tagtäglich, schichtübergreifend und zeitnah erkennen.

Über eine E-Mail-Funktion werden Störungen sofort an die angebundenen Smartphone-User übermittelt. Diese können dann schnell reagieren und längere Stillstände sowie Produktionsausfälle verhindern. Elmar Giner will darum schnellstmöglich neue Funktionen integrieren. »Das WIN-System ist jederzeit dazu in der Lage, auch ohne zusätzliche Konfiguration.«

Jederzeit den Überblick

TRW kann mit dem WIN-System kostenintensive Abläufe und verborgene Kapazitäten aufspüren. Müller: »Wir können Transparenz erhöhen, Produktivität steigern, flexibler werden, Stillstandzeiten reduzieren, Zeit und Kosten sparen. Es bringt schnellen, messbaren Nutzen, und wir sind wettbewerbsfähiger.«

Mit WIN stehen ihm sämtliche Kennzahlen zum laufenden Auftrag, wie produzierte Stückzahlen, Ausschuss oder die detaillierte Aufstellung von Stillstandzeiten, permanent zur Verfügung. »Dank der Auswertungen konnten wir Stillstandsursachen über einen definierten Zeitraum nach Häufigkeit auswerten und Maßnahmen entwickeln, um die Produktivität der Maschinen nachhaltig zu steigern.«

Ach Werma profitiert von der Partnerschaft. Denn TRW half, viele Funktionen des WIN-Systems auszureifen und gab auch den Anstoß für die Zusatzfunktion »Stückzahlermittlung«. Der in eine modulare Signalsäule integrierte »WIN slave performance« überwacht dabei bis zu sechs unterschiedliche Maschinenzustände und erfasst den Zählimpuls. Diese Daten werden an einen zentralen Empfänger gesendet und in einer Datenbank gespeichert.

TRW gibt viel Feedback an die Werma-Entwickler, das schnell neue Ideen ausarbeiten und umsetzen kann. »Es ist ein Geben und Nehmen«, erklärt Bernd Müller. »Wir sind froh, in der Signalisierung einen Partner zu haben, mit dem wir gemeinsam unsere Herausforderungen angehen können.«

TRW setzt neben dem WIN auch die Andon-Produkte von Werma ein. Dieser japanische Begriff steht für eine gut sichtbar angebrachte Leuchte, die ein auftretendes Problem signalisiert und zum Handeln auffordert. Das Prinzip gibt es nun auch für Signalsäulen – ein neuer Ansatz, der Materialnachschub oder Qualitätsmangel signalisiert. Der auslösende Mitarbeiter muss nicht lange nach einem Ansprechpartner suchen.

»Die Werma-Signalgeräte sind aus unserem Betriebsalltag nicht mehr wegzudenken. Wir sparen Wege und Zeit ein und können Prozesse noch schlanker und effizienter gestalten«, sagt Bernd Müller. Für die Zukunft ist angedacht, das WIN-System weiter auszubauen. »Gerade die nahtlose Integration ist für uns besonders reizvoll«, schließt der Fertigungsspezialist. mk z

Auf einen Blick

TRW Automotive

- Teil des TRW-Konzerns mit 65.000 Beschäftigten, einer der weltweit größten Automobilzulieferer.

- Rund 850 Beschäftigte bauen in Blumberg Ventile in allen Baugrößen und Materialen.

Werma

- Famienunternehmen seit 1950

- Mehr als 3.500 verschiedene optische und akustische Signal-geräte für die Industrie.

- 250 Mitarbeiter, sieben Standorte.

Erschienen in Ausgabe: 04/2014