Messen für mehr Sicherheit

Medizintechnik

Messtechnik – Messsysteme sind ein wichtiges Standbein für die Sicherheit in der Medizintechnik. Sie müssen hochgenau sein und flexibel, starker Strahlenbelastung standhalten und eine angenehme Behandlung ermöglichen.

10. November 2015

In der Medizintechnik geht es vor allem darum, sicher, präzise und flexibel mit Maschinen am Menschen zu arbeiten. Dazu liefert der österreichische Anbieter AMO die passenden Längen- und Winkelmesssysteme auf Basis des Amosin-Messprinzips aus hochentwickelten induktiven Sensoren und integrierter Auswerteelektronik. Die Auflösung geht bis 0,125 Mikrometer und die Genauigkeit bis ±3 Mikrometer pro Meter. Die Komponenten in Schutzart IP67 sind robust gegenüber Staub und Feuchtigkeit sowie Schock und Vibrationen. Das hysteresefreie Messsystem hat keine magnetischen Teile und ist dadurch im Gegensatz zu magnetischen Messsystemen völlig unempfindlich gegen elektromagnetische Störfelder.

AMO hat sowohl inkrementale als auch absolute Messsysteme im Programm. »Wir werden eine komplett überarbeitete Elektronik integrieren, die noch genauer, schneller und unempfindlicher gegenüber Montagetoleranzen sein wird«, berichtet Geschäftsführer Heinz Eisschiel. »Die Messschritte sind dann bei bis zu 0,05 Mikrometer fein, was noch mehr Präzision bedeutet.«

In Computertomografen liefert AMO individuell anpassbare Messringe und kann so auf vorgegebene Konstruktionen oder Baugrößen eingehen und die Messtechnik optimal und individuell in die Mechanik verbauen.

Zeitpunkt und Position, wann ein Bild aufgenommen wird, bestimmt ein integrierter Geber. Wegen vieler unterschiedlicher Techniken für diesen Vorgang muss das AMO-Messsystem bei der Signalausgabe sehr flexibel sein. Die auszugebende Impulszahl kann unabhängig von der Strichzahl des Messringes direkt im Abtastkopf erzeugt und auf die gewünschte Impulszahl umgerechnet werden. Die intelligenten Abtastköpfe verfügen über integrierte Software und heben sich laut Hersteller damit vom Wettbewerb ab. Bei der Strahlentherapie lassen sich Patienten dank der präzisen AMO-Messtechnik so exakt bestrahlen, dass kein umliegendes gesundes Gewebe zerstört wird. Die Geräte sind so robust, dass die hochenergetische Strahlung keinen negativen Einfluss auf die elektronischen Bauteile hat. »Unsere Elektronik wurde im Vorfeld in Dauertests hochdosierter Strahlung ausgesetzt«, erzählt Engelbert Hager aus dem Qualitätsmanagement bei AMO. »Die Komponenten haben dem ohne Probleme oder Beschädigungen über die gesamte simulierte Lebensdauer der Maschinen standgehalten.« Verwendet wird ein Miniatur-Abtastkopf, in dem fast keine eigene Elektronik verbaut ist. Das Gerät wird stattdessen mit einem Kabel an die Hauptelektronik des Kopfes angeschlossen, die in einem strahlungsarmen Umfeld positioniert wird.

Besonders leiser Einsatz möglich

In modernen Patientenliegen als weiteres Anwendungsgebiet arbeiten heute hochpräzise Linearmotoren statt Kugelgewindetriebe oder Riemen. Durch den Einsatz der AMO-Technik sind sie besonders leise. Insgesamt bieten sie eine sehr hohe Auflösung, Performance und Positioniergenauigkeit.

»Es ist zudem gut vorstellbar, dass unsere Messsysteme in Zukunft im medizintechnischen 3D-Druck eingesetzt werden«, sagt Engelbert Hager. »Implantate in der Orthopädie oder Zahnmedizin lassen sich heute bereits als 3D-Modelle drucken, in Zukunft sind vielleicht sogar künstliche Gewebeteile oder Adern möglich.« Messsysteme von AMO bieten dazu eine hohe Auflösung und Genauigkeit, und sie sind robust und unempfindlich gegenüber Verschmutzungen bei einer langen Lebensdauer und Wartungsfreiheit. mk

Erschienen in Ausgabe: 08/2015